Diana Peters disqualifiziert – Jens Wunderlich brilliert

Die Wut legte sich relativ schnell: Diana Peters entsorgte eine Bananeschale außerhalb der erlaubten Zone und wurde sofort von Schiedsrichtern disqualifiziert. Dennoch finishte sie beim Ironman in Frankfurt am Main.
Die Wut legte sich relativ schnell: Diana Peters entsorgte eine Bananeschale außerhalb der erlaubten Zone und wurde sofort von Schiedsrichtern disqualifiziert. Dennoch finishte sie beim Ironman in Frankfurt am Main.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
„Temperaturen wie auf Hawaii“, beschrieb Diana Peter vom SV Tritus Neheim-Hüsten die Rahmenbedingungen beim Ironman in Frankfurt am Main.

Frankfurt am Main/Sauerland..  „Temperaturen wie auf Hawaii“, beschrieb Diana Peter vom SV Tritus Neheim-Hüsten die Rahmenbedingungen am vergangenen Sonntag beim Mega-Sport-Event der Triathleten. Der „Ironman Frankfurt“ ist eine Traditionsveranstaltung. Der Zieleinlauf erfolgt vor dem Frankfurter Römer. Es ist gleichzeitig die Europameisterschaft über die Ironman-Distanz. „Dieser Wettkampf ist das zweitwichtigste Rennen weltweit hinter Hawaii“, erläuterte Peters. Neben ihr waren auch Paula Hieronymus (LAC Veltins Hochsauerland) und Jens Wunderlich (Arnsberg) im Einsatz.

Zu der enormen Distanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen mussten das HSK-Trio am zurückliegenden Sonntag auch noch die große Hitze bezwingen. Da Temperaturen von zwischen 36 bis zu 40 Grad angesagt waren, wurde vom Veranstalter 14 Tonnen Eis geordert, sieben Verpflegungsstationen auf der Marathonstrecke eingerichtet, die viermal zu durchlaufen war und es standen etwa 250 Rot-Kreuz-Helfer an der Strecke. „Der Veranstalter hat alles getan, was zu tun ist, um uns Athleten sicher durch den Wettkampf zu bringen“, stellte Peters fest.

Für die Drei fiel dann um 7 Uhr der Startschuss am Langender Waldsee und wegen der warmen Wassertemperaturen wurde ohne Neopren-Anzug geschwommen. „Durch einen Landstart mit fast 3 000 Aktiven war das Schwimmen unangenehm und sehr eng, aber dafür der kühlste Abschnitt des Rennens“, berichtete Peters.

Auf dem Rad ging es bei bei Diana Peters zunächst erst überzeugend los, allerdings musste die 39-Jährige schon sehr früh einen dicken Brocken schlucken. „Da ich an einer Verpflegungsstelle eine Banane angenommen habe und die Schale außerhalb der erlaubten Zone entsorgt habe, wurde ich sofort ohne Wenn und Aber von den Schiedsrichtern disqualifiziert. Ich wurde aufgefordert, die nächste Penaltybox anzufahren, damit meine Startnummer markiert werden konnte“, beschreibt Peters die Statuten-Tortur. Das Finishen bei einer Disqualifikation sei, so Peters weiter, zwar erlaubt, aber „man wird nicht in die Ergebnisliste aufgenommen.“ Es ist nicht gerade die größte Motivation für die Diana Peters gewesen. Immerhin hatte sie noch ein „dickes“ Restprogramm zu absolvieren.

Kein Protest eingelegt

„Aber ich habe mich nur fünf Minuten darüber geärgert und dann einen Haken dahinter gemacht. Wenn ich mich damit weiter beschäftigt hätte, wäre mir das Rennen mental nur noch schwerer gefallen und ich hätte es so vielleicht nicht beenden können“, bewies sie trotz der Verstimmung ein Kämpferherz. Einen Protest legte sie auch nicht ein. „Was soll es! Jedenfalls weiß ich, was ich an diesem Tag erreicht habe; und das ist für mich wichtig“, machte sie ihre Position deutlich.

