Bergen kann den VfL nur kurz schocken

Landesligist Union Bergen (li.) sprintete, rackerte, tat alles in seiner Macht stehende, um den VfL Bochum zu ärgern. Das klappte aber nur zu Beginn
Landesligist Union Bergen (li.) sprintete, rackerte, tat alles in seiner Macht stehende, um den VfL Bochum zu ärgern. Das klappte aber nur zu Beginn
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

Am Ende ging’s dann doch ganz schnell. Kurz lag im Endspiel um die Stadtmeisterschaft der Frauen eine Überraschung in der Luft, führte Landesligist Union Bergen drei Minuten lang mit 1:0 gegen den turmhohen Favoriten und Zweitligisten VfL Bochum. Laura Benatelli hatte den Außenseiter in Führung gebracht, doch mit der Zeit setzten sich die deutlich größere fußballerische Qualität, die Routine und Ballsicherheit des VfL durch. Melanie Heep und Sarah Grünheid stellten zunächst die 2:1-Führung binnen zwei Minuten her, Tiana Kalamanda besorgte den 3:1-Endstand.

Und so trocken der Co-Trainer des VfL, Dennis Bienek, den Turniersieg im Vorfeld eingefordert hatte, so trocken kommentierte seine „Chefin“ Sabrina Gesell selbigen denn auch nach dem Spiel. „Gerade zum Ende hin haben wir das souverän gemacht“, sagte die Trainerin des Zweitligisten. „So ein Spiel ist ja immer schwierig. Jeder hofft auf die Überraschung. Ich finde aber, dass wir später dann klar dominiert haben“, lobte sie die in der Tat abgeklärte Leistung ihrer Elf.

Brück trifft zum 1:3-Anschluss

Bergen und der VfL waren rund zwei Stunden zuvor in ihren Halbfinals souverän und hochverdient in das Endspiel eingezogen. Der VfL hatte den chancenlosen Landesligisten SV Höntrop mit 6:1 geschlagen, die Tore erzielten Sarah Grünheid, Daniela Ließem sowie Melanie Heep (alle 2). Der zwischenzeitliche Anschluss zum 1:3 war den Höntroperinnen dank Angelina Brück gelungen. Nach einem zügig herausgespielten 3:0 nahm der VfL in dieser Phase Tempo und Zielstrebigkeit raus, schonte sich bereits für das Endspiel. „Wir hatten dem VfL nichts entgegen zu setzen. Die Räume waren zu groß, dadurch konnten sie uns zerlegen“, sagte Höntrop-Trainer Hans Skopek und zuckte mit den Schultern.

Während Höntrop offensiv dennoch den einen oder anderen Vorstoß hinbekommen hatte, war Landesligist SV Waldesrand Linden im anderen Halbfinale gegen den Klassengefährten Union Bergen viel zu harmlos. Was freilich daran lag, dass Trainer Malte Schnittger „ohne Stürmerin“ angetreten war: „Deshalb war die Niederlage auch völlig verdient.“ Nach zwei Minuten des Belauerns traf Birthe Landener mit einem ordentlichen Pfund zum 1:0 in den Winkel, erhöhte später selbst auf 2:0 (6.), Jessica Westerfeld machte kurz vor Schluss dann den Deckel drauf. Schnittger sah es aber nicht dramatisch: „So, wie wir angesichts unserer Ausgangsposition aufgetreten sind, bin ich sogar noch zufrieden.“ Das Spiel um den dritten Platz verlor Waldesrand später etwas knapper, mit 0:2.