„Für die Ruhe gibt es einen Grund“

Zukünftig kein Team mehr: Frank Kolberg (li.) und der scheidende Vorsitzende Christoph Jacob (re.).
Zukünftig kein Team mehr: Frank Kolberg (li.) und der scheidende Vorsitzende Christoph Jacob (re.).
Foto: WAZ

Es könnte mal wieder ein langer Abend werden im Paul-Cohn-Haus an der Berliner Straße. Am kommenden Mittwoch steigt dort die Jahreshauptversammlung des Fußball-Regionalligisten SG Wattenscheid 09. Dabei sollen der Posten des Aufsichtsrats-Vorsitzenden und anschließend der des 1. Vorsitzenden neu besetzt werden. Thorsten Heckendorf (AR-Vorsitz) und der jahrelang umstrittene Christoph Jacob (Vorsitz) treten zurück. Frank Kolberg, zweiter Vorsitzender der SG 09, sprach mit WAZ-Mitarbeiter Felix Groß über die Zukunft des Vereins.


Herr Kolberg, ich kann mir vorstellen, dass sie im Moment bis zum Hals in der Arbeit stecken.
Ja, das ist so, wir führen viele Gespräche und stellen im Moment ein Team zusammen, das den Verein weiterbringen soll. Das ist sehr aufwändig, wir kümmern uns jeden Tag um die SG Wattenscheid 09.


Viele sagen, dass Sie der künftige Vorsitzende sind. Werden Sie kandidieren?
Ich habe immer gesagt, ich stehe dem Verein zur Verfügung – in welcher Form auch immer. Ob ich jetzt den Vorstand mache oder nicht, ist für mich gar nicht so wichtig. In letzter Konsequenz bestimmen eh erst eimal die Mitglieder den Aufsichtsrat, der bestellt dann einen Kandidaten für den Vorstand.


Wen denn? Sie?
Es muss einfach passen und gut ist. Wenn die Vorstandsmannschaft so zusammen bleibt, könnten sowohl ich als auch Gabi Vit oder Abdullah Emili das übernehmen.


Wen wird der Verein denn als Nachfolger für Thorsten Heckendorf vorschlagen?
Es sind Namen im Gespräch, aber die kann ich noch nicht nennen. Hundertprozentig entscheidet sich das erst am Freitag. Ob auch aus der Mitgliedschaft Leute bereit stehen, stellt sich noch heraus.


Und Christoph Jacob? Wird er definitiv zurücktreten?
Er wird nicht mehr antreten, er nimmt seit seiner Rücktrittsankündigung ja auch nicht mehr am operativen Geschäft teil. Einerseits ist das schade, andererseits hat er sich das auch selbst zuzuschreiben. Es ist in letzter Zeit ruhiger geworden um Wattenscheid 09. Und das hat einen Grund.
Es geht auch das Gerücht um, dass die Vorstände separat entlastet werden sollen. Die Folge sei, dass Christoph Jacob dann das Geld, das er in den Verein gesteckt hat, nicht zurückverlangen könne. Was ist dran?
Natürlich ist in der ganzen Zeit sehr viel Abneigung aufgebaut worden. Und ja, vielleicht misstrauen die Mitglieder Christoph Jacob auch. Christoph hat viel für den Verein getan, er war manchmal auch ungeschickt. Aber: Christoph wird sein Geld natürlich bekommen. Wer Geld zu bekommen hat, bekommt das auch. Wieviel er bekommt, wird im Moment aber noch geprüft. Es sind auch schon Rückzahlungen geflossen. Christoph ist aber auch nicht der Typ, der sagt: Ich will mein Geld sofort haben. Wir werden eine Lösung finden, die alle zufriedenstellt. Alles andere wäre ungeschickt. Und dumm.


Bei der letzten Jahreshauptversammlung im August waren mit Kemal Erimtan und Ebru Köksal auch Gäste aus der Türkei, vom Kooperationspartner Galatasaray Istanbul, in Wattenscheid. Wie läuft denn die Kooperation?
Es gab eine Phase, in der auch Galatasaray Probleme hatte, weil auch dort der Vorstand gewechselt wurde. Da war der Kontakt vielleicht nicht ganz so intensiv. Aber wir führen aktuell ständig Gespräche mit Galatasaray. Die Gerüchte, dass da nichts läuft, sind Quatsch.


Das heißt konkret?
Wir werden die Kooperation intensivieren, das ist so geplant und gewollt – von uns und von Galatasaray. Wie das dann konkret aussieht, kann ich nicht sagen. Aber wir sind positiv gestimmt.