Auch die Talente des TV Wattenscheid setzen Zeichen

Will auch bei der EM weit fliegen: Sosthene Moguenara.
Will auch bei der EM weit fliegen: Sosthene Moguenara.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Was wir bereits wissen
Zehn Medaillen und zwei weitere EM-Teilnehmerinnen, dazu etliche Finalisten und persönliche Bestleistungen: „Ich bin hochzufrieden“, resümierte Manager Michael Huke die Deutsche Meisterschaft in Karlsruhe aus Sicht des TV Wattenscheid 01.

Zehn Medaillen und zwei weitere EM-Teilnehmerinnen, dazu etliche Finalisten und persönliche Bestleistungen: „Ich bin hochzufrieden“, resümierte Manager Michael Huke die Deutsche Meisterschaft in Karlsruhe aus Sicht des TV Wattenscheid 01. Nach sechs Mal Edelmetall 2013 in Dortmund und zwölf Medaillen in Leipzig - das war Vereinsrekord - traf der TV 01 diesmal (fast) die Mitte.

Wobei im Vergleich zum Vorjahr sichere Siegertypen fehlten: Malte Mohr hätte sich im oft spektakulären, diesmal schwachen Stabhochsprung-Wettbewerb eine Medaille wohl mit links abgeholt, die in Deutschland unerreichte Esther Cremer hätte Gold gewonnen über 400m. Hinzu kam die Aberkennung der Staffel-Medaille: Bronze holte das Nachwuchs-Quartett des TV 01 über 4x200m, doch die jungen Männer mussten ihren Lohn, den sie bei der Siegerehrung verliehen bekamen, weiterreichen an München. Kevin Ugo hatte in der Kurve kurz die Bahn verlassen, ohne sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen. München protestierte - und bekam Recht. Regelkonform? Ja. Und doch etwas „unsportlich“, meinte Manager Huke. „Für mich sind unsere Jungs die moralischen Medaillengewinner.“

Ugo, Peter Adjayi, Kugelstoßerin Laura Jokeit oder Maxi Ruth (20), der mit der Vorzeigestaffel I sein erstes DM-Gold gewann, zählen zu den Talenten, die der Manager neben Siegern und Etablierten im Blick hat für die Zukunft. Perspektivisch, sagt er, denke er bereits an die Olympischen Spiele 2020. Wattenscheid sei gut aufgestellt, aber um „unsere Ziele“ zu erreichen, „müssen wir noch eine Schüppe drauflegen“. Ein, zwei, drei Medaillenkandidaten mehr auf internationaler Bühne will er allzu gerne im TV-01-Dress sehen. Und dafür hofft man beim Verein, dass die Sponsoren - Stadtwerke Bochum und andere Partner - bei der Stange bleiben. Mindestens.

Auftreten und Abschneiden bei der DM waren jedenfalls wieder beste Werbung für den Klub. Nach den Sprintern Julian Reus, in Deutschland längst eine Marke mit eigenem Logo auf dem Käppi, Christian Blum sowie Weitsprung-Champion Sosthene Moguenara schafften die Vizemeisterinnen Denise Hinrichs (Kugel) und Pamela Dutkiewicz (60m Hürden) die EM-Norm. Wobei eine genaue Diagnose bei Dutkiewicz, die gestürzt war, noch ausstand. Sie selbst war zuvor optimistisch: „Ich habe dehnbare Bänder.“ Die EM steigt vom 5. bis 8. März in Prag.

Hoffnung für die Zukunft machen etliche Talente. Wie Marius Probst, der über 800m „mit mehr Mut“, so Huke, schon jetzt eine Medaille hätte holen können. Aber auch Rang fünf war für den 19-Jährigen ein Top-Resultat.

Christina Zwirner erreichte über 800m im Finale nach einer guten Leistung Platz sechs, nachdem sie zuletzt angeschlagen war. Wie so viele Wattenscheider. Sechste wurde auch Julia Stockmann im Hochsprung. 1,80m schaffte sie im dritten Versuch, verpasste Bronze nur wegen eines Fehlversuchs zu viel.

Über 60m Hürden erreichten Eva Strogies Rang fünf und Monika Zapalska Platz sieben.