Daniel Deußer feiert in Balve seinen ersten DM-Titel bei den Springreitern

Siegerehrung in Balve: Daniel Deußer (Mitte) feiert seinen ersten DM-Titel. Links: Carsten Otto-Nagel (2.). Rechts: Patrick Stühlmeyer (3.). Die deutschen Meisterschaften der Springreiter endeten mit einem dramatischen Stechen.
Siegerehrung in Balve: Daniel Deußer (Mitte) feiert seinen ersten DM-Titel. Links: Carsten Otto-Nagel (2.). Rechts: Patrick Stühlmeyer (3.). Die deutschen Meisterschaften der Springreiter endeten mit einem dramatischen Stechen.
Foto: Thomas Nitsche
Was wir bereits wissen
Daniel Deußer, der in Belgien lebt, ist der neue Deutsche Meister bei den Springreitern. Bis zum Schluss musste der 31-Jährige in einem dramatischen Stechen zittern. Er und die vielen Zuschauer im Reitstadion Wocklum hielten den Atem an, als Konkurrent Carsten Otto-Nagel mit einer ebenfalls fehlerfreien Runde nur vier Zehntel Sekunden hinter der Zeit von Deußer blieb. Die Bronzemedaille ging an Nachwuchstalent Patrick Stühlmeyer.

Balve.. Springsportkennern zaubert er ein Leuchten in die Augen: Cornet D’Amour, der zehnjährige Sohn des Cornet Obolensky, gilt in Expertenkreisen als eines der talentiertesten Springpferde der Welt. Im Besitz des belgischen Ausbildungs- und Handelsstalls Stephex Stables, klettert der in Westfalen gezogene Hengst mit seinem Reiter Daniel Deußer unaufhaltsam an die Spitze.

Cornet Obolensky fliegt über die Hindernisse

Wie mühelos der Schimmel selbst über die kapitalsten Hindernisse „fliegen“ kann, hatte er bereits in der ersten Wertungsprüfung eindrucksvoll bewiesen. Auch im Finale ließ er die Beobachter staunen. In den beiden Umläufen vermied er wiederum jeden Kontakt zu den Hindernisstangen.

Und auch im Stechen ritt Daniel Deußer den Hengst effektiv und blitzschnell durch den Kurs. Die fehlerfreien 40,39 Sekunden des Paares konnten seine Mitstreiter nicht unterbieten.

Carsten Otto-Nagel hätte sich sicherlich gerne mit der Siegerschärpe geschmückt, denn auch seine Corradina hinterließ einen hervorragenden Eindruck und blieb in den insgesamt vier Umläufen fehlerfrei. Vier Zehntel Sekunden länger als Sieger Deußer hatte er für den Stechparcours benötigt (40,79).

Vizemeister Carsten Otto-Nagel war mächtig enttäuscht

So machte der 50-jährige Holsteiner auch keinen Hehl aus seinen Gefühlen. „Ich bin mächtig enttäuscht, denn ich hatte im Stechen ein super Gefühl, dass ich schnell genug bin. Das ist schon bitter.“ Dennoch ist Nagel froh, dass seine 15-jährige Schimmelstute, die im vergangenen Jahr verletzungsbedingt monatelang ausgefallen war, wieder ihre frühere Klasse erreicht hat.

Patrick Stühlmeyer ist stolz auf den dritten Rang

Der Youngster im Finale, Patrick Stühlmeyer, hat allen Grund, diese Deutsche Meisterschaft voller Stolz zu verlassen. Seit Januar dieses Jahres ist der 22-jährige Bereiter des Stalls Erdmann (Osnabrück) Mitglied der Perspektivgruppe Springen des Deutschen Olympiade-Komitees und reitet konstant von Erfolg zu Erfolg. In Balve schmückte sich der Mannschafs-Europameister der Jungen Reiter von 2011 mit seinem Toppferd Lord Lohengrin nicht nur mit seiner ersten Medaille im Seniorenfeld, sondern ritt sein zweites Pferd Lancan noch auf Platz sechs. Und auch das lange Warten auf den Start im Stechen machte Stühlmeyer nichts aus. Bei Lord Lohengrin musste erst noch ein Hufeisen erneuert werden. Kein Problem für Pferd und Reiter!

Rolf Moormann der Pechvogel mit zwei Abwürfen im Stechen

Pechvogel war Rolf Moormann. Auch er hatte mit Acorte in den beiden Wertungsprüfungen keinen Springfehler kassiert. Aber im Stechen fielen zweimal die Stangen – Platz vier. Auf den weiteren fünf und sechs Plätzen folgen Marcus Ehning mit Cornado NRW (zwei Abwürfe im zweiten Umlauf) und Lars Nieberg mit Leonie W.