Bergens Offensivtrio sucht seinesgleichen

Waren bisher kaum zu stoppen, die Spielerinnen von Union Bergen, hier Eva Schulte. und Sabine Reinhold (Höntrop).
Waren bisher kaum zu stoppen, die Spielerinnen von Union Bergen, hier Eva Schulte. und Sabine Reinhold (Höntrop).
Foto: WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Landesligist gibt die Zurückhaltung auf und will in der zweiten Saisonhälfte den Spitzenplatz behaupten. ziel ist der dritte Aufstieg in Folge.

Thomas Behrendt und Ilka Schwinn waren sich einig. Der Trainer und die Teammanagerin des Frauenfußball-Landesligisten SC Union Bergen warnten Woche für Woche vor Euphorie. Die von der Konkurrenz zugewiesene Favoritenstellung wollte man nicht so recht annehmen. Spätestens nach der „Halbzeit-Meisterschaft“ ist es aber vorbei mit der Zurückhaltung. „Wir wollten den Klassenerhalt schaffen. Das sollte uns gelungen sein. Wir wollten schönen Fußball spielen. Auch das haben wir geschafft. Und nun wollen wir natürlich auch oben bleiben und die Spitzenposition verteidigen“, zeigt sich Coach Behrendt in seinen Aussagen erstmals öffentlich offensiv.

37 beeindruckende Punkte hat der SC Union in 15 Spielen gesammelt, ist noch ohne Niederlage und hat sowohl die beste Offensive (61 Tore) als auch die beste Defensive der Liga (neun). In der Rückrunde gibt es mit Borussia Dröschede (ebenfalls 37 Punkte) wohl nur noch einen Gegner, der Union den Titel und den Aufstieg in die Westfalenliga streitig machen kann. Thomas Behrendt sieht aber noch einiges an Arbeit vor sich und seinem Team: „In der Rückrunde wird das für uns mit Sicherheit ein steiniger und langer Weg. Alle werden und schlagen wollen, niemand wird uns mehr unterschätzen. Wir müssen also möglichst cool und ruhig bleiben.“ Vertrauen kann Behrendt dabei vor allem auf ein torgefährliches Offensivtrio, das in dieser Liga seinesgleichen sucht. Mirja Dorny (15), Sandra Langenkamp (14) und Laura Benatelli (10) haben gut zwei Drittel aller Union-Treffer erzielt und dürften weiterhin jederzeit für ein Tor gut sein.

Von seinem ersten Engagement im Frauenfußball ist Thomas Behrendt indes begeistert: „Es macht großen Spaß. Ich hatte über die gesamte Zeit immer 20 bis 25 Spielerinnen beim Training. Was mich aber am meisten freut, ist die Entwicklung der Mannschaft. Das hätte ich in der Form nicht erwartet.“

Kontinuierlich gesteigert hat sich unterdessen der SV Höntrop. Das Team um die aktuell beste Torschützin der Liga Angelina Brück (17 Tore) hat sich nach schwachem Start gefangen und auf den siebten Tabellenplatz vorgekämpft. Trainer Hans Skopek sieht aber noch Entwicklungspotenzial: „Wir wollen uns in der Rückrunde weiter verbessern und uns Stück für Stück weiterentwickeln.“ Personell wird es keine Veränderungen im Höntroper Kader geben, allerdings hofft Skopek dennoch darauf, dass er mehr Möglichkeiten haben wird: „Wir waren zuletzt leider oft nur noch eine kleine Gruppe beim Training und bei den Spielen. In der Rückrunde erwarte ich einige Spielerinnen wie Lena Gehle, Sina Felske, Irina Klüner und Jessica Tunkel zurück im Kader. Das bringt uns weiter voran.“