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Kreisstrukturreform

Trotz Teilerfolgs: Die Skepsis bleibt

15.02.2012 | 20:24 Uhr
Trotz Teilerfolgs: Die Skepsis bleibt

Neheim.Die sieben Fußballvereine aus den Städten Balve und Neuenrade haben bei der Infoveranstaltung des Kreises Arnsberg in Neheim zur geplanten Kreisstrukturreform einen Teilerfolg erzielt. Die Zwangsumsiedlung scheint vom Tisch zu sein.

Das war die wichtigste Erkenntnis für die Vereine des Kreises Arnsberg bei der Info-Veranstaltung mit der Task-Force des Verbandes. Die mit dem stellvertretenden Verbandspräsidenten Manfred Schnieders, Verbandsdirektor Carsten Jaksch-Nink und dem Lippstädter Kreischef Josef Finkeldei hochkarätig besetzte Kommission informierte die Klubs über die geplante Strukturreform. Bekanntlich will sich der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen den politischen Kreisen angleichen. Aus 33 Kreisen sollen 26 werden. Aus den bisherigen Kreisen Arnsberg, Meschede und Brilon würde bei einer Reform der Großkreis Hochsauerland gebildet.

Doch scheinbar scheint diese geplante Reform seit Anfang Februar bereits wieder Makulatur. Nach Informationen der WAZ-Mediengruppe datiert seit dem 7. Februar ein Präsidiumsbeschluss, der eine Ausnahmeregelung für den Wechsel in einen anderen Kreis flächendeckend zulässt. Das wäre bei den Balver und Neuenrader Vereinen aufgrund der räumlichen Nähe zum neuen Hochsauerlandkreis der Fall.

„Ihr könnt euch darauf verlassen, wir werden so einen Antrag stellen“, teilte Kreisvorsitzender Bernd Henneböle mit. Über den Antrag wird am 17. März in Kaiserau abgestimmt. „Meine Stimme haben sie“, sagte Verbandsdirektor Carsten Jaksch-Nink.

Die „Lex Balve“ wird allerdings keine Ausnahme bleiben. So sollen am Montag die Vereine aus Castrop bereits die Zusage erhalten haben, im Kreis Herne bleiben zu können. „Das ist zumindest ein Teilerfolg für uns“, kommentierte Andreas Aßhoff, Geschäftsführer des Bezirksligisten TuS Langenholthausen, die überraschende Wende. Die Wende hängt scheinbar damit zusammen, dass der Verband bislang auf eine breite Ablehnung mit seiner Kreisstrukturreform gestoßen ist.

Auch in Neheim gab es sehr viele Fragen und nur wenige überzeugende Antworten der Task-Force. Nach Ende der Veranstaltung überwog bei den meisten Vereinsvertretern die Skepsis, ob eine Reform überhaupt nötig ist.

„Ich bin nicht gegen Reformen, aber ich bin gegen das Diktat des Verbandes und ich sehe immer noch keinen Sinn darin“, erklärte Andreas Aßhoff vom TuS Langenholthausen. Jürgen Schulte, Vorsitzender von TuRa Freienohl, ergänzte: „Bei einer Reform wäre der neue Kreis so groß wie das Saarland und der Dialekt ist ja schon in Voßwinkel anders als in Altastenberg.“ Helmut Weber, Vorsitzender des TuS Voßwinkel, brachte die Stimmung im Kreis Arnsberg auf den Punkt: „Die Urfrage ist nicht beantwortet worden: Warum traut der Verband den Vereinen nicht zu, eine Reform selbst zu gestalten? Hier fühlen sich die Vereine nicht ernst genommen.“

Der Fußballkreis Arnsberg will jetzt den 17. März abwarten. An diesen Tag kommt die Ständige Vertretung des FLVW in Kaiserau zusammen. Bei diesem Treffen soll unter anderen beschlossen werden, dass die Balver Vereine nicht in den neuen Kreis MK zwangsumgesiedelt werden. Danach will der Kreis Arnsberg erst entscheiden, wie man in Sachen Strukturreform abstimmen will.

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