„Der Rückzug in die Landesliga wäre schöner gewesen“

Kräftevergleich im Binnerfeldstadion: Der SC Neheim (in Schwarz) gewann das Testspiel gegen den Noch-Westfalenligisten SuS Langscheid/Enkhausen mit 2:1. In dieser Szene wird Emil Mersovski (am Ball) von seinen künftigen Mitspielern förmlich eingekreist. Das beherrschende Thema am Spielfeldrand war jedoch der angekündigte Rückzug der Langscheider zum Saisonende.
Kräftevergleich im Binnerfeldstadion: Der SC Neheim (in Schwarz) gewann das Testspiel gegen den Noch-Westfalenligisten SuS Langscheid/Enkhausen mit 2:1. In dieser Szene wird Emil Mersovski (am Ball) von seinen künftigen Mitspielern förmlich eingekreist. Das beherrschende Thema am Spielfeldrand war jedoch der angekündigte Rückzug der Langscheider zum Saisonende.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Umfrage zum angekündigten Rückzug des Fußball-Westfalenligisten SuS Langscheid/Enkhausen am Ende der laufenden Saison.

Neheim/Langscheid..  Die Entscheidung ist noch taufrisch. Der SuS Langscheid/Enkhausen hat in der zurückliegenden Woche angekündigt, am Ende der laufenden Fußball-Saison das Kapitel Westfalenliga zu beenden und einen Neuanfang in der Bezirksliga zu starten.

„Na klar, diese Tatsache hängt in den Köpfen der Spieler“, gibt Bernd Löseke, bis zum Saisonende Trainer des SuS, das aktuelle Stimmungsbild innerhalb der Mannschaft wieder. Es sei nichts mehr so, so der SuS-Trainer weiter, wie es einmal war. Die Lähmung und die Ratlosigkeit seien, so die Einschätzung von Löseke, förmlich greifbar.

„Die Westfalenliga ist nicht gerade preiswert und die Sponsorenlandschaft hat sich gewaltig verändert. Zudem ist im gesamten Verein und im Umfeld der Reiz an der Liga verloren gegangen . . . Wir haben in der Westfalenliga nicht mehr Zuschauer als unsere Zweite in der Bezirksliga. Manchmal ist weniger mehr“, erläuterte Ulli Wünnenberg, 1. Vorsitzender des SuS Langscheid/Enkhausen, in der vergangenen Woche die Gründe.

Am letzten Sonntag beim Testspiel gegen den Landesligisten SC Neheim verloren die Langscheider mit 1:2. Die zweite Halbzeit gestaltete das SuS-Team ausgeglichen. Matthias Kauke und Filippo Vento hatten sogar die Chancen zum zweiten Treffer für den SuS. Doch sie scheiterten. Das beherrschende Thema im Neheimer Binnerfeldstadion war jedoch der Rückzug der Langscheider. Die Sauerland-Sportredaktion hat sich umgehört, wie die Spieler und Konkurrenten sowie Funktionäre den Rückzug einschätzen:

Michael Ternes, Vorsitzender des Fußball-Ausschusses im Fußball-Kreis Arnsberg: „Die Entwicklung hat mich nicht überrascht. In der heutigen Zeit ändert sich das Sponsorenumfeld. In der Westfalenliga werden die Etats immer höher. Auf dem Dorf ist das allemal ein Problem. Der Rückzug ist das Beste, was der SuS machen konnte, obwohl ich aus sportlicher Sicht die Entscheidung bedauere.“

„Sunny“ Sundermann, Betreuer des Fußball-Landesligisten SC Neheim: „Es ist im Vorfeld schon darüber spekuliert worden, dass der SuS sich zurückziehen wird. Es wäre schöner gewesen, wenn der SuS mit uns und Hüsten in der Landesliga gespielt hätte.“

Kerem Gönülal, Innenverteidiger des SuS Langscheid/Enkhausen: „Es ist traurig und nicht schön. Meine Zukunft ist offen. Ich habe einige Gespräche geführt.“

Mike Davids, derzeit verletzter Langscheider Spieler: „Für den SuS ist es die richtige Entscheidung gewesen. Sie ist nachvollziehbar. In sportlicher Hinsicht ist es natürlich keine schöne Sache. Als Spieler will man immer so hoch wie möglich zum Einsatz kommen. Im Sauerland hat man nicht so viele Möglichkeiten dazu. Deshalb bin ich umso trauriger, weil diese Chance jetzt entfällt. Ich persönlich lasse mir alle Optionen offen. Es ist aber nicht so, dass ich weg will.“

„Alex“ Bruchhage, Trainer der Landesliga-Fußballer des SC Neheim: „Ich bin überrascht, dass sich der SuS bis in die Bezirksliga zurückziehen will. Ich hätte gedacht, er spielt künftig in der Landesliga.“

Schorsch“ Niglis, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Brilon: „Ich kann und will mich nicht äußern, weil ich die Situation, die zum Rückzug geführt hat, nicht kenne.“

Olcay Eryegin, Teammanager des Fußball-Landesligisten RW Erlinghausen: „ Wir hatten 2009 genau dieselbe Situation wie zum Beispiel sinkende Zuschauerzahlen und zu hohe Ausgaben. Da sind wir auch von der Westfalen- in die Bezirksliga gegangen. Wir haben einen Neuanfang gemacht, der uns gut getan hat. Es ist zwar schade, dass dann kein Team mehr aus dem HSK in der zweithöchsten Liga in Westfalen vertreten ist. Das muss man aber akzeptieren. Ich hätte mir gewünscht, dass Langscheid in die Landesliga geht. Dann hätte man noch ein weiteres HSK-Duell gehabt.“