Aus für das Veltins-Hallenmasters ist alternativlos

Zu selten herrschte zuletzt einfach nur eine prickelnde Atmosphäre beim Hallenmasters Meschede.
Zu selten herrschte zuletzt einfach nur eine prickelnde Atmosphäre beim Hallenmasters Meschede.
Foto: Tobias Aufmkolk
Was wir bereits wissen
Sie beerdigen eine traditionsreiche Veranstaltung, die Fußball-Bosse des SSV Meschede. Aber eine Fortsetzung des Veltins-Hallenmasters hätte es nach all den Vorkomnissen der Vergangenheit nicht geben können. Schuld sind andere. Ein Kommentar.

Meschede.. Sie haben es also geschafft, diese Chaoten, die sich Fußball-Fans nennen. Nachdem auch die 19. Auflage des Veltins-Hallenmasters nicht ohne Ausschreitungen und Polizei-Großaufgebot über die Bühne ging, zog der SSV Meschede nun Konsequenzen und lässt das Turnier sterben.

Knickt doch nicht vor solchen Dummköpfen ein - möchte man Rafael Bremer, dem Fußball-Abteilungsleiter des SSV, in einer ersten Reaktion zurufen. Und dass es nur wenige sind, die nun über das Wohl und Wehe eines solchen Traditionsturniers entscheiden.

Allerdings ist spätestens beim zweiten Blick auf das Turnier und dessen Historie glasklar, dass diese von den Meschedern gefällte Entscheidung alternativlos ist. Selbst wenn sich dabei vor Wut die Faust in der Tasche ballt.

Aufwand und Ertrag nicht im Gleichgewicht

Es ist heutzutage leider fast unmöglich, ein Teilnehmerfeld aus Dritt-oder Regionalligisten zusammenzustellen, bei dem es auf der Tribüne absehbar friedlich bleibt. Im Dunstkreis fast aller Klubs in diesen Ligen treiben sich Gruppierungen herum, die aus welchen Gründen auch immer mit dem oder dem nicht können. Und da sie im Ligaalltag ihre Aggressionen ob der vom Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga vorgeschriebenen Sicherheitsstandards nicht ausleben können, nutzen sie die Gelegenheit bei „kleinen“ Turnieren wie dem Hallenmasters im Sauerland.

Dort geraten Aufwand und Ertrag für die Veranstalter schnell aus dem Gleichgewicht. Das Hallenmasters besaß zudem noch den Nachteil Dünnefeldhalle als Austragungsort. Für viele Dinge sind solche an Schulen angeschlossenen Dreifachturnhallen zwar ausgelegt - aber verfeindete Fangruppen von einander getrennt unterzubringen, ist dort unmöglich. Gelänge dies, träfen sich die Störenfriede spätestens im Cateringbereich. Man kann ja nicht auch noch eine Essensausgabe nach Vereinen getrennt organisieren.Turnier-Ende

Mit dem Aus des Veltins-Hallenmasters zahlen die Mescheder den Preis für eine gesellschaftliche Schieflage. Besonders bitter: Sie werden sich zwar nicht mehr beim Veltins-Hallenmasters schlagen können, diese Chaoten, die sich Fußball-Fans nennen, aber sie finden bestimmt einen neuen Ort.