Gedenken an Steilmann folgt 2:0-Sieg gegen Köln
20.11.2009 | 22:25 Uhr 2009-11-20T22:25:00+0100
Vor dem Anpfiff der NRW-Liga-Partie gegen Fortuna Köln am Freitagabend würdigte die SG Wattenscheid 09 dem langjährigen Mäzen, Freund und Förderer Klaus Steilmann in einer kurzen, bewegenden Gedenkfeier. Danach gewann das Team von Stefan Blank verdient mit 2:0.
Es war still im Lohrheidestadion am Freitagabend um kurz vor acht, totenstill, in diesem Fall darf man das sagen. Nur die Musik, „Time to say goodbye”, schallte durchs Lohrheidestadion, es ging einem unter die Haut. Mehr als 200 Kinder, Jugendliche, Frauen aus den Abteilungen der SG Wattenscheid 09 trugen das Konterfei des Bosses ins Stadion; die meisten mit Kerzen in der Hand, wie auch einige der stillen Besucher. Auf Höhe der Mittellinie bildeten sie einen Halbkreis um das Porträt von Klaus Steilmann, der vor einer Woche im Alter von 80 Jahren verstorben war. Die Schiedsrichter, die Mannschaften folgten dann auf den Rasen, auch sie mit Kerzen in der Hand; die Spieler der SG Wattenscheid trugen ein T-Shirt, auf dem das Bild des „Mr. Wattenscheid” gedruckt war.
Christoph Jacob, der heutige Vorsitzende, würdigte in einer Traueransprache Steilmanns Lebenswerk. „Ein starker Unternehmer mit einem großen Herzen für die Jugend und den Sport ist von uns gegangen”, drückte Jacob die „tiefe Betroffenheit” über den „Verlust einer herausragenden Perönlichkeit” aus; den Verlust eines „Freundes und einer Vaterfigur”, so Jacob mit gebrochener Stimme. „Die SG 09 ist Klaus Steilmann zu großem Dank verpflichtet.”
Mit „You'll never walk alone” klang das kurze, aber bewegende Gedenken aus; etwas gestört leider von vor den Toren anrückenden Köln-Fans, die grölten, als wären sie besoffen. Was ein Teil vielleicht auch war.
Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter die Partie an, der „Alltag” kehrte zurück, der Ball rollte. Man konnte den Spielern der SG 09 nicht vorwerfen, sie würden sich nicht bemühen. Spielerisch aber waren ihre Mittel erneut begrenzt gegen die offensiv schwachen, defensiv allerdings kompakt stehenden Gäste. Folge: kaum Torchancen, 0:0 zur Pause.
Nach dem Wechsel wurde Wattenscheid stärker, der quirlige Faruk Gülgün scheiterte noch (57.), doch dann sorgte Sturmkollege Dimitrios Ropkas für Erleichterung: Nach Gülgüns Flanke köpfte er aus acht Metern zum 1:0 ein (71.) – und die SG drehte jetzt wie von einer Last befreit auf. Ropkas (76.) verschenkte das 2:0, der eingewechselte Maximilian Schreier scheiterte mit einem Distanzschuss ebenso wie dann zweimal Timo Erdmann, der in der 84. Minute Pech mit einem Heber an die Latte hatte. Letztlich egal: Denn Gülgün krönte seine gute Leistung nach Vorarbeit von Sven Wienecke mit dem 2:0, und SG-Trainer Stefan Blank war nicht nur deshalb vollauf zufrieden mit seinem Team: „Wir haben über 90 Minuten taktisch mit unser bestes Saisonspiel gezeigt”, sagte er.
SO SPIELTEN SIE
SG 09 - Fortuna Köln 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 Ropkas (71.), 2:0 Gülgün (87.).
Zuschauer: 560.
SG 09: Kunz - Schütze, Baum, Bartsch, Cakiroglu - Sichler (63. Erdmann), Pachutzki (74. Schreier), Toku, Barra - Ropkas (85. Wienecke), Gülgün
23:50
Kevin Barra bekommtvon mir die Note 1