Beim TV Wattenscheid „wird sich nicht viel ändern“

Michael Huke (rechts) mit Sprint-Altmeister Alexander Kosenkow.
Michael Huke (rechts) mit Sprint-Altmeister Alexander Kosenkow.
Foto: W. Birkenstock
Was wir bereits wissen
  • Der DOSB will die Anzahl der Olympia-Stützpunkte vor allem in NRW verringern
  • Das könnte auch die Dortmunder Zweigstelle Wattenscheid und die Leichtathleten betreffen
  • TVW-Manager Michael Huke will deshalb die Verantwortlichen an einen Tisch holen

Dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) plant, die Anzahl der Olympiastützpunkte von republikweit 19 auf 13 zu reduzieren, hat besonders in Nordrhein-Westfalen für Aufregung gesorgt. Hier fürchtet man, die drei Stützpunkte in Dortmund, Essen und Köln könnten zusammengelegt, Gelder und Arbeitsplätze gestrichen werden - und das alles unter dem Stichwort Synergie. Betroffen wäre womöglich auch der Stützpunkt in Wattenscheid als „Satellit“ der Dortmunder Einrichtung. Doch Michael Huke, Manager des TV Wattenscheid 01 und damit bestens vertraut mit der nationalen Leichtathletik-Spitze, glaubt nicht, „dass sich viel für uns ändern wird“.

Den Ärger der Verantwortlichen in den Stützpunkten kann Huke gleichwohl verstehen, denn der DOSB habe nicht mit offenen Karten gespielt. „Dass man die Träger der Stützpunkte, die völlig unterschiedlich sind, nicht von Anfang an ins Boot holt, geht nicht. Ohne die Kommunen läuft der Laden bestimmt nicht. Es gehören zwingend alle Leute an einen Tisch, auch um Ängste auszuräumen“, sagt Huke, der den Versuch des DOSB, mehr Einfluss zu gewinnen, grundsätzlich nachvollziehen kann, denn der DOSB unterliege dem Einfluss des Innenministeriums und das verteile nun einmal Steuergelder.

Hauptsitz des Olympiastützpunktes Westfalen, einer städtisch geführten GmbH, ist Dortmund, „Satelliten“ sind zum Beispiel Wattenscheid, Winterberg und Warendorf. Die Leichtathleten in Wattenscheid leisten seit Jahr und Tag gute Arbeit, die Bobfahrer aus Winterberg oder die Reiter aus Warendorf abzuziehen, glaubt Huke, wäre unsinning und könne ernsthaft niemand vorhaben.

Über Dortmund, aber auch dank starker Unterstützung anderer Kommunen („Was Bochum für den Sport macht, ist aller Ehren wert“) werden die Gelder verteilt, die dann den unabdingbaren Service für die Spitzensportler ausmachen. So werden die Wattenscheider Leichtathleten derzeit physiotherapeutisch von der RuhrSportReha und Frank Speier betreut. „Wenn da die Mittel wegbrechen“, sagt Huke, „haben wir ein Problem“. Schließlich seien in Wattenscheid etwa 30 Kaderathleten, „und wir müssen uns mit der Weltspitze messen“.

Was offenbar gelingt, schaut man sich den nationalen Vergleich an. Knapp 50 Prozent aller Olympia-Medaillen in Rio de Janeiro haben Sportler aus NRW gewonnen. Sie stellten aber nur etwas mehr als ein Viertel aller deutschen Starter in Brasilien. Heißt: Will man also die Rahmenbedingunge für Hochleistungsport in Deutschland verbessern, um mehr Medaillen bei hochkarätigen Wettkämpfen zu generieren, sollte man nicht gerade in NRW die Axt an das bestehende System legen. Vor allem aber, sagt der Manager des TV Wattenscheid 01, müsse man „dafür Sorge tragen, dass sich nichts verschlechtert“. Es geht um Arbeitsplätze, damit einhergehend aber auch um die Qualität der Betreuung.

Michael Huke glaubt durchaus, dass es demnächst einen zentralen Stützpunkt in der Landeshauptstadt Düsseldorf geben wird, er glaubt aber auch, dass die dezentralen Stützpunkte bleiben werden: „Wo die starken Vereine sind und die entsprechende Infrastruktur, da geht es weiter.“