Neheimer Philipp Gödde stürmt für Alemannia Aachen

Geschafft: Der Neheimer Philipp Gödde hat mit dem FC Kray den Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft. In der neuen Saison trägt der Stürmer das Trikot von Alemannia Aachen.
Geschafft: Der Neheimer Philipp Gödde hat mit dem FC Kray den Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft. In der neuen Saison trägt der Stürmer das Trikot von Alemannia Aachen.
Foto: WAZ FotoPool
Philipp Gödde, der in Hüsten aufgewachsen ist und jetzt auf Bergheim (Neheim) beheimatet ist, stürmt in der neuen Saison für Alemannia Aachen.

Bergheim/Sauerland..  Aus dem Sauerland zunächst ins westliche Ruhrgebiet, dann in den Hohen Norden und jetzt in die Kaiserstadt. Der 20-jährige Philipp Gödde, der in Hüsten aufgewachsen ist und jetzt auf Bergheim (Neheim) beheimatet ist, stürmt in der neuen Saison für den Fußball-Regionalligisten Alemannia Aachen. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass so ein Topclub an mich herantritt“, gab der Jung-Kicker beim Besuch unserer Lokalsportredaktion zu. Mitte Juni wird der Umzug in Angriff genommen. „Ich wohne in der Nähe von Zentis am Europaplatz“, hat Philipp Gödde, der zuletzt für Regionalligisten FC Kray (Essen) gespielt hat, bereits ein neues Domizil gefunden.

Die fußballerische Laufbahn von Philipp Gödde hat beim SV Bachum/Bergheim angefangen. „Als Minikicker mit sechs Jahren. Von da aus bin ich in die D-Jugend nach Hüsten gewechselt, danach zum SC Neheim und dann mit 15 Jahren zum FC Schalke 04“, skizziert Gödde seine ersten Stationen. In Gelsenkirchen hat er die Gesamtschule „Berger Feld“ besucht und seine Reifeprüfung abgelegt. Während seiner blau-weißen Zeit hat er unter anderem mit den jetzigen Schalker Profis Max Meyer, Sead Kolasinac, und Kaan Ayhan zusammen in der B- und A-Jugend gespielt. „Der größte Erfolg für mich war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der Schalker A-Jugend in der Saison 2012/2013“, beschreibt Gödde das Erlebnis mit einem strahlenden Funkeln in den Augen.

Halbes Jahr in Wilhelmshaven

Nach seiner Schalker A-Jugend-Zeit entschied sich der ehemalige Realschüler aus Neheim für den Wechsel nach Wilhelmshaven (Regionalliga Nord), der zum damaligen Zeitpunkt von Farat Toku (jetzt in Wattenscheid) trainiert wurde. Aber das erste Seniorenjahr verlief keineswegs wunschgemäß für den ehrgeizigen Stürmer. „Ich bin letztlich nur ein halbes Jahr im Hohen Norden gewesen, weil ich zu wenig Spielpraxis bekommen und mich absolut nicht wohl gefühlt habe“, erläuterte Gödde. Um das „Malheur“ zu korrigieren, entschied er sich für den Wechsel zum Oberligisten ETB Schwarz-Weiß Essen. Es war die richtige Entscheidung, Gödde fand zu alter Stärke zurück.

„Die gesamte Rückrunde der Saison 2013/2014 habe ich für den ETB bestritten. Wir hatten einen komplett neu zusammengestellten Kader und sind am Ende Fünfter geworden. In 12 Spielen habe ich acht Tore erzielt“, blickt Gödde stolz auf seine damalige Oberliga-Bilanz. Zur Saison 2014/2015 erfolgte dann der Standortwechsel zum Stadtrivalen FC Kray (Regionalliga). Dort ist Gödde Stammspieler gewesen. „Ich habe die Saison bis zum Schluss durchziehen können“, freut sich Gödde darüber, dass er ohne Verletzungen geblieben ist. Vor zwei Wochen hat der FC ausgerechnet gegen die U23 von Schalke den Klassenerhalt perfekt gemacht. „Damit hat keiner gerechnet“, weiß Gödde um die Überraschung. Gegen seine ehemaligen Kollegen wie unter anderem Gerald Asamoah zu spielen, war für Gödde schon etwas ganz Besonders. Vielleicht hat dieser Umstand sogar zusätzliche Kräfte freigesetzt. Denn Philipp Gödde köpfte gegen die Blau-Weißen das 1:0-Siegtor. „Es herrschte riesige Erleichterung“, beschreibt Gödde den grenzenlosen Jubel am letzten Spieltag.

Der FC Schalke 04 und Philipp Gödde, das wird für wohl immer eine enge Verbindung darstellen. „Auf Schalke habe ich definitiv am meisten gelernt“, gibt der gelernte Mittelstürmer zu. Peripheres Sehen, Laufwege der Mitspieler vorausahnen, taktisches Verständnis: in der Knappen-Schmiede ist der Fußballer Gödde geformt worden. An erster Stelle nennt Gödde in diesem Zusammenhang Norbert Elgert, der jetzt wieder als Trainer der Schalker A-Jugend Deutscher Meister geworden ist. „Es ist unfassbar, über welches Fachwissen er verfügt. Einfach toll. Er gehört nicht umsonst zu den besten Nachwuchstrainern europaweit“, schwärmt Gödde über seinen Mentor. Aber auch dem Krayer Trainer Michael Lorenz hat er viel zu verdanken. „Er hat mich aufgebaut und ermutigt, wenn es einmal nicht so optimal für mich gelaufen ist“, weiß Gödde inzwischen, dass es Höhen und Tiefen im Leben eines Sportlers gibt.

Vorbereitung beginnt am 20. Juni

Im vergangenen März und April haben sich die ersten Vereine bei Philipp Gödde gemeldet. „Ich habe nichts unterschrieben, sondern mir alles angehört“, nahm er zunächst eine abwartende Haltung an. Dann kam der Anruf von Alexander Klitzpera aus der Kaiserstadt Aachen. „Die Aachener spielen in der Regionalliga West und sind Zweiter geworden. Sie wollen möglichst wieder in den Profifußball zurückkehren. Gegen RW Essen waren 32 000 Leute auf den Rängen, die Stadt lebt den Fußball“, ist Gödde schon jetzt begeistert von seinem neuen Verein. Dort hat er einen Vertrag bis zum Juni 2017 unterschrieben. Die Vorbereitung der Alemannia beginnt am 20. Juni. „Ich hoffe, dass wir in die Dritte Liga aufsteigen“, blickt Gödde erwartungsvoll nach vorne. Und dann ? „Abwarten“, sagte der Stürmer. Vielleicht geht sein persönlicher Wunschtraum, Profi-Fußballer zu werden, in der Kaiserstadt in Erfüllung. Für Philipp Gödde wäre es die Krönung.

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