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Leichtathleten machen bei DM in Dortmund Hoffnung auf mehr

24.02.2013 | 18:09 Uhr
Leichtathleten machen bei DM in Dortmund Hoffnung auf mehr
Ein Mann und sein Stab: Björn Otto wurde mit 5,85 Metern deutscher Hallenmeister.Foto: dapd

Dortmund.  Die deutschen Leichtathleten sind bereit für die Hallen-EM. Stab-Artist Björn Otto, Sprinterin Verena Sailer und Kugelstoßerin Christina Schwanitz sorgten bei den deutschen Meisterschaften für echte Highlights und gehören nun auch in Göteborg zu den Favoriten.

Die deutschen Leichtathleten haben auch ohne Stars wie Robert Harting oder David Storl Hoffnungen auf ein erfolgreiches WM-Jahr geweckt. Bei den deutschen Hallen- Meisterschaften in Dortmund ragte neben Sprinterin Verena Sailer und Kugelstoßerin Christina Schwanitz vor allem Stabhochspringer Björn Otto mit seinem knappen Sieg über Malte Mohr heraus. Sie alle zeigten Leistungen von internationalem Format und zählen nun genau wie die beiden Weitspringer Christian Reif und Sebastian Bayer zu den Titelanwärtern bei der Hallen-EM am nächsten Wochenende in Göteborg. Das deutsche Aufgebot wird an diesem Montag nominiert.

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Julian Reus vom TV Wattenscheid gewinnt bei der Deutschen Hallen-Meisterschaft in Dortmund den Meistertitel im Sprint. Er ist einer der wenigen Deutschen, die in dieser Disziplin auch international mithalten können. Bald hat der 24-Jährige Medaillenchancen bei der Hallen-EM in Göteborg.

"Es ist ein hammergeiles Gefühl, so nach Göteborg zu fliegen. Hoffentlich wird das da noch schöner", sagte Schwanitz. Die Kugelstoßerin stellte mit 19,79 Metern völlig überraschend eine Weltjahresbestleistung auf steht mit dieser Leistung und auch ihrer Aussage stellvertretend für das im Umbruch befindliche deutsche Team. Denn das Hauptziel über die Hallen-EM hinaus ist es, im August mit einer Mischung aus jungen, unverbrauchten Gesichtern und dann ausgeruhten Stars wie Diskus-Olympiasieger Harting oder Kugelstoßer Storl zu den Weltmeisterschaften nach Moskau zu fliegen.

Höhepunkt beim Stabhochsprung

Für den Höhepunkt in Dortmund sorgte der Olympia-Zweite Björn Otto, der den stark besetzten Stabhochsprung-Wettbewerb vor 4000 Zuschauern nur knapp vor seinem Rivalen Mohr gewann. Der Wettkampf verlief spannend: Otto hatte bei 5,70 und 5,80 große Probleme, übersprang die Sieghöhe von 5,85 Metern dann aber im ersten Versuch. Beim deutschen Freiluft-Meister Mohr lief es genau umgekehrt: 5,70 und 5,80 meisterte er mühelos, an den 5,90 Metern scheiterte er aber.

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"Ich habe mich durchgekämpft, das ist die Hauptsache. Heute ging es nur darum, zu gewinnen", sagte Otto, der am Ende noch dreimal die deutsche Rekordhöhe von 6,01 Metern riss. Der Olympia-Dritte Raphael Holzdeppe wurde nur Fünfter (5,70) und muss um seine EM-Nominierung bangen. Denn der zuletzt konstantere Hendrik Gruber empfahl sich als Dritter (5,75) für den letzten Platz im Team neben Otto und Mohr.

Elfter Titel für Sailer

Während sich Kugelstoß-Veteran Ralf Bartels mit dem letzten Versuch seine 14. deutsche Meisterschaft sicherte, baute Verena Sailer ihre Erfolgsbilanz auf elf Titel in der Halle und im Freien aus. Die 27-Jährige gewann das 60-Meter-Finale in 7,18 Sekunden vor Tatjana Pinto, obwohl sie ihren Start zuvor schon so gut wie abgesagt hatte. "Letzte Woche lag ich noch mit Fieber im Bett und dachte mir: Das wird alles nichts mehr. Aber jetzt bin ich natürlich sehr zufrieden", sagte sie. Sailer wollte "unbedingt vor der EM noch einen Wettkampf bestreiten" und zählt dort nun auch zu den Favoriten.

Chef-Bundestrainer Idriss Gonschiska freute sich auch über die persönliche Bestzeit von Julian Reus (6,56 Sekunden) bei den Männern. "Der positive Trend im Sprint-Bereich hat sich mit Julian Reus und Verena Sailer fortgesetzt. Sie haben für die nächste Woche noch einmal Selbstvertrauen tanken können", sagte er.

Dreimal die EM-Norm gepackt

Zu den 28 Athleten, die bereits vor diesen Meisterschaften die EM-Norm erfüllt hatten, kamen am Wochenende noch einmal drei weitere hinzu: Kugelstoß-Talent Shanice Craft, Hürdensprint-Vizemeister Gregor Traber und vor allem Weitspringer Sebastian Bayer.

Der Freiluft- und Hallen-Europameister verlor zwar das Duell mit seinem ewigen Rivalen Christian Reif (8,06), sprang aber quasi aus dem Stand die für die EM-Qualifikation nötige Weite von 7,97 Metern. "Mein Ziel war, die Norm zu springen. Das war ein Signal für mich, in Göteborg richtig anzugreifen", sagte Bayer, der nach einer Grippe mit großem Trainingsrückstand angetreten war. Der neue Meister Reif erkannte respektvoll an, "dass Sebastian es mir sehr schwer gemacht hat. Mit ihm habe ich bei der EM einen sehr starken Konkurrenten". (dpa)


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