Esther Cremer holt Staffelsilber
03.08.2010 | 15:34 Uhr 2010-08-03T15:34:00+0200
Barcelona. Die Wattenscheiderin legt den Grundstein für den Final-Erfolg der deutschen Läuferinnen. Auch Bastian Swillims kann sich freuen.
Nach der Bronzemedaille für Alexander Kosenkow in der 4x100 Meter-Staffel, gab es am Sonntagabend für die Wattenscheider erneut Grund zu Feiern: die 22-jährige Läuferin Esther Cremer holte mit dem DLV-Quartett überraschend Silber über die Stadionrunde und bescherte dem TV Wattenscheid 01 damit die zweite und zugleich höchste Medaille während der Leichtathletik- Europameisterschaft in Barcelona.
Den Weg ins Finale hatte Esther Cremer bereits am Vortag geebnet. Mit einem starken Antritt sicherte sie ihrem Team als zweite Starterin die Spitzenposition, die Claudia Hoffmann (SC Potsdam) erst kurz vor dem Ziel an die Italienerinnen einbüßte.
Am Sonntagabend legte Cremer erneut den Grundstein für einen deutschen Erfolg. Die Athletin von Trainer Slawomir Filipowski übernahm die Staffel von Fabienne Kohlmann auf Position vier und brachte sie in einem fulminanten Spurt auf Silberkurs. Janin Lindenberg und Claudia Hoffmann verteidigten im weiteren Verlauf den zweiten Rang und kamen in sehr guten 3:24,07 Minuten ins Ziel.
Trotz aller Bemühungen gab es an die haushohen Favoritinnen aus Russland kein Rankommen. In 3:21,26 kamen sie knapp drei Sekunden vor dem deutschen Quartett ins Ziel und sicherten sich so die verdiente Goldmedaille.
Kein Grund zur Enttäuschung für die deutschen Läuferinnen: Angesichts ihres überraschenden Erfolges waren sie außer sich vor Freude. „Es lief heute einfach hervorragend“, bilanziere Esther Cremer nach einem reibungslosen Rennverlauf: „Ich bin wieder schnell durch die Kurve gekommen. Das Reinziehen ging völlig problemlos. Ich hatte echt ein bisschen Bammel, dass es Geknubbel gibt im Finale. Es kam aber keiner von rechts und von links.“
Auch der Wattenscheider Cheftrainer Tono Kirschbaum zeigte sich zufrieden: „Esther hat in den letzten drei Jahren eine großartige Entwicklung gemacht, was sicherlich ebenso ein großer Verdienst ihres Trainers ist.“
Auch wenn Bastian Swillims ohne Medaille nach Wattenscheid zurückkehren muss, eine gute Leistung lieferte der 400 Meter-Spezialist in Barcelona trotzdem ab. Mit dem bescheidenen Ziel, das Finale der Staffel über 4x400 Meter zu erreichen, war er für das als Außenseiter geltende deutsche Quartett zu den Europameisterschaften gefahren und holte letzten Endes fast doch noch Bronze.
Gerade einmal fünf Hundertstel fehlten dem deutschen Team zu einem Podiumsplatz, nachdem es in 3:02,65 Minuten die Ziellinie überquerte. Angetrieben vom Publikum hatten sich Thomas Schneider (SC Potsdam) und der belgische Schlussläufer Jonathan Borlee zuvor ein spannendes Kopf an Kopf Rennen geliefert, das der Belgier für sich entscheiden konnte.
„Insgesamt haben wir eine gute Leistung gebracht. Wir hätten es als Staffel verdient, noch den einen Platz besser zu sein“, erklärte Bastian Swillims, der als zweiter Läufer das Staffelholz für Deutschland in die Hand nahm.
Die Goldmedaille über die Stadionrunde sicherte sich in 3:02,14 Minuten das Quartett aus Russland. Großbritannien belegte in 3:02,25 Minuten Platz zwei, dicht gefolgt von Belgien, dessen Staffel nach 3:02,60 Minuten die Zielline passierte.
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Ich hätte jetzt gedacht, Esther sei auf dem obigen Bild die 2. von links. (?)