Burak Kaplan sieht im Testspiel erneut die Rote Karte

Flog erneut vom Platz: Burak Kaplan
Flog erneut vom Platz: Burak Kaplan
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Was wir bereits wissen
Burak Kaplan von der SG Wattenscheid 09 sah im Testspiel gegen Überruhr (3:0) die Rote Karte. Nicht zum ersten Mal.

Aktuell machen die Regionalliga-Fußballer der SG Wattenscheid 09 wohl die härteste Phase der Saisonvorbereitung durch. Mit extrem schweren Beinen kam die Mannschaft von Trainer Farat Toku am Donnerstagabend beim Essener A-Kreisligisten Blau-Gelb Überruhr nicht über ein 3:0 (2:0) hinaus. Toku zeigte aber Verständnis für seine Spieler. „Wir haben am Tag zuvor noch Treppenläufe im Stadion gemacht. Trotzdem haben sich die Jungs gut bewegt, den Ball gut laufen lassen“, so Toku, der – klar – sein Lob aber auch einschränkte. „Natürlich“, so der 35-Jährige, „hätten mehr Tore fallen müssen.“

Ivan Benkovic (12., 43.) und Güngör Kaya (89.) hatten mit Toren auf sich aufmerksam gemacht, Kapitän (!) Burak Kaplan hingegen erneut mit einer Undiszipliniertheit. Wegen einer Schiedsrichterbeleidigung flog er in der 71. Minute mit einer Roten Karte vom Platz. Inwiefern die Wattenscheider imstande sein werden, Konsequenzen aus dem erneuten Fehlverhalten zu ziehen, bleibt abzuwarten. Die Wattenscheider stecken in einem Dilemma. In nur einem Jahr hat der 25-Jährige den Verantwortlichen einerseits schon mehr als genug Gründe geliefert, ein für alle Mal suspendiert zu werden. Andererseits aber braucht die SG 09 seine Kreativität, seine technische Stärke, seine Torgefahr. Und Geld für gleichwertigen Ersatz ist nicht da. So wird Kaplan wohl erneut mit einem blauen Auge – aber definitiv mit einer Verbandssperre – davonkommen.

Heute wartet dann gleich der erste Härtetest gegen den Aufsteiger in die Dritte Liga, die Würzburger Kickers (18 Uhr). Ausgetragen wird die Partie in Hanau, Wattenscheid plagt sich allerdings mit Personalproblemen herum. Christ Kasela Mbona hat – wie berichtet – einen Bandscheibenvorfall erlitten, Eren Taskin und Nico Buckmaier haben Oberschenkelprobleme. Eventuell kommt, um auf die weiterhin schwierige Spielersuche zu sprechen zu kommen, ein litauischer Testspieler zum Einsatz, der im offensiven Mittelfeld zuhause ist. Auch die Causa Benedikt Koep (SF Lotte) ist noch nicht vom Tisch, dem Stürmer liegen jetzt alle Angebote vor, er will sich in diesen Tagen entscheiden.

Aufgrund der physischen Verfassung seiner Spieler schwant Toku bereits, dass es wohl keine spielerischen Glanzstücke geben wird gegen Würzburg – das mache aber auch nichts. Schließlich gehe es jetzt darum, „den inneren Schweinehund zu überwinden und Willen und Leidenschaft zu zeigen“, sagt der Trainer der SG Wattenscheid 09.