Anna Hieronymus’ Traum von der Bundesliga wird wahr

Anna Hieronymus spielt in der kommenden Saison in der B-Juniorinnen-Bundesliga.
Anna Hieronymus spielt in der kommenden Saison in der B-Juniorinnen-Bundesliga.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit den Fußball-B-Juniorinnen des FC Iserlohn hat Anna Hieronymus den Aufstieg von der Regionalliga in die Bundesliga geschafft.

Neheim..  Vor zwölf Jahren hat Anna Hieronymus aus Neheim davon geträumt, einmal in der Fußball-Bundesliga zu spielen. Jetzt ist der Traum in Erfüllung gegangen. Mit den Fußball-B-Juniorinnen des FC Iserlohn ist sie von der Regionalliga in die Bundesliga aufgestiegen.

„Es war Erleichterung pur, als der Schlusspfiff ertönte und wir in Warendorf beim letzten Spiel als Westfalenmeister und Aufsteiger vom Platz gegangen sind“, erinnert sich die Schülerin des St.-Ursula-Gymnasiums. Sie weiß noch, dass sie und ihre Mannschaftkolleginnen zu Beginn der Saison Witze über den Aufstieg gemacht haben. „Es wäre das geilste, wenn wir beim letzten Spiel in Warendorf vom Platz gehen und Meister sind.“

Anna Hieronymus war vier Jahre, als sie mit dem Fußballspielen beim SV Bachum/Bergheim begann. „Mein Vater ist nicht gerade in Begeisterungstürme ausgebrochen. Er sagte nur, dass ich meine Sporttasche alleine tragen muss. Erst ab der Bundesliga hat man einen Kofferträger“, sagt Anna Hieronymus. In der neuen Saison hat sie jetzt einen „Kofferträger“.

Ihr Talent hat Michael Knobloch, der damals sie und jetzt die Frauen des SV Bachum/Bergheim trainiert, erkannt. „Ich habe auf fast allen Positionen gespielt, doch nun bin ich in der Defensive auf Rechtsaußen“, erläutert die Nachwuchsfußballerin. Weil es damals noch keine Mädchenmannschaft gab, hat sie bei den Jungen mitgespielt. Wie auch Nationalspielerin Melanie Leupolz vom FC Bayern München.

Weil Anna Hieronymus im Förderkader von Westfalen insgesamt fünf Jahre gespielt und trainiert hat, bekam sie eine Sondergenehmigung, auch mit den Jungs in der männlichen C-Jugend spielen zu können. Genau wie Leupolz. Bei den Jungs war sie sogar Spielführerin. „Es ist gewünscht, dass man weiter bei den Jungs spielt, da bekommt man eine härtere Spielstärke“, erklärt die 16-Jährige.

Vom SV Bachum/Bergheim wechselte sie zum TuS Wickede in die Westfalen- und Regionalliga. Dort spielte sie bei Freundschaftsspielen immer noch bei den Jungs mit. 2014 wechselte sie dann zum FC Iserlohn.

Anna Hieronymus ist keine Torjägerin, sondern mehr eine Vorbereiterin. Sie hat keinen robusten Körperbau und ist nur 1,67 Meter groß. Das macht aber gar nichts, denn durch Schnelligkeit und Balltechnik macht Anna Hieronymus ihre Gegenspielerinnen „auf dem Bierdeckel nass“.

Auch als Schiedsrichterin unterwegs

Wenn Ende Juli die Saisonvorbereitung beginnt, heißt es, sechs Tage in der Woche trainieren. „Die anderen Mannschaften machen das auch und am Ende eines Spiels ist die Kondition ein entscheidender Faktor“, teilt die Spielerin mit der Rücknummer sechs mit.

Mit dem Wunsch, einmal für die Damen-Nationalmannschaft von Deutschland zu spielen, ist sie sehr vorsichtig. „Ich glaube nicht, dass ich die Möglichkeit bekommen werde. Vielleicht klappt es ja einmal in der Damen-Fußball-Bundesliga“, wünscht sich Anna Hieronymus.

Sie verfolgt natürlich aktuell die Fußball-Weltmeisterschaft der Damen in Kanada, auch wenn die Spiele erst spät am Abend übertragen werden. Da beobachtet sie auch die Schiedsrichterinnen. Denn vor einigen Tagen hat sie die Schiedsrichter-Prüfung abgelegt und pfeift in ihrer knappen Freizeit im Kreis Soest.

Um alles unter einen Hut zu bekommen, müssen auch die Schulleistungen stimmen. „Momentan kein Problem. Ich habe keine Drei auf dem Zeugnis“, gibt Anna Hieronymus mit einem Lachen preis. So kann es weitergehen.