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2:2 – Metaxas wähnt sich im falschen Film

29.01.2012 | 19:05 Uhr
2:2 – Metaxas wähnt sich im falschen Film
Zweiter Saisontreffer: Julian Wolff. Foto: Udo Kreikenbohm/WAZ FotoPool

U23 des VfL lässt in der ersten Halbzeit zu viele Chancen liegen und wird nach dem Seitenwechsel von Mainz dafür bestraft. Bochum-Trainer Metaxas: „Wie in einem schlechten Hollywood-Film.“

VfL Bochum U 23 -
Mainz 05 U 232:2 (2:1)

VfL Bochum: Heuer Fernandes - Caspari, Kalina, Wolff, Stevens (72. Uzun) - Mengert, Avci - Freiberger, Götze - Wassinger (72. Soukou), Hrustic (90. Kyei)

Tore: 1:0 Wolff (5.), 2:0 Freiberger (22.), 2:1 Durm (36.), 2:2 Hoilett (63.)

Mit zwei verschiedenen Gesichtern präsentierte sich die U23 des VfL beim 2:2 gegen die Mainzer Reserve. Nach einer starken Anfangsphase ließen sich die Bochumer von den aggressiv aufspielenden Gästen aus dem Konzept bringen und mussten sich am Ende sogar mit dem Remis glücklich schätzen – dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als ob es ein erneutes Schützenfest für den VfL werden könnte.

Kein Wunder, dass sich Trainer Iraklis Metaxas da nach dem Abpfiff „wie in einem schlechten Hollywood-Film“ vorkam: „Der Gegner liegt schwer verletzt am Boden, steht dann aber plötzlich wieder auf und kommt zurück.“

Metaxas hatte vor dem Spiel gefordert, die Leidenschaft aus dem 4:1-Sieg in Köln am vergangenen Spieltag mitzunehmen – und in den Anfangsminuten taten seine Spieler das mit Bravour. Die Bochumer traten mit Feuer und Herz auf, bestimmten nach dem Führungstreffer durch Julian Wolff (5.) die Partie und erspielten sich Chance um Chance. In der ersten 30 Minuten an fast allen Möglichkeiten beteiligt war Kevin Freiberger, der mit seiner Schnelligkeit immer wieder in Szene gesetzt wurde.

In der 21. Minute war es dann allerdings ein Abpraller, den Freiberger zum 2:0 verwerten konnte – Laurenz Wassinger hatte den Ball nach einem feinen Avci-Pass zuvor aufs Tor gebracht. Die Bochumer hätten noch wesentlich höher in Führung gehen müssen, kamen aber über einen Pfostenschuss Wassingers nicht mehr hinaus.

Stattdessen kamen die Gäste aus Mainz so unnötig wie überraschend noch vor der Halbzeit zurück. Erst musste VfL-Goalie Daniel Heuer-Fernandes aus nächster Distanz gegen den zu allein gelassenen Shawn Parker parieren, wenige Minuten später blieb er nach einem erneuten Stellungsfehler seiner Vorderleute im direkten Duell gegen Erik Durm machtlos (36.).

Dass der Anschlusstreffer vor der Halbzeit zum einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt fiel, zeigte sich nach dem Seitenwechsel: Die Mainzer hatten Lunte gerochen, die Bochumer sich hingegen wegen des dicken Chancenplus wohl schon auf der Siegerseite gewähnt. So waren es fortan die Gäste, die den Ton auf dem Rasen angaben. Mainz wurde deutlich aggressiver auf dem schwierigen Geläuf im Lohrheidestadion - und die Bochumer verloren mehr und mehr den Faden. Bis auf einen Drop-Kick von Ridvan Avci (59.) wurde es vor dem Mainzer Tor nicht mehr gefährlich.

Ganz anders stellte sich die Situation für Heuer-Fernandes dar, der seinen Farben mit einigen Klasseparaden das Remis rettete. Lediglich beim abgefälschten Treffer zum 2:2 konnte der beste Bochumer an diesem Tag nichts machen.

Das Mainzer Comeback kostet die VfL-Amateure den Sprung auf die einstelligen Tabellenplätze, die Bochumer bleiben auf Rang zwölf hängen. „Wir hätten es in der ersten Halbzeit klar machen müssen. Daher sind das eindeutig zwei verlorene Punkte für uns“, ärgerte sich Metaxas.

Felix Kannengießer

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