Diskussion um die Bezirksligen

Sauerland..  Die Strukturreform im Handball nimmt Konturen an. Die Kreisvorsitzenden des Handball-Bezirks Süd haben ein Konzept für den Umbau der Spielklassen erarbeitet. Die Vorschläge müssen nun vom HV Westfalen im März genehmigt werden, die Änderungen greifen aber erst zur Saison 2016/17.

Die sechs Süd-Bezirksligen (jeweils dreimal Männer und Frauen) werden in ihrer derzeitigen Form zwar aufgelöst, doch zwischen Landes- und Kreisligen wird es weiterhin eine Spielklasse geben, die vom Süden (weiterhin unter dem Namen „Bezirksliga“) und Norden („Kreisoberliga“) verwaltet werden, während die vier Landesligen (jeweils zweimal männlich und weiblich) künftig unter der Obhut des Handballverbandes Westfalen organisiert werden.

Der Südkreis setzt sich künftig anders zusammen. Denn der Kreis Hellweg schließt sich als siebter Bezirk dem Norden an. Diese sieben Kreise bilden künftig sieben Kreisoberligen. Zum Süden gehören damit nur noch die Kreise Industrie, Dortmund, Hagen, Lenne-Sieg und Iserlohn/Arnsberg.

Bei den Männern und Frauen werden dann jeweils zwei Bezirksligen gebildet. Die Staffel eins setzt sich aus den Kreisen Industrie und Dortmund zusammen, die Staffel zwei aus den drei anderen Kreisen. Die Staffelstärke beträgt jeweils 14 Mannschaften.

Derzeit sind die Kreise Hagen, Iserlohn/Arnsberg und Lenne-Sieg (alle künftig Staffel zwei) mit 14 Herren-Teams in der Bezirksklasse sechs und mit zwei Vereinen in der Gruppe 5 (TV Neheim und TV Wickede) vertreten, damit wird es nach derzeitigem Status keinen vermehrten Abstieg geben. Sollten sich die Verhältnisse bis zur Reform verlagern, sind Übergangsregelungen (zum Beispiel Aufstockung) möglich.

Die Frauen-Mannschaften aus dem Sauerland gehen zurzeit geschlossen in der Bezirksliga 6 an den Start.

In die Landesligen werden aus dem Norden künftig die Meister der Kreisoberligen aufsteigen, fünf Aufsteiger in die Landesliga sind aus dem Bezirk Süd geplant, also die jeweiligen Meister und Vizemeister der beiden Staffeln sowie – nach einem Entscheidungsspiel – ein Drittplatzierter.

Damit aus den fünf Kreisligen die jeweiligen Meister aufsteigen können, müssen aus den beiden neuen Bezirksliga-Staffeln die jeweiligen Letztplatzierten und Vorletzten absteigen, der fünfte Absteiger wird zwischen den beiden Drittletzten ebenfalls durch ein Entscheidungsspiel ermittelt.

Man darf gespannt sein, wie diese Vorschläge auf der Sitzung mit den Kreisvorsitzenden des Bezirks Süd am 8. März in Dortmund ankommen. Sie müssen endgültig vom erweiterten Präsidium des Handballverbandes Westfalen genehmigt werden.

Was sagen die Handball-Bezirksligisten aus dem HSK zur geplanten Strukturreform?

Ludger Klinkemeier (Trainer der Bezirksliga-Herren des TV Neheim): „Ich kann die Reform nicht nachvollziehen, da das Niveau in der Bezirksliga sehr gut ist.“

Stefan Probst (Trainer der Bezirksliga-Frauen der SG Ruhrtal): „Meiner Meinung nach fehlt bei dieser Reform noch die endgültige Struktur und einige Regelungen im sportlichen Bereich. Wer steigt in diesen neuen Ligen beispielsweise auf? Ich fände es beim Wegfall der Bezirksligen zudem schade, dass die Partien gegen Ferndorf oder Halden-Herbeck wegfallen würde. Diese Duelle haben Charme.“

Anna-Katharina Simon und Sarah Bittern (1. Vorsitzende und Interims-Trainerin des HV Sundern): „Der von den Kreisvorständen des Bezirks Süd verfasste Beschluss, die Bezirksligen der Damen in zwei Staffeln kreisübergreifend fortzuführen, halten wir für eine sinnvolle und wichtige Entscheidung. Wenn man in dieser Saison die Bezirksliga der Damen verfolgt, dann wird man feststellen, dass dort zwölf mehr oder minder leistungshomogene Mannschaften spielen. Würde diese Liga wegfallen und es gäbe keinen Ersatz, dann wäre unserer Meinung nach das Leistungsgefälle zwischen der Kreis- zur Landesliga zu groß. Eine Zwischenebene können wir daher nur befürworten.“

Bastian Hammerschmidt (Trainer der Bezirksliga-Frauen des TV Neheim): „Ich finde, dass diese Reform völliger Murks ist. Ich wäre dafür, dass die Handball-Kreise die Bezirksligen eigenständig führen.“