Die Nerven haben gehalten bei der SG 09

Ziel erreicht, die Feier kann starten: Die SG Wattenscheid 09 bleibt Regionalligist.
Ziel erreicht, die Feier kann starten: Die SG Wattenscheid 09 bleibt Regionalligist.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit einem 2:0-Erfolg gegen den SC Wiedenbrück gelang der SG Wattenscheid 09 der Klassenerhalt. Anschließend regnete es Bier - auch auf Trainer Farat Toku.

SG Wattenscheid 09 -
SC Wiedenbrück 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Klinger (76.), 2:0 Saka (85.)

SG Wattenscheid 09: Boss, Stahmer, Schneider, Mbona, Tobor, Kaplan (88. Avci), Kaya (84. Saka), Kacinoglu, Clever, Klinger, Taskin (90. Elbüstü)

Stoisch ließ er die klebrige Dusche über sich ergehen. Farat Toku wollte gerade anheben, das Happy End einer schwierigen Saison zu erklären und sich bei den Beteiligten für ihr Vertrauen bedanken, da regnete es Bier im VIP- und Presse-Raum der SG Wattenscheid 09.

Die Spieler des Regionalligisten, auf den Rängen oft geschmäht in den letzten Monaten, tanzten ausgelassen durch die Räume und veranstalteten eine Art Wunschkonzert: „Nie mehr Oberliga.“ Mit einer disziplinierten und konzentrierten Vorstellung hatten die Wattenscheider am letzten Spieltag nichts mehr anbrennen lassen im Abstiegskampf.

„Uns ist es nicht gelungen, ins letzte Drittel zu kommen“, sagte Ali Beckstedde, der Trainer des unterlegenen SC Wiedenbrück, bevor er dem Sieger gratulierte. Becksteddes Kommentar war für Toku die Bestätigung, alles richtig gemacht zu haben an diesem Tag. „Wir wollten gut gegen den Ball spielen und dem Gegner keine Räume geben“, sagte der Mann, der Christoph Klöpper in der Lohrheide abgelöst und damals eine Mannschaft übernommen hatte, die sich, wie er nun einräumte, „im Winter in einem sehr schlechten Fitnesszustand befunden“ habe.

Aber nicht nur das. Lucas Oppermann und Stefan Grummel, die ohne Rücksicht auf Verluste ihr eigenes Ding machen wollten, wurden aussortiert. Ohne diese konsequente Haltung wäre die Mannschaft vermutlich auseinandergebrochen, wäre ein Freudenausbruch wie der am Samstag kaum mehr möglich gewesen. Von einer „turbulenten Saison“ sprach Toku etwas verharmlosend und pustete dabei sichtlich durch.

Dass es in der Regionalliga weitergehen würde, nahm konkrete Formen an, als Mario Klinger einen Eckball von Burak Kaplan volley im Winkel des Wiedenbrücker Gehäuses platzierte. Ein tolles Tor. Das geduldige Warten auf den einen Moment der Unachtsamkeit bei den Gästen hatte sich gelohnt, die eher defensive und auf Fehlervermeidung ausgerichtete Spielweise der Gastgeber hatte sich bezahlt gemacht. Denn bis auf ein, zwei halbe Möglichkeiten im ersten Durchgang besaß Wiedenbrück praktisch keine Torchance. Als die Spannung raus war, setzte die SG 09 noch eins drauf - mit Nino Sakas Abstaubertor zum 2:0.

Und wie geh’ts nun weiter? Farat Toku bleibt an der Lohrheide, und A-Junior Eren Elbüstü, der am Samstag, als nichts mehr passieren konnte, eingewechselt wurde, wird zur künftigen Regionalliga-Mannschaft gehören. Ansonsten gebe es, so heißt es, zwar viele positive Signale der aktuellen Spieler, aber eben noch keine konkrete Vereinbarung. Dass Spieler wie Kaplan oder Kaya bleiben werden, ist eher unwahrscheinlich.