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Todessturz von Whistler schockiert Martini

16.02.2010 | 16:47 Uhr
Todessturz von Whistler schockiert Martini

Winterberg. Rennrodlerin Corinna Martini war schockiert, als sie vom Tod des Georgiers Nodar Kumaritaschwili hörte. Der 21-jährige war am Freitag nach einem Trainingsssturz auf der Olympiabahn im kanadischen Whistler gestorben. Die Sauerländerin Martini kennt die Bahn aus etlichen Fahrten.

Erst am späten Freitagabend erhielt die sauerländer Rennrodlerin Corinna Martini die schreckliche Nachricht vom Tod des georgischen Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili. „Das war schockierend und hat mich völlig sprachlos gemacht”, sagte Martini. Wenig später schaltete sie den Fernseher ein und informierte sich auch im Internet.

"Kein besonderer Gefahrenpunkt"

Die Kurve, in der das fürchterliche Unglück geschah, kennt die 24-Jährige von ihren eigenen Fahrten in Whistler. „Eigentlich ist hier kein besonderer Gefahrenpunkt. Ein Rodler mit mehr Erfahrung als der Georgier hätte den Sturz vermutlich verhindern können. Vielleicht fehlte es ihm aber auch an der nötigen Athletik, um den Fahrfehler auszugleichen.”

Gerade auf Strecken wie der Hochgeschwindigkeitsanlage in Whistler dürfe man nur Rodler hinunterschicken, die die Bahn beherrschen, sagt Martini. „Ich musste mich vor meinem ersten Start auch erst mit der Bahn vertraut machen”, erinnert sie sich. „Kollegen haben mir erklärt, wo ich aufpassen muss. Ich habe mich an die Strecke Abschnitt für Abschnitt herangestastet.”

Respekt ja, Angst nein

Corinna Martini vom BSC Winterberg. Foto: Gerd Lorenzen

Da das Kurvenlabyrinth nicht nur schwierig, sondern auch sehr schnell sei, flöße es viel Respekt ein. Aber Angst habe sie nie verspürt, berichtet die Athletin vom BSC Winterberg. Im Gegenteil: Das Gefühl ab Kurve 9 sei unbeschreiblich. „Wie auf Knopfdruck jagt das Tempo hoch.” So kam die Winterbergerin immerhin auch auf eine Höchstgeschwindigkeit von 142 km/h. „Das ist noch akzeptabel. Aber schneller sollte es nicht werden.” Die Entscheidung, den Wettbewerb fortzusetzen, sei richtig gewesen, meint die 24-Jährige. „Auch eine Verkürzung der Strecke ist angesichts des Unglücks angemessen. Ich glaube aber nicht, dass die Bahn nach Olympia umgebaut wird.”

Vorteil Deutschland

Apropos Verkürzung: Dass die Herren-Rennen vom ursprünglich geplanten Start der Damen losgegangen waren, sei,  so Martini, den deutschen Herren entgegegen gekommen. „Hier konnten Olympiasieger Felix Loch und David Möller als Zweiter ihre Startvorteile voll ausspielen. Zöggeler und Demtschenko hatten auf der kurzen Bahn keine Chance mehr, ihre fahrerische Klasse zu zeigen.” Ähnliches erwartet sie auch von den deutschen Damen, die vom Juniorenstart aus ins Rennen gehen. „Sie sind am Start allen weit überlegen.”

Montagnachmittag noch versuchte Corinna Martini, ihre Freundin Tatjana Hüfner in Vancouver telefonisch zu erreichen. „Ich möchte ihr auf dem Weg zum Olympiagold viel Glück wünschen.”

Bernd Sangermann

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