Der Kuchen wird immer kleiner

„Wir müssen unsere Kräfte bündeln.“ Das sagt Michael Huke, Manager des TV Wattenscheid 01, für den es sicher nicht die reine Freude ist, in Zeiten eines schrumpfenden Etats Hochleistungssport zu realisieren, der den Anspruch hat, national herauszuragen und international mitzuhalten.

Die reduzierte Unterstützung durch die Stadtwerke einerseits und die seit Jahren andauernde Fokussierung potenter Sponsoren auf den Profifußball andererseits haben inzwischen Folgen für den Leichtathletik-Standort Wattenscheid. Vor zwei Jahren, so Huke, habe man noch über 16 Kandidaten auf nationale Medaillen verfügt, jetzt seien es nur noch acht bis zehn. Die „Vormachtstellung in Deutschland haben wir in diesem Jahr verloren“, sagt er, international das Minimalziel so eben erreicht. Der Masterplan nach 2012 sah 5,6 Finalkandidaten vor - doch dann brachen drei (Malte Mohr, Falk Wendrich und Sosthene Moguenara) weg. Dass Diskuswerfer und Bronzegewinner Daniel Jasinski als einziger aus dem Sextett nicht nur übrig geblieben, sondern auch durchgekommen ist bei Olympia in Rio, sei ein Geschenk des Himmels.

Doch die Arbeit wird immer schwieriger, von einem Mitarbeiter hat sich der Klub bereits trennen müssen. Und dass Nike 2018 die partnerschaftliche Beziehung noch einmal verlängern wird, mag Huke nicht glauben. „Deshalb suchen wir einen weiteren Partner, der die Lücke schließt.“ Ein zweiter Trikotsponsor für den alljährlichen Halbmarathon würde schon ein wenig helfen, zudem könnte man auch von Kooperationen profitieren. Weil der FC Schalke 04 einen Nachwuchskoordinator für die Leichtathletik eingestellt habe (Hintergrund ist die Frage der Gemeinnützigkeit), könne sich auf dem Gebiet der Talentsichtung etwas tun.

Dennoch: Der zu verteilende Kuchen wird stetig kleiner. Und für einige der einstigen Top-Athleten heißt das auch Abschied zu nehmen.