Willingen ist bereit: Es kann losgehen

Willingen/Sapporo..  Die Nachricht sprach sich schnell herum. Am Wochenende sammelte Skispringer Stephan Leyhe vom Ski-Club Willingen im japanischen Sapporo mit Platz 18 weitere wichtige Weltcup-Punkte. Mit 130,5 Metern bei gutem Aufwind hatte der 23-jährige Schwalefelder hinter Sieger Roman Koudelka aus Tschechien den zweitweitesten Satz im Finaldurchgang gezeigt.

Vater Volker, der am Sonntag an der Schanze wie die etwa 40 freiwilligen Helfer des Ski-Clubs mit anpackte, war natürlich aufgeblieben. Aber wer übertrug den Wettkampf aus der Oympiastadt in Japan, der um 2 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit begann? Volker fand heraus, dass der Weltcup aus Fernorst nur im österreichischen Fernsehen live zu sehen war. Stephans Bruder Christoph, früher ebenfalls Skispringer beim SCW, bastelte die Receiver-Technik dafür zuhause zurecht. Die Leitung stand. Und das Aufbleiben hat sich allemal gelohnt.

Die deutschen Skispringer landeten nach dem 13stündigen Rückflug aus Japan am Montagabend in Frankfurt. Am Mühlenkopf war derweil wieder die Schanze der Star. Erneut war die Pistenwalze am Steilhang im Einsatz. „Der Aufsprung wird ganz schnell fertig werden, wenn alles normal läuft“, sagte Schanzenchef Wolfgang Schlüter. In der Anlaufspur wurde weiter Millimeter um Millimeter in die Eisspur gefräst, die am Ende nach Auskunft von Anlaufchef Michael Groß etwa vier Zentimeter betragen wird. In der Tat ist das eine extrem filigrane Arbeit. Die Fahnen der Nationen wehen bereits an den Steilhangtribünen, wo etwa sieben bis acht Zentimeter Neuschnee gefallen sind.

Diese geringe Menge ist aber für die Zuschauertribünen kein Problem. „Dass wir bloß nicht wieder die Schneerutschen aufbauen müssen“, rief einer der fleißigen Free Willis. In den Vorjahren hatten die Helfer oftmals in den letzten Tagen vor dem Weltcup-Skispringen zu den Schüppen und Schneehexen greifen müssen, um die Zuschauertribünen frei zu schüppen.

DJ Antoine tritt live auf

Im Auslauf wurde auch munter geschraubt. So nahm die sechs Meter breite Bühne zwischen den Nationencontainern Gestalt an, wo am Freitag zur Eröffnungsfeier der Schweizer DJ Antoine live auftreten wird. Auch der Servicebereich mit Springerlounge wurde vorbereitet.

Da man in diesen Bereich von außen in das transparente Zelt schauen kann, war gut zu sehen, welche gemütlichen Ledersessel dort für die besten Skispringer der Welt zum Chillen aufgestellt werden. Im Festzelt, wo die Thekenelemente und die Tische und Bänke noch aufgebaut werden müssen, herrschte die Ruhe vor dem (An-) Sturm. Schon ein komisches Gefühl, wenn man sich ganz allein in diesem riesigen Areal befindet und weiß, was dort an den drei Weltcuptagen los sein wird

Ab Sonntag starten im Cafe Müller um 19 Uhr die die regelmäßigen abendlichen Weltcup-Sitzungen mit den Leitern der verschiedenen Abteilungen. Dort werden alle Helfer auf den aktuellen Stand gebracht.

Der Countdown läuft, denn es sind jetzt nur noch zwei Tage bis zum Auftakt am Freitag.