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Bogenlampen bringen Sieg

12.02.2012 | 17:16 Uhr
Bogenlampen bringen Sieg
Erzielte zwei Traumtore und war damit maßgeblich am Bochumer Sieg beteiligt: Rechtsverteidiger Tim Kosien. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Die U17 des VfL kommt stark aus der Winterpause und feiert einen überzeugenden Heimsieg gegen Arminia Bielefeld. Tim Kosien trifft gleich zweimal per Bogenlampe. Die U19 muss hingegen eine 0:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen hinnehmen.

VfL Bochum U17 -
Arminia Bielefeld3:1 (1:0)

VfL: Weeke - Kosien, Teichmöller, Karadag, Cokossan - Arfaoui, Stock (76. Erdelt), Krampe, Demircan (55. Schneider) - Coric (61. Horneffer), Ardic (80. Klostermann)

Tore: 1:0, 2:0 (32., 71.) Kosien, 2:1 (73.), 3:1 Ardic (78.)

Aus physikalischer Sicht ist eine „Bogenlampe“ eine Gasentladungslampe, deren Wirkungsprinzip auf der sichtbaren Emission eines Lichtbogens beruht. Doch auch im Sportjargon findet der Begriff Beachtung. Bei genaueren Definitionsfragen sollte man sich an Tim Kosien wenden.

Der Rechtsverteidiger brachte nämlich beim 3:1 (1:0)-Sieg der Bochumer U17 gegen Arminia Bielefeld gleich zweimal das Kunststück fertig, dem Ball eine so kurvenförmige und unberechenbare Flugbahn zu geben, dass er den Weg ins gegnerische Tor fand.

Jedoch bot das Bochumer Spiel noch weit mehr. Im offensiven 4-4-2-System wurde der Gegner früh im Spielaufbau gestört. „Wir haben keine Zeit“, hörte man VfL-Trainer Christian Britscho von der Linie rufen. Gespielt waren da 20 Minuten. Zehn Minuten später folgte die logische Konsequenz. Einen Flachschuss von Julian Stock konnte der Torwart der Arminia noch mit dem Fuß abwehren, gegen Tim Kosiens Bogenlampe ins rechte obere Eck war er aber machtlos.

Den Sack zumachen können hätte Hari Coric nach dem Seitenwechsel (45.). Das Kraftpaket scheiterte jedoch frei stehend aus vier Metern. Bielefeld wurde in der Folge besser, wenn auch wenig zwingend. Mit der „Flanke des Jahres“, wie Christian Britscho augenzwinkernd sagte, entschied Tim Kosien das Spiel (71.). Der 15-Jährige - gute 25 Meter und im spitzen Winkel vor dem Gehäuse der Arminia platziert - verwertete einen langen Ball von Sinan Karadag direkt mit der Innenseite, so dass er unhaltbar als Bogenlampe zum 2:0 einschlug. Die Ostwestfalen kamen nur zwei Minuten später zum 1:2-Anschlusstreffer. Zittern musste der VfL aber nicht lange. Osman Ardic besorgte per Außenristschuss aus 20 Metern den 3:1-Endstand (77.).

Bayer Leverkusen -
VfL Bochum U192:0 (0:0)

VfL: Dornebusch - Polk, Zorkol, Feldkamp (81. Forsmann), Thomas, Jansen (59. Tünte), Bulut, Kaplan, Esen (46. Spies), Goretzka, Reinholz (73. Kallenbach)

Tore: 1:0 (55.), 2:0 (71.)

Nach der 0:2-Niederlage gegen den Tabellennachbarn hätte sich VfL-Trainer Dariusz Wosz vieler Fußballfloskeln bedienen können. „Die Vorbereitung war zu gut“ oder „Die geglückte Generalprobe gegen Hannover 96 (4:1) ist uns zu Kopf gestiegen“, wären heiße Kandidaten gewesen. Doch die Analyse von Wosz fiel sachlich aus. „Die Niederlage geht in Ordnung, Bayer hat mehr investiert.“

Das 1:0 (55.) für den Gastgeber entstand wie schon so häufig in dieser Saison aus einer Standardsituation für den Gegner. „Daran werden wir in der nächsten Woche arbeiten, auch bei minus zehn Grad“, so Wosz. Dem 0:2 ging eine vermeintliche Leverkusener Abseitsstellung bevor. Aufgrund der „Jugendkrankheit des Reklamierens“ (O-Ton Wosz) gelang es jedoch nicht, die Situation spielerisch zu bereinigen, so dass Leverkusen auf 2:0 (71.) erhöhen konnte. Seine Spieler wären in dieser Situation zu sehr darauf konzentriert gewesen, die Hände zu heben und zum Schiedsrichter zu schauen, kritisierte Wosz.

Ohne Torchance blieb der VfL aber nicht. So traf Daniel Feldkamp in der ersten Hälfte die Latte. Auch Max Jansen und Diyar Kaplan besaßen große Möglichkeiten zur Führung. Eine Schlussoffensive der Blau-Weißen ließ jedoch auf sich warten.

Marius Bannefeld

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