Es muss weiter gespielt werden

Sechs Wochen sind es noch bis zum Ende des Zweitligafrauenfußballs in Bochum. Drei Heimspiele stehen bis zum letzten Auftritt Ende Mai auf dem Plan, dazu gibt es noch drei weite Auswärtsfahrten nach Berlin, Bremen und Potsdam. Danach wird die erste Frauenmannschaft des VfL Bochum auseinanderbrechen. Wie es im Sommer weitergeht, ist nicht mal ansatzweise geklärt. Zu frisch sind die Ereignisse rund um den vom Klub verordneten Rückzug.

Sabrina Gesell, Trainerin der ersten Mannschaft, hat in dieser Woche genau hingeschaut und zeigt sich von der Einstellung angetan: „Dieses Team hat wirklich Charakter. Trotz der schlimmen Nachricht zu Beginn der Woche hat sich im Training niemand hängen lassen. Bis auf die angeschlagenen Spielerinnen waren auch alle anwesend. Wir haben das Thema natürlich angesprochen, sportlich liefen die Trainingseinheiten aber ganz normal ab.“

Abseits des Platzes gibt es derzeit allerdings kein anderes Thema. Jede einzelne Spielerin des Kaders muss für sich klären, wie es weitergeht. Dass der Großteil der umliegenden Vereine ihre Kaderplanungen schon weit vorangetrieben haben, macht es für die VfL-Mädels bei der Vereinssuche nicht gerade einfach. Nach aktuellem Stand haben sich mit Laura Hoffmann, Sarah Grünheid, Magdalena Richter und Franziska Bröckl bereits vier Spielerinnen für den Weggang entschieden. Auch Sabrina Gesell erwartet in den nächsten Wochen weitere Ankündigungen innerhalb der Mannschaft: „Das ist doch völlig legitim. Jeder muss sich nun Gedanken machen.“

Bis zum letzten Spieltag der laufenden Saison am Pfingstmontag bei Turbine Potsdam II am 25. Mai möchte die Trainerin, die dem VfL im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen wird, möglichst die besten Ergebnisse rausholen. Das wird am Sonntag (14 Uhr) zu Hause gegen den Tabellenzweiten SV Meppen ein schweres Unterfangen. Während sich beim VfL die Gedanken nur vage auf das Spiel bezogen, kommt der Gast aus dem Emsland mit gehörigem Selbstvertrauen an die Castroper Straße: „Meppen ist ein sehr unangenehmer Gegner, der nicht umsonst ganz weit vorne steht. Ich hoffe, dass wir uns auf unsere Stärke fokussieren können“, so Gesell, die auf Burcu Özkanca (wieder Knieprobleme) und wohl auch auf die angeschlagene Laura Buczkowski verzichten muss.