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Berthold Dessel ruft Vereine im Fußballkreis zum Kampf gegen das geplante Sonntagsspiel auf

31.03.2009 | 18:30 Uhr

Altkreis. Im Kampf der Amateure gegen das geplante Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga um 15.30 Uhr ist auch in den Fußballkreis Brilon Bewegung gekommen. Die Initiative hat Berthold Dessel (48), Vorsitzender des Bezirksligisten SV Oberschledorn, ergriffen.

„In vielen Sportkreisen tut sich etwas, aber wir sind doch auch in der Pflicht, uns nicht alles gefallen zu lassen. Ich meine, dass wir uns in dieser Sache bisher viel zu ruhig verhalten haben.” Dessel, seit 2000 an der Spitze des SVO, vermisst Solidarität und Informationsfluss. „Ich habe mich in den letzten Wochen mit vielen Vereinsvertretern über den Sonntagstermin unterhalten. Alle sind der Meinung, dass hier etwas geschehen muss. Nur mit Leserbriefen, die unseren Unmut wiedergeben, erreichen wir doch auch nichts. Wir müssen mehr informieren, in die Vereine gehen.” Vorbild ist ihm der „Verein zur Förderung des Amateurfußballs”, der jüngst in Hamm gegründet wurde (WP berichtete).  Auch die Einrichtung der Internetseite www.unsersonntag.de bringt laut Dessel Schwung in die Sache. „Jetzt gibt es endlich eine Plattform, wo wir uns gemeinsam gegen diese absurden Pläne stemmen können. Mit den Unterschriften der Vereine werden die Initiatoren der Internetseite beim DFB vorsprechen. Noch ist es vielleicht nicht zu spät, wir sollten nichts unversucht lassen.”  Der 48-Jährige fordert daher alle Fußballinteressierten auf, ihre Stimme per Internet abzugeben. „Die Aktion ist ein voller Erfolg. Innerhalb von nur wenigen Tagen haben dort schon mehr als 1000 Menschen ihrem Protest Ausdruck verliehen. Es lohnt sich also, diese Seite anzuklicken.”   Der SVO-Vorsitzende will nichts unversucht lassen. So ließ er am Wochenende in der Pause des Bezirksliga-Derbys gegen den TuS Medebach über Lautsprecher ein Band mit Informationen über den neuen Verein und das Internetforum laufen. „Die Gelegenheit war günstig, da weit über 400 Fußballinteressierte am Platz waren, darunter auch viele Vorstandsvertreter von umliegenden Vereinen. Und alle, die ich vor und nach dem Spiel gesprochen habe, haben mir signalisiert, dass sie die Bewegung unterstützen und noch mehr Aufklärung in den Vereinen leisten wollen.”  Damit nicht genug: Dessel ließ eine Info-Tafel am Sportheim mit Aufforderungen wie „Wir packen es selbst an” und „Amateure organisieren sich” aufstellen. Zudem nahm er Kontakt auf mit einem Gründer des neuen Vereins sowie mit Marlene Leipertz, der Jugend-Leiterin vom BSV Menden, die aus denselben Gründen auf die Auszeichnung des Ehrenamtspreises verzichtet hatte (WP berichtete). „Ich weiß, dass dies alles nur ein erster Schritt ist. Wenn gewünscht, werde ich eine Zusammenkunft der heimischen Vereinsvertreter organisieren. Ob mit so einer Aktion noch etwas zu erreichen ist, kann bezweifelt werden. Sicher ist aber, dass DFB und DFL jetzt fürchten, dass sich die Amateurvereine organisieren.”  Berthold Dessel stellt ausdrücklich klar, dass er mit dem Aufruf keineswegs dem Kreisvorstand in die Parade fahren will. „Dies kommt allein aus den Clubs und wir wollen niemandem Vorschriften machen.”  Kreisvorsitzender Ludwig Stappert betrachtet die Initiative als Sache der Vereine. „Die betrifft es direkt und sie haben ein Recht dazu, sich zu äußern.” Da die Verträge bereits unterschrieben seien, erwarte er keine großen Änderungen von Seiten des DFB. „Aber vielleicht bekommen die Vereine ja etwas aus dem großen Geldtopf zurück, quasi als Entschädigung.” Das Bundesliga-Sonntagsspiel soll im Übrigen neben Themen wie Spielklassenstruktur und Stiftung im Rahmen einer Lokalkonferenz mit den Fußballkreisen Arnsberg, Meschede und Brilon am 4. Mai in Olsberg behandelt werden. Zudem werden noch vor Ostern alle heimischen Vereinsvorsitzenden eingeladen, um sich über den aktuellen Stand zu informieren und die Themen für die Lokalkonferenz vorzubereiten.

Bernd Sangermann

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