Also ging es weiter. „Die Hitze wurde mittlerweile auch immer schlimmer und machte mir auch zu schaffen. Ich musste zweimal mit den Rad stoppen, um meinen Körper an der Verpflegungsstelle mit Wasser zu kühlen“, skizziert sie die Strapazen und weiter: „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt Bedenken, den Marathon hinzubekommen.“ Doch es klappte besser als gedacht. „Mein Körper fing sich wieder, meine Motivation war weiterhin groß und das Eis, das uns Athleten an der Laufstrecke gereicht wurde, war Gold wert“, verrät sie ihr Durchhalterezept.

Das Eis steckte sich Diana Peters unter das Trikot, unter die Schirmmütze und legte es sich in den Nacken, um den Körper zu kühlen. „Zudem hatte ich Armlinge, die den Körper zusätzlich kühlen und gleichzeitig vor der Sonne schützten sollten. Sowohl die Helfer als auch die Zuschauer waren großartig und taten alles für uns Athleten, um uns sicher zum Ziel zu führen“, wusste Peters um die ideelle Hilfe. Nach 12:36:29 Stunden erreichte Diana Peters glücklich und zufrieden das Ziel.

Zehnmonatige Vorbereitung

Jens Wunderlich, Ex-Fußballer der DJK GW Arnsberg, bewältige den Ironman in Frankfurt am Main in einer Zeit von 10:52:06 Stunden. Die einzelnen Zeiten: Schwimmen/1:18:25 Stunden, Radfahren/5:16:45 Stunden, Marathon/4:05:33 Stunden. In der Gesamtwertung belegte er damit den 393. Rang. Zehn Monate lang hatte er sich für den Start in Frankfurt/a. M. vorbereitet. „Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt, als es im Endeffekt gewesen ist“, urteilte der Arnsberger nach seiner Premiere über die Langdistanz. Als „sensationell“ bezeichnet er seine erzielte Zeit beim Radfahren (Durchschnittsgeschwindigkeit 34 km/h). Er hat sogar noch mit Blick auf den abschließenden Marathon einen Gang rausgenommen. „Ich hatte ja keine Erfahrungswerte“, erläuterte Wunderlich seine Entscheidung. Beim Laufen musste Wunderlich aufgrund von Magenbeschwerden nach 28 Kilometern eine kleine Unterbrechung einlegen. Doch die Zuschauer feuerten ihn lautstark an und munterten ihn auf diese Weise auf. „Es war ein geiler Tag“, ließ Jens Wunderlich, der keinem Verein angehört, das Spektakel noch ein Revue passieren.

Paula Hieronymus passierte nach 13:15:33 Stunden die Ziellinie vor dem Frankfurter Römer. Die jeweiligen Ergebnisse der 24-Jährigen: Schwimmen/1:33:56 Stunden, Radfahren/6:34:37, Marathon/4:54:55. Im Gesamtklassement landete sie auf Platz 1453.

„Es war mal wieder ein unglaubliches Erlebnis. Ich denke, dass wir Drei stolz sein können, unter diesen extremen Bedingungen den Ironman geschafft zu haben“, fasste Peters die Eindrücke zusammen. Wegen der Hitze mussten viele Athleten das Rennen vorzeitig beenden oder kamen vor dem offiziellen Wettkampfende um 22 Uhr nicht mehr rechtzeitig ins Ziel.

Kurze Regenerationsphase

Nach einer kleineren Regenerationsphase geht es dann für Diana Peters mit der Hilfe von Olaf Wiesenberg, dessen Trainingssteuerung sie seit einigen Jahren erfolgreich in Anspruch nimmt, in die Vorbereitung für den Ironman Kopenhagen, der am 23. August stattfinden wird. Jens Wunderlich wird am Samstag, 15. August, beim Möhnesee-Triathlon die Olympische Distanz in Angriff nehmen.