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Hannah Neise aus Schmallenberg träumt von Olympia-Gold

16.02.2016 | 06:10 Uhr
Hannah Neise aus Schmallenberg träumt von Olympia-Gold
Auf ihren Hund muss sie erst einmal verzichten: Hannah Neise ist zurzeit bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer.Foto: Ralf Rottmann

Schmallenberg.   Die Schmallenbergerin Hannah Neise (15) möchte bei den Olympischen Jugend-Winterspielen im norwegischen Lillehammer die Goldmedaille holen.

Kerstin Neise erinnert sich noch sehr gut an diesen Tag, als sich Tochter Hannah ihr nach der Schule offenbarte. „Ich habe erstmal geschluckt“, sagt Neise, „und dann habe ich gehofft, dass sie keinen Spaß daran hat.“ Mit dem Kopf voran bäuchlings durch einen Eiskanal zu rasen – Skeleton war nicht der Sport, in welchem Kerstin Neise ihre damals 12-jährige Tochter sah. „Von mir aus hätte sie weiter reiten können“, sagt sie und erntet einen genervten Blick des mittlerweile 15-jährigen Teenagers, der neben ihr sitzt.

Reiten? „Das hat mir keinen Spaß mehr gemacht und außerdem bin ich vom Pferd gefallen“, sagt Hannah Neise und lacht. Turnen? Ging sie auch, „aber ich bin eher so der Wettkampftyp“. Ein Aussage ist das, die ihre Mutter sogar grinsend etwas zuspitzt: „Hannah ist eine Rampensau.“

Und als solche geht sie am Freitag, 19. Februar, durchaus mit Ambitionen in das erste große Rennen ihrer jungen Skeleton-Karriere. Hannah Neise, die für den BSC Winterberg startet, möchte bei den Olympischen Jugend-Winterspielen im norwegischen Lillehammer die Goldmedaille im Skeleton holen. Denn Hannah Neise aus Schmallenberg ist eines der größten deutschen Talente, welche diese Sparte des Kufensports aufweist.

Zum Skeleton kam die Schülerin der Realschule Bad Fredeburg allerdings eher zufällig. „Ich hatte keine Lust auf die letzten beiden Stunden“, erzählt sie grinsend, „und bin deshalb mit zur Sichtung nach Winterberg gefahren.“ Was Skeleton ist? „Das wussten wir alle nicht so genau.“ Mittlerweile ist sie „im Stoff“. Fünf Mal pro Woche fährt Hannah Neise zum Training an den Stützpunkt im Hochsauerland. Oft mit dem Bus, der von Schmallenberg bis Winterberg eine Stunde benötigt.

Was sie – „Eigentlich bin ich ein Angsthase“ – daran reizt, mit fast 120 km/h durch eine Eisrinne zu rasen? „Das ist schwer in Worte zu fassen“, antwortet die junge Dame. Der Sprint am Start, der Sprung auf den Schlitten, die Geschwindigkeit – Adrenalin strömt in Massen durch den Körper, wenn die Skeletonis auf der Jagd nach der nächsten Top-Zeit sind.

In den Wettkampf in Lillehammer geht Neise mit der schnellsten persönlichen Bestzeit. Außerdem mag sie die Bahn in Norwegen. Allerdings wartet ein prekäres Duell auf die Sauerländerin: „Meine größte Konkurrentin ist meine beste Freundin“, sagt sie. Ashleigh Pittaway ist ebenfalls 15 Jahre jung. Obwohl in München geboren, startet die Tochter einer Britin mittlerweile für Großbritannien.

„Sie hat alle Qualifikationsrennen gewonnen und wir necken uns immer gegenseitig“, erzählt Hannah Neise über die drei Tage ältere Pittaway. Während der gemeinsamen Lehrgänge lernten sich die Mädchen kennen und freundeten sich an. „Trotzdem möchte ich in Lillehammer Gold holen“, sagt Neise. So wie es 2012 auch Jacqueline Lölling gelang. Die 20-jährige Pilotin der RSG Hochsauerland fährt seit dieser Saison im Weltcup und startet am Freitag bei der WM in Innsbruck. „Wir treffen uns am Stützpunkt ja ab und an und Jacka bietet immer an, dass wir sie bei Problemen fragen können“, sagt Hannah Neise.

In Lillehammer ist mit Trainerin Anja Huber-Selbach eine mit Titeln dekorierte Ex-Pilotin erste Ansprechpartnerin für die Neise. Ihre Eltern feuern sie natürlich ebenfalls an. Schließlich könnte der Freitag ein weiterer Tag werden, an den sich alle in ein paar Jahren gerne zurück erinnern.

Falk Blesken

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2016-02-16 06:10
Arnsberg