Große Sensation: DJK Wattenscheid gewinnt

Der Siegtorschütze ist leicht zu erkennen: Ali El-Lahib riss sich nach dem entscheidenden Neunmeter das Trikot vom Leib. Auch sein Team feierte.
Der Siegtorschütze ist leicht zu erkennen: Ali El-Lahib riss sich nach dem entscheidenden Neunmeter das Trikot vom Leib. Auch sein Team feierte.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

Ein bisschen Show musste nach dem entscheidenden Neunmeter dann doch sein, und Ali El-Lahib hatte ja auch allen Grund dazu. Der Stürmer und im Finale beste Mann des A-Kreisligisten DJK Wattenscheid rannte nach seinem vollendeten Neunmeter im West-Finale gegen Wattenscheid 09 in Richtung Tribüne, riss sich das Trikot vom Leib. Kurz darauf stürmten seine Kollegen auf ihn, ein riesiger Jubelkreis hüpfte durch die Halle. Die Mannschaft von Ralf Fischer packte in einem fair geführten Turnier gestern Abend die große Sensation, gewann mit 4:2 nach Neunmeterschießen und vermieste Farat Toku dessen Debüt als neuer 09-Trainer.

Die DJK Wattenscheid setzte sich in einem hochkarätig besetzten Turnier durch und ist nun (inoffizieller) Wattenscheider Stadtmeister – daran muss sich die Mannschaft wohl selbst noch ein paar Tage gewöhnen.

Als seine Mannschaft nach der offiziellen Siegerehrung noch ein „Pokal-Selfie“ nach dem anderen schoss, stand DJK-Trainer Ralf Fischer da und war „einfach nur ganz stolz“ auf seine Mannschaft: „Und da kann man mir auch erzählen, was man will: Wir waren im Finale keinen Deut schlechter als 09.“

Stimmt tatsächlich, der Außenseiter hatte von Beginn an Chance um Chance. El-Lahib, Marvin Missun und Kevin Klinger scheiterten aber in den ersten Minuten. Die DJK hielt richtig gut mit, 09 hingegen fand offensiv kaum statt. Missun traf in der 9. Minute dann nach starker Kombination zum verdienten 1:0, kurz darauf glich Benjamin Jacobs aus. Mit diesem Resultat ging es ins Neunmeterschießen. Stefan Grummel, Jacobs und Fatmir Ferati scheiterten für 09, lediglich Daniel Wolf für die DJK – das reichte am Ende. 09-Coach Farat Toku, der mit einer guten Truppe angetreten war, wollte sich nach der Finalpleite aber nicht grämen. „Wir haben ein gutes Turnier gespielt, uns gut bewegt und mit der Qualifikation für die Endrunde unser Ziel erreicht“, sagte er: „Neunmeterschießen müssen wir aber wohl noch üben.“

Das West-Turnier bietet ja aufgrund der hohen Zahl an Mannschaften – in diesem Jahr waren es elf – einen dritten Qualifikationsplatz für die Endrunde, und den sicherte sich Bezirksligist FC Neu-uhrort dank eines 7:3-Erfolgs im kleinen Finale gegen den VfB Günnigfeld (Landesliga). Günnigfeld war mit fünf Siegen aus fünf Spielen und 20:6-Toren als Gruppensieger vor Neuruhrort durch die Vorrunde gerauscht, scheiterte im Halbfinale aber am späteren Turniersieger DJK Wattenscheid (2:3) und anschließend eben an Neuruhrort.

Degenhard ist neuer FCN-Trainer

„Ich bin mehr als zufrieden“, hielt der Neuruhrorter Co-Trainer Michael Mankowski sein Statement kurz und knackig: „Das Ergebnis sagt ja alles.“ Mankowski derweil wird die Mannschaft in der Endrunde nicht betreuen. Der Bezirksligist einigte sich nach dem Abgang von Bayram Kollu gestern Mittag mit Dino Degenhard. Er ist neuer Trainer und wird am Sonntag bei der Endrunde sein Debüt feiern.

Zuvor, im Halbfinale, war Neu-ruhrort allerdings chancenlos gewesen gegen eine präsente SG 09, die dank der Tore von Eren Taskin (2), Collin Schmitt und Sascha Tobor (je 1) mit 4:0 gewinnen konnte. Während die Toku-Elf dann erst im Finale ihre Hausaufgaben nicht machte, waren drei aussichtsreiche Kandidaten auf das Erreichen der Endrunde bereits in der Gruppenphase gescheitert. Mit Höntrop (Dritter von sechs in Gruppe A) und Wattenscheid 08 (Vierter von fünf in Gruppe B) stolperten gleich zwei Landesligisten sehr früh, auch Bezirksligist SW Eppendorf schied als Vierter in Gruppe A aus. Der FC Höntrop 80, die SF Westenfeld, RW Leithe und der FC Hasretspor hingegen hatten kaum eine Chance.