Das vorerst letzte Bochumer Derby

Obwohl es für den VfL rein sportlich um nichts mehr geht, legen sich Michael Maria (li., hier gegen Felix Stahmer) und seine Kollegen ins Zeug
Obwohl es für den VfL rein sportlich um nichts mehr geht, legen sich Michael Maria (li., hier gegen Felix Stahmer) und seine Kollegen ins Zeug
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Noch ist die SG Wattenscheid 09 ungeschlagen, seitdem Farat Toku als Trainer das Sagen hat. Und dabei soll es auch nach dem Derby gegen die U23 des VfL Bochum am Donnerstag (19.30 Uhr) bleiben.

Noch hält sie, die Serie. Die SG Wattenscheid 09 ist, seit Trainer Farat Toku zu Jahresbeginn die sportliche Führung übernommen hat am Lohrheidestadion, zuhause ungeschlagen. „Das ist sehr schön“, sagt Farat Toku, „und das soll auch so bleiben. Denn so macht es Spaß, zuhause zu spielen.“ Die U 23 des VfL Bochum allerdings wird etwas dagegen haben, und auch die Elf von Dimitrios Grammozis trägt ihre Heimspiele ja im Lohrheidestadion aus. Gäste sind die Blau-Weißen also nur auf dem Papier im Bochumer Regionalliga-Derby, dem letzten auf unbestimmte Zeit (Anpfiff 19.30 Uhr, Lohrheide).

Denn die Bochumer melden ihre Mannschaft ja aus Kostengründen ab, wollen das eingesparte Geld lieber anderswo investieren. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Klar, dass da etwas fehlen wird“, sagt Farat Toku, der die Zeichen der Zeit aber nach der knappen VfL-Niederlage gegen Aachen (0:1) und dem Unentschieden gegen Uerdingen (1:1) erkannt hat. „Da habe ich schon gemerkt, dass sie ohne Druck spielen. Sie werden auch bei uns so auftreten“, hat Toku einen gut sortierten, mittlerweile unbekümmerten Gegner gescoutet: „Wir müssen an unsere Leistungsgrenze gehen, um drei Punkte holen zu können.“ Für Wattenscheid wären Siege gegen den VfL und bereits übermorgen, auch daheim, gegen Uerdingen der so gut wie sichere Klassenerhalt.

Da ist die bisherige Heimserie doch ein gutes Omen – oder?

Zumindest, sagt Toku, „macht es uns einfach Spaß, zuhause zu spielen. Das sieht man ja auch an den Fans und an der Stimmung der letzten Wochen. Wir haben eine Siegermentalität in die Mannschaft gekriegt.“ Allerdings muss Toku seine Verteidigung erneut umbauen. Felix Clever fehlt weiterhin mit einer Rot-Sperre, doch nun ist auch Adrian Schneider wegen der fünften Gelben Karte nicht dabei. Alternativen sind Christ Kasela Mbona, Collin Schmitt sowie – eher unwahrscheinlich – Maurice Haar.

Die U23 hat durch den ersten Punkt im neuen Jahr etwas Selbstvertrauen gesammelt, auch wenn gegen zum Schluss zehn Uerdinger mehr drin war. „Unseren ersten Dreier wollen wir gegen Wattenscheid nachholen“, sagt Dimitrios Grammozis, dessen Team seit elf Partien sieglos ist, und verspricht: „Alle sind heiß auf dieses Spiel. Ich glaube, das wird ein gutes Derby.“

Gegen Wattenscheid soll sich wohl die Elf, die gegen Uerdingen einen Punkt einfuhr, wieder beweisen. Wahrscheinlich wird Grammozis also erneut fünf Verteidiger aufbieten. Ganz festlegen will er sich aber noch nicht. „Ich bleibe am liebsten taktisch flexibel. Wir wollen versuchen, Wattenscheids Schwächen zu nutzen“, bleibt Grammozis verschlossen. Trotz des Trubels neben dem Platz und der eventuell aufgeheizten Stimmung im Lohrheidestadion appelliert Grammozis an seine Spieler, die Nerven zu bewahren: „Die Atmosphäre können wir aufsaugen, aber wir müssen unbedingt unsere taktische Marschroute einhalten.“