Ein echter Glücksgriff für den DBC Bochum

Sam van Etten aus den Niederlanden kommt beim DBC Bochum bestens an.
Sam van Etten aus den Niederlanden kommt beim DBC Bochum bestens an.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der erst 18-jährige Niederländer Sam van Etten, Jugendeuropameister von 2013, trumpft beim Deutschen Rekordmeister in der Freien Partie auf. Mit acht Jahren legte das Talent los - ein Porträt.

„Das war ein richtiger Glücksgriff“, freut sich Fabian Blondeel, Vorsitzender des DBC Bochum, über den Neuzugang, der in dieser Saison für den Deutschen Meister in der Billard-Bundesliga Mehrkampf auf Punktejagd geht. Die Rede ist von Sam van Etten, der bisher vier Partien für den DBC bestritt und keine davon verlor. Ganz im Gegenteil machte der 18-Jährige in der Freien Partie in bisher vier Begegnungen 1200 Points in nur acht Aufnahmen und freut sich damit über einen Generaldurchschnitt (GD) von 150 Points.

Seine Bundesliga-Premiere hatte der junge Holländer übrigens schon in der letzten Saison gefeiert, als er am 5. Oktober 2013 für die Billardfreunde Weitmar 09 gleich im ersten Spiel gegen seinen jetzigen Teamkollegen Ludger Havlik antreten musste. Nach zehn Aufnahmen hatte er die Einband-Partie 47:100 verloren. Über seinen ersten Sieg freute er sich dann einen Tag später: In Goch schlug er Heinz Schmale im Cadre 47/2 knapp mit 126:122 (15 Aufnahmen).

„Ich habe mit acht Jahren mit dem Billard angefangen“, erzählt der junge Mann, der am 19. September in Holland, gegen starke Konkurrenz, schon seine erste nationale Meisterschaft bei den Senioren holte. Dort spielte er exakt 100 Points GD. Die Junioreneuropameisterschaft in Brandenburg (Havel) hatte er im April 2013 bereits mit einem GD von über 80 gewonnen. Die holländische Jugendmeisterschaft sicherte er sich mit 125 Points GD..

Mit diesen Leistungen ist er einer der Hoffnungsträger im an Talenten nicht armen Billard-Nachbarland. Aber der sympathische Queue-Könner denkt nicht nur an Banden und grüne Tücher (die übrigens zuweilen auch blau daherkommen). Sam van Etten büffelt in der Schule Wirtschaftslehre und hofft darauf, in vier Jahren damit fertig zu sein. „Das Leben besteht“, sagt er beinahe weise, „nicht nur aus Billard.“

DBC-Teamchef Paul Kimmeskamp ist glücklich, wieder einmal einen Rohdiamanten gefunden zu haben. Daneben gelegen haben sie beim DBC Bochum eigentlich nie, wenn sie junge Ausländer verpflichtet haben. In den Achzigerjahren sammelten van Ettens Landsleute Roland Lemmens und viele Jahre auch Raymond Knoors Turniererfahrung beim Deutschen Rekordmeister.

Enorm stark war auch der Belgier Eddy Leppens, der viele Jahre für den DBC spielte. Bei der traditionell besonders stark besetzten Belgischen Meisterschaft im Dreiband wurde Leppens im Januar Vizemeister hinter Eddy Merckx mit 1,948 GD – und das mit einer Fabelserie von 25 Points.

„Sam van Etten hat hervorragende Voraussetzungen“, sagt Fabian Blondeel, „aber auch Talente müssen hart arbeiten.“ Das hat der junge Mann gerade gespürt: Bei der nationalen Meisterschaft im Cadre 71/2 gewann er lediglich eine Partie. „Ich war unzufrieden mit meiner Leistung“, sagt er, der stets locker und unbekümmert spielt, sehr selbstkritisch. Opa Henk van Etten (81), den Sam oft mit zu seinen Turnieren nimmt, wird die junge Frohnatur aber sicher wieder aufgebaut haben.