„Die Mannschaft wird bewusst zerstört“

Als am Montagabend Finanzvorstand Wilken Engelbracht der Zweitligamannschaft die schlechte Nachricht überbrachte, war der Teilerfolg, den die Fußballfrauen noch bei der Mitgliederversammlung im Herbst 2014 errungen hatten, nichts mehr wert. Und die Reaktionen der Betroffenen zeigen das Maß der Enttäuschung.

Willi Wernick (Koordinator): „Die Enttäuschung ist riesengroß. Vor allem für die Mädels aus der ersten Mannschaft tut es mir unglaublich leid. Wir sind der Meinung, dass wir auch mit einem deutlich geringeren Etat in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga hätten spielen können. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“

Regina Müller (Koordinatorin): „Das wirkt für uns alle wie ein Schock. Das ist so eine tolle Mannschaft, die nun auseinanderfällt. Es ist für viele Spielerinnen keine Perspektive mehr da. Wir haben ja auch Mädels dabei, die nicht in Bochum wohnen. Ich glaube kaum, dass die bei uns bleiben werden. Ich werde jetzt erst einmal ein paar Tage drüber nachdenken und dann entscheiden, wie es für mich weitergeht.“

Franziska Bröckl (Verteidigerin): „Ich bin zum Saisonstart 2014/2015 nach Bochum gewechselt. Damals hat mir keiner gesagt, dass so etwas passieren könnte. Innerhalb von einem Monat kam dann im Oktober die Nachricht. Das muss doch schon viel länger geplant gewesen sein. Nach dem Votum für die Frauenabteilung in der Versammlung letztes Jahr, haben sie jetzt offenbar eine Lücke gefunden. Die erste Mannschaft wird in meinen Augen bewusst zerstört.“

Sarah Grünheid (Stürmerin): „Die Entscheidung macht einen sprachlos. Den Floskeln, die wir wieder gehört haben, glaubt man nicht mehr. Es tut mir für die Mannschaft unglaublich leid. Wir sind so eine harmonische und homogene Truppe. Es ist traurig, dass das nun auseinander bricht. Die Tatsache, dass es nach dem Rückzug in die Regionalliga auch sportlich erst mal nicht wieder nach oben gehen kann, setzt der fehlenden Perspektiven noch einmal einen drauf.“

Laura Hoffmann (Spielführerin): „Wir haben so viel in diesen Verein investiert, sind aufgestiegen, haben uns in der 2. Bundesliga etabliert und als Mannschaft überzeugt. Die Entscheidung ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar und macht mich sehr traurig.“

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