Säuerländer Segler landen Klassensieg in der Karibik

Klassensieg in der Karibik: Die vier Segler aus dem Sauerland landeten den Clou bei der Sint-Maarten-Regatta. Achim L. Brieden, Harald Gödde, Jürgen Rademacher und Skipper Rainer Kamrath saßen im Boot.
Klassensieg in der Karibik: Die vier Segler aus dem Sauerland landeten den Clou bei der Sint-Maarten-Regatta. Achim L. Brieden, Harald Gödde, Jürgen Rademacher und Skipper Rainer Kamrath saßen im Boot.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Vier Sauerländer in der Karibik. Das ist ein paar Worte wert. Mehr als das: Es ist eine Geschichte, die so unglaublich klingt, dass sie gar nicht erfunden sein kann – und erzählt werden muss.

Arnsberg.. Vier Sauerländer in der Karibik. Charterten ein Schiff. Und gewannen bei der Sint-Maarten-Heineken-Regatta in der Klasse Bareboat 5. Unter dem Namen „Sauerländer Highlands."

Wie gesagt: So unglaublich, dass es nicht erfunden sein kann.

Dezember 2014. Achim L. Brieden, vor 20 Jahren ein guter Star-Boot-Segler in heimischen Revieren, trifft seine alten Freunde Harald Gödde (54) und Jürgen Rademacher (57). Wie es denn mit einem Segeltörn wäre, fragen diese. In der Karibik. Brieden zögert. Lässt sich schließlich überreden. Wobei es weniger ein Törn denn eine Regatta ist, eine der angesagtesten, wegen des fantastischen Reviers, auch wegen des gesellschaftlichen Rahmenprogramms.

Freizeit Zu viert sind sie schließlich – und stechen in See. Belächelt zumeist, mit Ambitionen aber durchaus. „Wie hatten einen fantastischen Skipper“, schwärmt Brieden. Rainer Kamrath vom Westfälischen Yachtclub Delecke ist ein erfahrener und erfolgreicher Fahrensmann, beherrscht das 43,5 Fuß (etwas mehr als 13 Meter) lange Boot – und seine Mannschaft.

„Wir sind nie zuvor gemeinsam gesegelt“, erzählt Brieden, „und hatten vor Regattabeginn drei Segeltage. Ein paar mehr wären vielleicht nicht schlecht gewesen...“, sinniert der Arnsberger, dessen Heimrevier die Möhnetalsperre ist. Aber sie verstehen sich blendend, was die halbe Miete ist – alles an Bord geht Hand in Hand und getreu der Anweisungen ihres Skippers.

Direkt bei der ersten Wettfahrt – einmal um Sint Maarten herum – landen sie in ihrer Klasse auf Platz zwei. „Danach meinte der Skipper, dass wir das Ding gewinnen können“, sagt Brieden. Außerdem mahnt Kamrath zur Bescheidenheit in Sachen Partygeschehen.

Das nahmen sich die Herren zu Herzen, konzentrierten sich auf die drei weiteren Wettfahrten. Nummer zwei endete erneut auf Position zwei, die dritte – nach einem Crash mit einem russischen Boot und einer Strafrunde – auf Platz neun, zum Abschluss gab es wieder einen zweiten Platz.

„Dann hatten wir gewonnen“, sagt Brieden – und kann es auch in der Rückschau kaum glauben. Denn die Regatta ist keine Spaßveranstaltung, die meisten Teams lassen – unterstützt von Sponsoren – Profi-Segler einfliegen, die die Crews unterstützen. Die Sauerländer Highlands aber sind reine Amateure – und Selbstzahler.

Vortragsreihe Brieden erinnert sich an einen Nachmittag im Hafen. Die vier Sauerländer sitzen gemütlich an Bord, da werden die Boote in der Nachbarschaft von russischen Seglern bezogen – die alsbald in einheitlicher Kluft an Bord erscheinen, mit Arm- und Knieschonern bestückt sind und zu einer Übungsfahrt aufbrechen.

Die Arnsberger dagegen gehen die Sache entspannter an. Brieden ist ehrlich: „Ein fünfter Mann wäre nicht schlecht gewesen. So hatten wir wirklich gut zu tun.“ Brieden war an der Vorschot oder am Großsegel, hatte zudem das Handicap, dass sein Gepäck erst am Abend vor der ersten Wettfahrt eintraf.

Die nächste Regatta wird geplant

Nach der Siegerehrung folgte die verdiente Zeit der Erholung – mit Genuss-Törns rund um Sint Maarten. Einen Namen haben sie sich da längst gemacht. „Wir waren bekannt“, freut sich Brieden. „,Ihr seid doch die Sauerländer...’, hieß es.“ Deren Namen man sich merken sollte. Denn die „Sauerländer Highlands“ planen ihren nächsten Coup: Die Überschrift kann die gleiche sein wie in diesem Fall. Vier Sauerländer in der Karibik – angedacht ist ein Start bei der Antigua Sailing Week. Aber erst 2016.