Ein heikles Thema

Spätestens nach dem positiven Dopingbefund der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle stehen Nahrungsergänzungsmittel unter Generalverdacht. Auch der Deutsche Olympische Sportbund warnt vor der Einnahme.

Nahrungsergänzungsmittel sind frei verkäuflich. Manche Hersteller werben damit, nährstoffreicher als normale Lebensmittel zu sein. Dazu gehören auch Obst- und Gemüsekapseln, die Peter Schnabel - Sprung-Trainer am Olympiastützpunkt Wattenscheid/Dortmund - für sich entdeckt hat. Sie sollen extrahiertes Obst und Gemüse enthalten, das frisch vom Feld in Pulverform gebracht wird. „Das Zeug im Supermarkt wird oft unreif gepflückt. Das kann gar nicht die gleichen Vitalstoffe wie bei Vollreife haben“, erklärt Schnabel.

Andere Präparate werben damit, der Ausweg an stressigen Tagen zu sein. „Wenn man es in seinem Alltag nicht schafft, ausgewogen zu essen, sind Nährstoffshakes genau das Richtige“, erklärt Uwe Clausmeier, Berater eines weiteren Herstellers.

Der Bochumer Ernährungsmediziner Dr. Hans-Jörg Apfeld hält zwar Shakes grundsätzlich für verzichtbar, bei Leistungssportlern sehe die Situation allerdings anders aus. „Die Menge an Eiweiß, Vitalstoffen und Kohlenhydraten, die sie brauchen, kann man nicht auf natürlichem Weg zu sich nehmen.“ Bei der Wahl des Mittels müsse man jedoch darauf achten, dass es nicht verunreinigt ist.

Die Kölner Liste erleichtert Athleten die Entscheidung für oder gegen ein Mittel. Sie hat aktuell 446 Präparate mit einem minimalen Dopingrisiko gelistet.