Literatur

Die ersten drei Wörter der Ankündigung dieser Agenturmeldung führen in die Irre.

Sie lauten: Fußball/Leute/Literatur. Erst das letzte, das abschließende, bringt die Sache auf den Punkt.

Gutendorf.

Es reicht, um einen Film im Kopf abzuspulen, der uns um die Welt führt. Weil Rudi Gutendorf in 70 Jahren auf und neben dem Fußballplatz so viele Stationen hatte wie kein anderer: 55.

Gutendorf, 88 Jahre alt, hat sein neues Buch präsentiert. „Leben! Leisten! Siegen!“ ist der wenig spielerische Titel.

„Es ist kein reines Fußballbuch“, wirbt der Grandseigneur um Leser jenseits des Anstoßpunktes. Er ist ein Mann, der viele Generationen von Spielern auf der ganzen Welt begleitet hat und ganz bestimmt sehr viel mehr zu erzählen hat als über Taktik und Tore.

Noch immer verfolgt er das Geschehen intensiv. Zwar ist sein Radius deutlich eingeschränkter. Heute reicht es ihm auf Schalke oder beim FC in Köln zu sein. Nur die WM in Brasilien, die hat er sich nicht entgehen lassen.

Wie das Spiel geht, das weiß er doch genau. Brasiliens 1:7 im Halbfinale gegen Deutschland bringt ihn immer noch auf die Palme. Luiz Felipe Scolari sei für ihn „die größte Flasche, die ich als Trainer je erlebt habe“.

Hört sich lustig an.

Nur mit Literatur wird es nicht wirklich viel zu tun haben.