Anja Schneiderheinze will bei der Bob-WM eine Medaille

Was wir bereits wissen
Bei den deutschen Bob-Meisterschaften auf der Bahn in Winterberg haben Anja Schneiderheinze und Anschieberin Lisette Thöne den Titel geholt. Jetzt hat die Erfurterin an gleicher Stelle auch bei der WM einiges vor und möchte aufs Podest.

Winterberg..  Mit einem Schmunzeln quittierte Anja Schneiderheinze die Aussage von Bundestrainer Rene Spies, sie habe sich emanzipiert. In der Tat feierte die Erfurterin mit ihrer Anschieberin Lisette Thöne nach dem Rücktritt von Sandra Kiriasis auf der Bobbahn in Winterberg einen souveränen Sieg bei der deutschen Meisterschaft im Zweierbob vor Cathleen Martini/Janine Tischer (Oberbärenburg/Meiningen), die ebenfalls schon oft besser platziert waren als ein von der Thüringerin gesteuerter Bob. Die lange Jahre für den BSC Winterberg angetretene Schneiderheinze jedoch räumte ohne Umschweife ein: „Ich möchte in der Welt vorne sein.“

Die ideale Gelegenheit dazu bietet sich bei der WM vom 23. Februar bis 8. März 2015 an gleicher Stelle: „Da wollen wir auf das Podest“, kündigte sie nach der nationalen Entscheidung forsch an. Ex-Weltmeisterin Martini hingegen muss weiter um die Teilnahme an dem Saison-Höhepunkt bangen. Immerhin wahrte sie mit Rang zwei vor Carolin Zenker/Sarah Noll (Oberbärenburg/Königssee) ihre Chance, muss nun bei einem wichtigen Anschubtest am Sonntag die von ihr noch nicht erreichte Startnorm erfüllen, um dann nachträglich ins Weltcup-Team aufgenommen zu werden und sich dort noch für den Welt-Titelkampf zu qualifizieren.

Das bisher zweite deutsche Weltcup-Duo Stefanie Szczurek/Erline Nolte (Oberhof/Winterberg) musste wegen einer Magen-Darm-Erkrankung der Pilotin passen. Noltes Vereinskolleginnen Anna Köhler/Annika Drazek landeten auf einem guten fünften Platz. Neunte wurden Kim Kalicki/Katharina Quint (Winterberg/Michelstadt) unmittelbar vor Josephine Müller/Laura Wiese (Winterberg).

Auch beim Titelgewinn von Nico Walther/Marko Hübenbecker (Riesa/Mitteldeutscher SC) im Zweierbob der Herren war das Sauerland erfreulich gut vertreten im Feld der 14 Schlitten. Bennet Buchmüller/Frederik Baumann (Winterberg/Hallenberg) wurden Achte, Pablo Nolte/Niklas Scherer (Winterberg) Elfte. „Das sind wirklich achtbare Ergebnisse“, lobte Alois Schnorbus vom BSC Winterberg die Nachwuchsathleten. Mit Spannung erwartet wird nun die Viererbob-Entscheidung am heutigen Mittwoch. Ob es zu Silvester auch sportliche Knalleffekte auf der Bahn an der Kappe gibt, wird sich in den beiden Wertungsläufen ab 9 Uhr zeigen.

Skeleton am Sonntag

Fortgesetzt wird die deutsche Meisterschaft schließlich am Sonntag mit den Entscheidungen im Skeleton. Aus heimischer Sicht werden Katharina Heinz und Jaqueline Lölling von der RSG Hochsauerland sowie Alexander Gassner vom BSC Winterberg die meisten Titelchancen eingeräumt. Aber auch hier werden einige Nachwuchsathleten aus dem Sauerland starten, die ihr Können beweisen wollen.