Neubürger mildern Folgen des demographischen Wandels

Prof. Dr. Patrick Sensburg wurde in Hüsten herzlich begrüßt, im Foto (von links) mit Helmut Melchert (Heimatkreis-Vorsitzender), Ursula Beckmann (Landrat-Vize) und Rupert Schulte (CDU-Vorsitzender Hüsten).
Prof. Dr. Patrick Sensburg wurde in Hüsten herzlich begrüßt, im Foto (von links) mit Helmut Melchert (Heimatkreis-Vorsitzender), Ursula Beckmann (Landrat-Vize) und Rupert Schulte (CDU-Vorsitzender Hüsten).
Foto: WP

Hüsten..  Zum Neujahrsempfang des Heimatkreises „Freiheit Hüsten“ in der Schützenhalle begrüßte der Vorsitzende Helmut Melchert mehr als 120 Vertreter aus den Hüstener Vereinen, Gremien und Institutionen. Sein besonderer Gruß galt dem ausrichtenden CDU-Ortsverein, der in diesem Jahr 70-jähriges Bestehen feiert, sowie dem Festredner, MdB Prof. Dr. Patrick Sensburg, der stellvertretenden Landrätin Ursula Beckmann und dem Heimatkreis-Ehrenvorsitzenden Gerd von der Heydt.

Jahresrückblick

In seinem Jahresrückblick erinnerte Helmut Melchert noch einmal an die Einweihung der Rad- und Freizeitstrecke auf der Riggenweide, an das Projekt „KIQ - Kooperation im Quartier“, das einige neue Ideen auf den Weg gebracht hat, an den Bau des neuen Kunstrasenplatzes des SV Hüsten 09, und an die Aufstellung des Hüstener Kälbchens an markanter Stelle, das die Hüstener Gäste begrüßt. Melchert dankte allen, die durch Privat- oder Vereinsaktivitäten dazu beigetragen haben, Hüsten lebens- und liebenswerter zu machen.

Der Heimatkreisvorsitzende ging besonders auf die öffentliche Diskussion der Überfremdung durch Zuwanderung ein, die ihn persönlich mit Besorgnis, absolutem Unverständnis und Ablehnung erfülle. Die unausweichlichen Konsequenzen aus dem demografischen Wandel unserer Gesellschaft könne in allen Bereichen des täglichen Lebens nur aufgefangen und abgemildert werden, wenn durch weitere Zuwanderung ein Zuwachs der Bevölkerung erreicht werde.

„In unserer Stadt leben zur Zeit Menschen aus etwa 100 Nationen der unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Herkunft. 5500 (= 7,2 Prozent) Einwohner und Einwohnerinnen haben eine ausländische Staatsbürgerschaft, rund 500 sind asylsuchende Flüchtlinge, insgesamt 15 000 (19,5 Prozent) haben ausländische Wurzeln. In Hüsten leben aktuell 10 319 Einwohner, davon sind 1153 (11,17 Prozent) Ausländer. Geht es uns deswegen schlechter, haben wir hierdurch Nachteile?“, so Melchert, der darum Hüsten durch diese Vielfalt ein Stück lebenswerter sieht.

Auch wenn Integration in weiten Teilen des Stadt gelungen sei, bestehe doch noch erheblicher Handlungsbedarf im Bereich der frühkindlichen und schulischen Bildung, in der Aus- und Weiterbildung. Handlungsbedarf sieht Melchert auch bei der interkulturellen Öffnung von Vereinen, Verbänden und Institutionen, um ungenutzte und brachliegende Potenziale der Zuwanderer zu aktivieren und zu entfalten.

Schritte zur Integration

Mit Blick auf die Diskussion im Schützenwesen im Zusammenhang mit der Erringung der Königswürde durch einen Muslim, forderte er, Barrieren abzubauen, Teilhabe für alle zu schaffen und keinen auszugrenzen. Auch im Feuerwehrwesen sieht Melchert noch Handlungsbedarf, Wehrleute mit Migrationshintergrund zu integrieren, auch wenn eine Tendenz nach oben festzustellen sei. Für bundesweite Furore und Anerkennung habe ein neues Einsatzwörterbuch in neun Sprachen gesorgt.

Hüstens CDU-Chef Rupert Schulte erteilte dann dem CDU-Kreisvorsitzenden Prof. Dr. Patrick Sensburg das Wort, der sich über die Einladung zum Neujahrsempfang bedankte und gleich um Verständnis bat, zu privaten Angelegenheiten nichts sagen zu wollen. Der heimische Bundestagsabgeordnete ging dann auf die Gründerzeit der CDU in Deutschland ein, die nach dem 2. Weltkrieg und dem Ende der Naziherrschaft an einem demokratischen Deutschland mitgewirkt habe, so auch die Ortsunion Hüsten nach ihrer Gründung im August 1945.

Den Gedenktagen im Vorjahr - Ausbruch der beiden Weltkriege vor 100 bzw. 75 Jahren und Fall der Mauer vor 25 Jahren - folge in diesem Jahr der 25. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands, an dem besonders Gorbatschow und Helmut Kohl einen entscheidenden Anteil gehabt hätten. Sensburg erinnerte auch an das erste überregional gültige Parteiprogramm der Christdemokraten, das im März 1946 im Hüstener Karolinen-Hospital das Licht der Welt erblickte, wo Konrad Adenauer zum Vorsitzenden des Zonenausschusses gewählt wurde. Die CDU müsse auch in Zukunft am geeinten Europa mitwirken und Neues wagen.