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4:2 in Waltrop: Urplötzlich ist Eppendorf wieder dick im Geschäft

20.05.2012 | 19:36 Uhr
4:2 in Waltrop: Urplötzlich ist Eppendorf wieder dick im Geschäft
Keine Szene mit Seltenheitswert: Höntroper Torjubel gegen Werne.

Für die Elf von Frank Kirchner sind es jetzt nur noch drei Punkte bis zum rettenden Ufer. Außerdem: Der SV Höntrop besiegt den WSV Bochum 06 in einem turbulenten Derby mit 5:3 - und der SC Weitmar 45 ist nach dem verheerenden 1:3 gegen den VfB Waltrop „am Boden zerstört“. Und: SW Wattenscheid 08 gewinnt in Hombruch.

SV Höntrop -
WSV Bochum 065:3 (2:1)

SVH: Lorek; Hülsebusch, Zander (46. Wolters), Sadin (68. Balsmeier), Bormann, Ayata, Baron, Sommer (46. Brodowski), Heuser, Strehlau, Röslert

WSV: Küpper; Zastepinski, Hayford, Sisman, Gündogan, Kizilboga (71. Heuer-Fernandes), Toku, Schenkel (89. B. Bittorf), Brzezinski, Manske, D. Bittorf

Tore: 0:1 Zastepinski (15.), 1:1 Baron (25.), 2:1 Hülsebusch (30.), 3:1 Baron (53.), 3:2 Brzezinski (58.), 3:3 Manske (70.), 4:3 Heuser (72.), 5:3 Hülsebusch (88.)

Aufsteiger SV Höntrop hat den Klassenerhalt sicher. Dank des 5:3 (2:1)-Derbysieges über den WSV Bochum 06 hat die Mannschaft von Thomas Baron vorzeitig Ruhe. Der WSV Bochum 06 indes steckt nun mehr denn je im Abstiegs-Schlamassel (siehe Zweittext rechts unten).

Es war das torreichste Bochumer Derby der Saison, das die beiden Mannschaften den 150 Zuschauern geboten hatten. Die ersten 20 Minuten des Spiels verschliefen die Höntroper zwar und nahmen folgerichtig das 0:1 durch Karol Zastepinski (15.) hin. „Wir haben Werne vorher zu viele Freiräume gelassen“, ärgerte sich Thomas Baron über den schlechten Auftakt. Doch die Höntroper Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Christian Baron (25.) und Tim Hülsebusch (30.) brachten ihre Farben in Führung.

Nach dem 3:1 (53.) von Baron schien alles klar - doch Werne, das teilweise gefällig per Doppelpass kombinierte, kam zurück und schaffte dank Martin Brzezinski (58.) sowie Mike Manske (70.) den Ausgleich. Höntrop ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, blieb gallig - und kam durch Tim Heuser (72.) und abermals Hülsebusch (88.) zum letztendlich verdienten Erfolg.

SC Weitmar 45 -
VfB Waltrop1:3 (0:0)

SCW: Basile; Moder, Weskamp (73. Brautlacht), Hasecke, Danis, Cirkel, Lohmann (73. Mustafi), Schiemann, Jansen, Vitt, Sterkau (67. Berg)

Tore: 0:1 (65.), 1:1 Vitt (68.), 1:2 (72.), 1:3 (92.)

„Eine ganz bittere Pleite. Jetzt wird es ganz schwer, die Klasse zu halten.“ Angesichts des schweren Restprogramms war Weitmars Trainer Jörg Berg nach dem 1:3 (0:0) beim direkten Konkurrenten VfB Waltrop ziemlich geknickt.

Wie schon in der Vorwoche gegen Höntrop waren die Kicker vom Waldschlößchen nicht in der Lage, den Viertletzten spielerisch entscheidend in Bedrängnis zu bringen. Und wenn es doch gelang, scheiterte man im Eins-gegen-Eins am gegnerischen Keeper. Jan-Paul Vitt konnte das 0:1 aus der 65. Minute zwar noch egalisieren, doch anschließend brachen alle Dämme. „Wir sind am Boden zerstört“, so Berg, dem „in der zweiten Halbzeit der Biss gefehlt“ habe. Eine bittere Erkenntnis: Denn Kampfkraft und Willensstärke hatten die 45er zuletzt stark gemacht.

