Der nächste Titelkampf wird offener
11.08.2009 | 18:54 Uhr 2009-08-11T18:54:00+0200Drei Blau-Weiße und Trainer Thilo Khil sind von der WM in Rom zurück. In der im November startenden Frauen-Bundesliga muss sich der Wasserball-Klub aus dem Wiesental auf mehr Gegenwehr einstellen. Ein Grund dafür: Carmen Gelse und Jasmin Krieter wechseln wegen der Ausbildung nach Hannover.
Bereits vor gut einer Woche kehrten Bochums Wasserballerinnen von der WM in Rom heim – mit Platz zehn in der Sporttasche. „Wenn man ehrlich ist, war mit unserem neu formierten Team auch nicht viel mehr drin”, meinte Nationalspielerin Carmen Gelse.
Zu schaffen machte der DSV-Auswahl daneben die brütende Hitze im schattenlosen Schwimmstadion. „Eine Strapaze” nannte auch Thilo Khil die zweieinhalb Wochen. Bochums Frauen-Trainer assistierte in Italien Bundescoach René Reimann. Er sprach von „langen Tagen mit Videoanalysen noch bis in den späten Abend”. Aber auch reichlich neue Erfahrungen und spieltaktisches Wissen habe Khil vor Ort sammeln können.
„Insgesamt sind die geholten drei Punkte zu wenig”, war der Blau-Weiß-Trainer sportlich nicht ganz zufrieden. Drei Spielerinnen vom Serienmeister aus Bochum standen in Rom im Kader, drei ganz erfahrene waren aber auch daheim geblieben: Für Lina Rohe, Monika Kruszona und Ariane Rump wäre es die vierte WM-Teilnahme gewesen. Das Trio verzichtete jedoch, räumte dem Studium Vorfahrt ein. Khil: „Mit ihnen wären wir klar stärker gewesen.”
Bochums Kapitänin Ariane Rump verfolgte das Geschehen natürlich dennoch: „Leider wird bei uns ja nichts im Fernsehen gezeigt. Das ist in Holland oder Italien anders”, sagte die 28-Jährige. „Aber ich hatte per Mail und Telefon viel Kontakt zum Team.” Ob Rump, die an ihrem Bachelor in „Management and Economics” bastelt, noch einmal den Nationaldress anzieht, ist offen. „Vielleicht passt es nächsten Sommer beruflich besser”, so Bochums Spielführerin. Ende August 2010 startet die EM im kroatischen Zagreb.
Für die Bundesliga, in der Bochums Frauen den Titel nun ein komplettes Jahrzehnt in Serie einheimsten, wird sich Blau-Weiß auf deutlich mehr Gegenwehr einstellen müssen. Mit Carmen Gelse (21) und Jasmin Krieter (20) wechseln zwei Auswahlspielerinnen zum SV Hannover. In Niedersachsen erhielten sie die Zusage für eine Polizeiausbildung in einer Sportfördergruppe. Das hätten beide auch gerne in der Heimat gemacht, aber das Land NRW nahm sie nicht.
Für mehr Konkurrenz sorgen auch die Wasserballerinnen der SG Neukölln, die sich mit den Nationalspielerinnen Nina Wengst und Theresa Klein, beide zuletzt in Griechenlands Profiliga, verstärken. „Außerdem suchen Hannover und Neukölln ausländische Torfrauen”, erzählte Khil. Dennoch ist Bochums Trainer, der kommenden Montag zum Trainingsauftakt lädt, überzeugt, die Spitzenposition zu verteidigen. „Aber die Liga wird sicher ausgeglichener und auch interessanter.”
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