Es gibt noch viel zu tun

Wir sind gegen Leipzig wieder schlecht gestartet, die Sachsen haben uns mit unseren eigenen Mitteln gestoppt. Mit ihrem Forechecking kamen wir erst nicht zurecht. Zudem haben wir uns viele Fehler im Aufbau geleistet, die man in den meisten Spielen vorher nicht gesehen hat. Einer davon führte ja auch zum 0:1. Die Mängel im Aufbau von hinten heraus haben sicherlich auch mit den zuletzt zwangsläufigen Umstellungen der Viererkette zu tun. Wobei ich es gut finde, dass junge Spieler wie Nicolas Abdat das Vertrauen bekommen, nur so können sie sich entwickeln.

In der zweiten Halbzeit haben wir uns gefangen, die war völlig okay. Wir hätten auch gut ein Unentschieden holen können. Insgesamt sind wir weiter auf einem guten Weg. Man sieht aber auch, dass noch viel zu tun ist.

Mit Blick auf die kommende Saison sollte man die Spiele jetzt auch als gehobene Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen sehen. Insofern ist es richtig, dass Trainer Verbeek den Torwartwechsel vorgenommen hat, nachdem sich Michael Esser leider für Graz entschieden hat. Zumal es ja immer heißt, dass sich Esser und Andreas Luthe auf Augenhöhe bewegen. Wobei Luthe halt so seine Probleme bei der Spieleröffnung hat, das hat man wieder gesehen.

Jetzt erwarte ich, dass die Mannschaft den vielen mitreisenden Fans in München ein schönes Wochenende beschert - mit drei Auswärtspunkten.

Dass der Verein die Frauenmannschaft aus der 2. Bundesliga zurückzieht, ist nachvollziehbar. Der Vorstand muss vernünftig haushalten. Auch 100 000 Euro Kosten pro Jahr sind nicht egal. Wir müssen erst unser Flaggschiff auf Vordermann bringen, das ist wichtiger.


Michael Neuhaus (43) bewertet im Wechsel mit drei weiteren Fans Spiel und Lage des VfL.