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Widerstand gegen Strukturreform geht in die nächste Runde

12.02.2012 | 10:17 Uhr
Widerstand gegen Strukturreform geht in die nächste Runde
Befürworter der Kreisstrukturreform: FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders.

Balve.Die Kreisstrukturreform des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen beschäftigt seit Monaten die Vereine. Der Widerstand gegen die Neuordnung der Verbandskreise ist zuletzt deutlich lauter geworden – trotz größter Bemühungen des FLVW.

An diesem Dienstag sollen die Vereine des Kreises Arnsberg bei ihrer Tagung in Neheim vom Sinn der größten Strukturreform des westfälischen Verbandes überzeugt werden. Wie berichtet, sollen die 33 Kreise des Verbandes sollen auf 26 zusammengefasst werden und den politischen Kreisen angepasst werden. Deshalb hat der FLVW eine „Task-Force“ eingesetzt, die das Verbandsgebiet bereist und Überzeugungsarbeit leisten soll. Ob in Münster, Warendorf, Minden oder Lemgo – dem Team aus Kaiserau schlug überall Ablehnung entgegen.

So votierten zum Beispiel bei einer gemeinsamen Versammlung der Kreise Ennepe und Bochum alle 130 Vereinsvertreter gegen die Reform.

Für Ulrich Jeromin, Bochums Kreisvorsitzender und Sprecher des Arbeitskreises Industrie/Südwestfalen, ist das nichts Überraschendes. „Es gibt bislang keinen Grund, der für eine Strukturreform spricht. Hier werden funktionierende Kreise zerstört. Wir sind doch gewählt worden, um für unseren Sport gute Entscheidungen zu treffen“, so der frühere Schiedsrichter.

Für Manfred Schnieders, Vizepräsident des Verbands, ist die Ablehnung nicht nachzuvollziehen. „Es geht um eine Verwaltungsreform. Die Vereine reden aber nur darüber, dass man weitere Fahrten habe. Wie die Ligen aussehen, entscheiden doch die Kreise. Der Verband hat einen Fehler gemacht. Er hätte bereits 1975, als die politische Neuordnung kam, seine Struktur anpassen müssen. Die einzig gerechte Lösung sind die politischen Kreise“, so der Funktionär aus Salzkotten, der am Dienstag auch in Neheim anwesend sein wird.

Dass die Nerven bei den Task-Force-Leuten blank liegen, konnte Ulrich Jeromin bestätigen. „Man musste sich anhören, dass wir nur Angst um unsere Posten hätten“, so der Bochumer, der seinen Reformwillen unterstreicht. „Ich bin für Reformen. Warum fasst man nicht kleine Kreise, die nur noch wenige Vereine haben, zusammen? Es gibt auch Kreise, die finanzielle Schwierigkeiten haben“, so der Bochumer. Möglichkeiten, die Verwaltungsstrukturen des Verbandes zu verbessern, gibt es seiner Meinung nach viele.

Besonders intensiv zuhören werden am Dienstag die Vereine aus Balve. Denn die wollen nicht in den Märkischen Kreis umgesiedelt werden. „Wir haben die Zusage der Kreisvorsitzenden, dass für unseren Verbleib gekämpft wird“, sagt Andreas Aßhoff, Geschäftsführer des TuS Langenholthausen und einer der Wortführer des Widerstandes.

Wie blank die Nerven beim Verband liegen, beweist eine Geschichte am Rande. So bekam nach bestätigten WP-Informationen Michael Ternes (Beisitzer des Arnsberger Kreisschiedsrichterausschusses) aufgrund seines Schreibens an Verbandspräsident Hermann Korfmacher einen Anruf von FLVW-Direktor Carsten Jaksch-Nink. Der hatte signalisiert, dass die Balver Vereine wohl dem neuen Hochsauerlandkreis angehören werden. Ein Telefonat, das für etwas Ruhe an der Widerstandsfront sorgen soll. Allerdings dürfte er eine Lawine lostreten. Denn es gibt viele Klubs, die ebenfalls nicht umgesiedelt werden wollen.

Burkhard Granseier

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