Interview mit Langscheids Trainer Bernd Löseke

Zeigt beim SuS Langscheid/Enkhausen bis zum Saisonende die Richtung an: Trainer Bernd Löseke.
Zeigt beim SuS Langscheid/Enkhausen bis zum Saisonende die Richtung an: Trainer Bernd Löseke.
Foto: WP
Seit dem letzten Dienstag hat er das Sagen beim SuS Langscheid/Enkhausen. Ob Bernd Löseke das große Los gezogen hat, verrät er im Interview.

Langscheid..  Als er beim Pfiff-Sport-Champion-Masters in Meschede Ende Oktober als Glücksfee bei der Auslosung in die Lostrommel gegriffen hat, sagte Bernd Löseke noch mit einem Schmunzeln: „Ich habe nichts vor, weil ich keine Mannschaft trainiere.“ Den Termin in der Woche konnte er entspannt wahrnehmen. Das hat sich inzwischen geändert. Löseke hat bei den Westfalenliga-Fußballer des SuS Langscheid/Enkhausen als Trainer angeheuert. Seit dem vergangenen Dienstag hat er bei dem Verein wieder das Sagen, den er schon einmal trainiert hat. Seine Zusage gilt bis zum Saisonende. Ob er das große Los gezogen hat, verrät er im Interview mit der Sauerland-Sportredaktion.

Herr Löseke, Sie sind als Trainer zum SuS zurückgekehrt. Wie sind Sie aufgenommen worden?

Bernd Löseke: Es war eine erste sachliche Bestandsaufnahme zwischen alten Weggefährten. Die Reaktion der Mannschaft sehen wir dann hoffentlich auf dem Platz.

Ihr Team hat an einigen Hallenturnieren teilgenommen. Zuletzt am RWE-Super-Cup-Finale in Hüsten. Wie beurteilen Sie insgesamt die gezeigten Ergebnisse in der Halle und in der Hallenrunde im Allgemeinen?

Im Prinzip sind die Ergebnisse der Hallenrunde nicht wirklich aussagefähig hinsichtlich der Leistungsstärke der Mannschaften auf dem Feld. Als Intermezzo zwischen den Spielzeiten mit hohem Emotionsfaktor haben sie auf jeden Fall Ihre Berechtigung. Die Veranstalter sollten jedoch unbedingt darauf achten, dass eine Inflation an Turnieren beziehungsweise Turniertagen Mannschaften und Zuschauer nicht überfordert. Mit in der Spitze bis zu acht Veranstaltungstage während der Winterpause ist die Grenze der Belastungen mehr als erreicht. Geschieht dies nicht, wäre ein Qualitätsverlust auf allen Ebenen die Konsequenz.

Wie schätzen Sie die neue Futsal-Regelung ein?

Die neuen Futsal-Regeln und auch den neuen Ball finde ich im Bereich der Jugend und Senioren absolut gut. Das Spiel wird deutlich schneller, technisch anspruchsvoller und auch weniger hart. Den Alt-Herren-Kickern sollte man vielleicht aufgrund der erhöhten Anforderungen freistellen, ob sie da mitmachen wollen oder nach dem alten Reglement weiterspielen.

Astrit Morina (zum SV Hüsten 09) steht dem SuS nicht mehr zur Verfügung. Wie soll diese Position künftig besetzt werden?

Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch keine großen Gedanken gemacht. Ich bin mir aber sicher, dies aus dem aktuellen Kader bestreiten zu können, falls nötig.

Der SuS steckt als Tabellenvorletzter mitten im Abstiegskampf. Wird sich die Ausrichtung Ihrer Mannschaft gegenüber der Hinrunde verändern?

Das wird natürlich von einem neuen Trainer erwartet. Wir werden in den nächsten Wochen sehen, wie wir das erfolgreich und vor allem schnell umsetzen können.

Wie sieht Ihre Trainingsplanung bis zum 15. März aus? An diesem Tag steht für Ihr Team in der Meisterschaft das Heimspiel gegen den FC Brünninghausen, der auf Platz fünf steht, auf dem Programm.

Wir müssen sehen, was der Winter in Langscheid zulässt. Zurzeit liegen hier gefühlt vier Meter Schnee. Es macht daher überhaupt keinen Sinn, stur die vorbereiteten Einheiten auf dem Platz durch zu pauken und die Truppe ist nach 14 Tagen schneeblind. Hier müssen wir mit dem nötigen Augenmaß arbeiten und versuchen auszuweichen und Übungseinheiten gegebenenfalls später in der Saison mit einzubauen. Wenn dann aber am Ende der FC Brünnighausen zu uns in den „Sportpark Langscheid“ kommt, werden wir hoffentlich gut vorbereitet sein.

Ihre Mannschaft hat bislang aus 16 Meisterschaftsspielen elf Punkte geholt, der Rückstand zum rettenden drittletzten Platz beträgt derzeit ein „Pünktchen“. Gibt es eine Marschroute für die Meisterschaft?

Wo immer es geht, nach dem Eichhörnchen-Prinzip fleißig Punkte sammeln, nichts wegschenken und falls es einmal tatsächlich nicht reicht, schnell Mund abputzen und fertig.

Wie hoch schätzen Sie zum derzeitigen Zeitpunkt die Chancen ein, dass der SuS Langscheid/Enkhausenden Klassenerhalt schaffen wird?

Die Tabelle lügt ja bekanntlich nicht und mit einer ähnlichen Bilanz wie in der Vorrunde wird es zum Klassenerhalt definitiv nicht reichen. Wir werden wohl in fast jedem Spiel ans Limit gehen müssen, um zu punkten. In Prozentzahlen kann ich das aber nicht festmachen, da ja Fußball bekanntlich mit Mathematik nichts gemein hat.

Nennen Sie bitte die wichtigsten Voraussetzungen aus Ihrer Sicht für den ersehnten Klassenerhalt.

Der unbedingte Glaube des Teams an die eigenen Möglichkeiten, die Unterstützung der Mannschaft durch unsere Zuschauer und das vorbehaltlose Bekenntnis der Verantwortlichen zur Westfalenliga.

Welche Schlagzeilen möchten Sie am Ende der Saison über den SuS am liebsten lesen?

Auch in der Saison 2015/2016 keine Landesliga-Derbys in Langscheid.