Mit Mut und Ehrgeiz in die Weltspitze katapultiert
07.10.2011 | 17:31 Uhr 2011-10-07T17:31:00+0200
Winterberg. Sie sind ein eingespieltes Team, verstehen sich prächtig und sind vor allem selbstbewusst und ehrgeizig. Damit hat das Rennrodel-Doppel Robin Geueke (19) und David Gamm (16) beste Voraussetzungen, um im internationalen Sport vorne mitzumischen.
Ein heißer Winter steht den beiden Talenten von der Renngemeinschaft BSC Winterberg/SC Fredeburg bevor. Denn nur mit einer WM-Medaille oder einem vorderen Platz im Feld der besten Nachwuchsrodler schaffen die beiden Sauerländer den Sprung in den B-Kader. Und der dient wiederum als Sprungbrett für größere Aufgaben. Sollte es nicht klappen, droht das Aus. Denn Robin fährt mit seinen 19 Jahren die letzte Saison als Junior. Und nur im B-Kader geht’s weiter. Das Duo verschwendet aber kaum einen Gedanken daran, dass es nicht klappen könnte. „Wir haben so hart trainiert, richtig geochst. Deshalb kriegen wir das auch hin“, ist der 19-jährige Abiturient, der im nächsten Jahr Sportsoldat werden möchte, zuversichtlich. Und David nickt zustimmend.
Im letzten Winter katapultierte sich das Doppel völlig überraschend in die Weltspitze. Gleich in der ersten gemeinsamen Saison qualifizierte man sich für den Junioren-Weltcup, erreichte in Altenberg Platz 4 und jeweils Rang 5 in Königssee und Igls. Damit schafften die Youngster den Sprung zur WM. Und hier setzten sie noch einen drauf und holten Bronze. „Da haben uns viele unterschätzt“, meint Robin schmunzelnd.
Doch wie hat das Erfolgsduo zusammengefunden? Jetzt ist David an der Reihe. „Als mein Doppelpartner wegen seiner Ausbildung kaum noch trainieren konnte, ist mir Robin zur Seite gestellt worden.“ Und es passte auf Abhieb. Der 19-Jährige, der zuvor im Einzel gestartet war, aber viel Verletzungspech hatte, harmoniert glänzend mit seinem Untermann. „Jeder weiß, was er machen muss.“
Robin, der seinen Sport seit 10 Jahren betreibt, wurde bei einer Schul-Rodel-AG in Fredeburg, seinem Heimatort, entdeckt. Zum Training nach Winterberg mussten ihn die Eltern fahren. Sehr zeitintensiv. Vor drei Jahren wechselte er auf das Winterberger Gymnasium und besucht das Sportinternat. „Sonst wäre das 7- bis 9-malige Training in der Woche gar nicht zu schaffen.“
Auch David besucht das Gymnasium (11. Klasse). Als vor Jahren sein Bruder am Schülerrodeln teilnahm, wollte er es auch mal ausprobieren - und blieb gleich dabei. Die Geschwindigkeit habe es ihm angetan, so der 16-Jährige. Das kann Robin nur bestätigen. „Natürlich gibt es Bahnen, da hat man gehörigen Respekt. Mut gehört dann schon dazu, aber Angst darf man nicht haben. Sonst wird das nichts.“
Und wovon träumt ein Nachwuchsrodler? Natürlich von einer Olympiateilnahme. Doch das hat noch Zeit. Jetzt heißt es erst mal, die Weltcup-Quali zu schaffen.

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