Erfolg durch Zusammenhalt
07.02.2012 | 16:28 Uhr 2012-02-07T16:28:00+0100
Während die Damenmannschaft von Teutonia Riemke in der Oberliga einen soliden Part spielt, sorgen die A-Jugend-Handballerinnen seit Saisonbeginn in ihrer Oberliga-Staffel, immerhin der zweithöchsten deutschen Spielklasse, für Furore. Mit nur vier Minuspunkten und drei Zählern Vorsprung auf Platz zwei thronen die Grün-Weißen an der Tabellenspitze. Bleibt die Mannschaft von Ralf Sievers weiter so fokussiert wie bisher, winkt die Teilnahme an der Endrunde zur Westfalenmeisterschaft.
Dass Damentrainer Michael Schmidtmann dadurch in Zukunft auf einen gut ausgebildeten und selbstbewussten Unterbau zurückgreifen kann, ist das eine. Dass die Teutonia im weiblichen Jugendbereich nach mauen Jahren endlich mal wieder einen vorzeigbaren Erfolg hat, das andere. Während die Jugendarbeit im männlichen Bereich schon seit Jahren stagniert, hatte der älteste Mädchen-Nachwuchs in der Saison 2009/10 seinen Tiefpunkt erreicht. Die verpatzte Qualifikation für die Oberliga bedeutete ein Jahr Kreisliga - der dort erreichte erste Platz war für den damaligen Regionalliga-Nachwuchs nichts wert. In der vergangenen Saison gab’s dann aber schon den dritten Oberliga-Platz - ein erster Achtungserfolg für den damaligen Neu-Coach Ralf Sievers.
Und somit zurück in die Gegenwart: Was macht die Teutoninnen des Jahrgangs 1993/94 eigentlich aus? „Eindeutig: ihr Zusammenhalt“, antwortet der 49-jährige Trainer wie aus der Pistole geschossen: „Keine ist neidisch, wenn die Konkurrentin 60 Minuten lang spielt und man selbst das gesamte Spiel auf der Bank sitzt.“ Die 17 und 18 Jahre jungen, technisch sehr gut ausgebildeten Mädchen spielen schon seit vielen Jahren zusammen, kennen sich daher - nicht nur auf dem Feld - in- und auswendig. Das sieht man vor allem in der Abwehr: „Da agieren wir nicht unbedingt robust, sondern vor allem mit Schnelligkeit“, lüftet Sievers sein Erfolgsrezept. Den Prunkstück-Charakter der Defensive unterstreichen auch die nackten Zahlen. Die meisten kassierten Gegentore in dieser Saison waren 29 Treffer bei der jüngsten Niederlage gegen einen der ärgsten Konkurrenten, den Lüner SV. Diesen „Ausreißer“ nach oben unterboten die Riemkerinnen in dieser Saison allerdings schon oft genug. Die Anzahl der Gesamt-Gegentore hebt sich enorm, um über 30 Treffer, von der der Konkurrenz ab. „Handball gewinnt man in der Abwehr“, zitiert Sievers, dessen Tochter Nathalie auch in der Mannschaft spielt, eine uralte Weisheit dieses Sports: „Wir haben eben nicht die großen Shooter“, so Sievers. Gemeinschaftlich gehe „das aber alles“.
Zielsetzung waren vor der Saison die ersten drei Plätze. Da es nun aber so hervorragend läuft, peile man natürlich den Westfalenmeister-Titel an. Dafür gilt es, noch vier Kontrahenten, die die Plätze vier bis sieben belegen, aus dem Weg zu räumen, um auf der „Pole Position“ zu bleiben. Sievers: „Das sind sehr starke Gegner.“
Dass die jungen Handballerinnen allesamt verrückt auf ihre Leidenschaft Handball sind, zeigt ihr wöchentliches Pensum. Sievers schraubte bei seinem Amtsantritt die Zahl der Trainingseinheiten von zwei auf drei hoch, zudem sind alle A-Juniorinnen mit Doppelspielrecht ausgestattet. Das heißt: Bis auf Julia Niggemeyer, die schon fester Bestandteil der Oberliga-Damen ist, helfen alle Spielerinnen in zweiter (Verbandsliga) und dritter (Bezirksliga) Mannschaft aus. Macht insgesamt fünf Hallenbesuche - ein knackiges Wochenprogramm für die Schülerinnen.
Bleibt zu hoffen, dass die Kräfte der jungen Gipfelstürmerinnen nicht pünktlich zur Westfalenmeisterschafts-Endrunde aufgebraucht sind.
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