Teutonia SuS Waltrop -
SW Eppendorf2:4 (0:2)

SW: Kuhn; Verres, Lapka, Fahr, Lysek, Tasbas, Ugur, Maxellon (74. Maxhuni), Lahchaychi, Ala (58. Majid), Drzymalla

Tore: 0:1 Fahr (13.), 0:2 Maxellon (39.), 0:3 Ala (55.), 1:3 (56.), 2:3 (60., FE), 2:4 Lahchaychi (90. +1)

Kaum zu glauben, aber wahr: SW Eppendorf ist nach dem 4:2 (2:0)-Sieg bei Teutonia SuS Waltrop zwar immer noch Vorletzter, hat aber nur noch drei Punkte Abstand bis zum ersten Nicht-Abstiegsplatz. Vor zwei Wochen schien der Abstieg schon so gut wie besiegelt. Für die Schwarz-Weißen war es der erste Auswärtssieg seit dem 7. November 2010. „Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Glückshormone bei uns gerade ausgeschüttet werden“, meinte Trainer Frank Kirchner im Anschluss an das Spiel schmunzelnd: „Dieser Sieg gibt riesigen Auftrieb.“

In Waltrop schien nach 55 Minuten alles klar: Dank der Tore von Marvin Fahr, Markus Maxellon und Afrim Ala führte Eppendorf 3:0 - und machte es doch noch mal unerhört spannend. In nur vier Minuten (56., 60.) ramponierte sich die Kirchner-Elf ihren komfortablen Vorsprung: „Da haben wir uns ganz doof angestellt, hatten überhaupt keine Ordnung.“

Doch diesmal wankten die Eppendorfer nur - sie fielen nicht, wie zuletzt so oft nach großen Vorsprüngen. Ibrahim Lahchaychi zurrte in der Nachspielzeit den umjubelten 4:2-Sieg fest. Kirchner hob Abwehrmann Dario Verres, der nach längerer Verletzungspause in der Innenverteidigung eine Bank war, aus der Mannschaft heraus: „Unglaublich, wie viele Zweikämpfe der Junge gewonnen hat.“

Hombrucher SV 09/72 -
SW Wattenscheid 081:3 (0:1)

SW: Läßig; Kaiser, Giertulla (82. Beyer), Kokoschka (78. Grams), El-Lahib (68. Aktas), Jost, Reiser, Kuntz, Hildebrandt, Vural, Buckmaier

Tore: 0:1 Reiser (40.), 1:1 (60.), 1:2 Giertulla (80.), 1:3 Aktas (89.)

Von all dem Trubel im Tabellenkeller kriegt der vereinsamte Spitzenreiter SW Wattenscheid gar nichts mit. Mit dem 3:1 (1:0)-Erfolg beim Hombrucher SV 09/72 manifestierte die Elf von Bayram Kollu ihre Tabellenführung.

Nach dem 1:0 (40.) durch Kevin Reiser agierten die dominanten 08er übermotiviert, wollten die Entscheidung um jeden Preis erzwingen. Das bestraften die Dortmunder Gastgeber mit dem 1:1 in der 60. Minute. Doch dank der „großen Geschlossenheit“ der 08er, so Kollu, fiel man nicht auseinander. Allen voran die Einwechslung des A-Junioren Ali Aktas brachte Schwung in die Partie. Nachdem Rene Giertulla (80.) das 2:1 erzielt hatte, war es Aktas, der kurz vor Schluss die Entscheidung besorgte.

Spannende Saison-Endphase ist garantiert

Mit dem SC Weitmar 45, dem WSV Bochum 06 und SW Eppendorf können noch drei Fußball-Landesligisten auf direktem Wege absteigen. Weitmar und Werne stehen zwar gerade so über dem Strich - doch Eppendorf hat als Vorletzter gerade einmal vier Punkte Rückstand auf den Tabellenelften Weitmar. Diese Situation wäre vor zwei Wochen noch so gut wie undenkbar gewesen - nun knubbelt sich alles im Keller.

Und: Eppendorf sowie Werne haben machbare Restprogramme, spielen in den letzten vier Partien der Saison fast nur gegen direkte Konkurrenten. Weitmar indes muss noch gegen Mengede (2.), Zweckel (3.) und Stockum ‘ran.

Felix Groß


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