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Online-Sprechstunde mit Dr. Schubert

Warum Dehn-Übungen für Läufer keine Pflicht sind

29.04.2009 | 14:50 Uhr
Warum Dehn-Übungen für Läufer keine Pflicht sind

Essen. Sind Dehn-Übungen nach dem Laufen Pflicht? Und kann man im Alter von 50 Jahren innerhalb von zwei Monaten zwei Marathon-Läufe absolvieren? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich Sportmediziner Dr. Joachim Schubert in seiner aktuellen Online-Sprechstunde.

Sehr geehrter Herr Dr. Schubert, habe am 5. April den Marathon in Rotterdam geschafft (03:02:20 Stunden). Ich bin 50 Jahre alt, leide unter manchen Muskel- und Sehenbeschwerden - ist es da aus medizinischer Sicht zu verantworten, den Karstadt-Marathon nach sechs Wochen zu laufen? M. Klamrowski

Sportmediziner Dr. Joachim Schubert.

Dr. Joachim Schubert: Hallo, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu der tollen Zeit. Wenn Sie jetzt Probleme mit Muskeln und Sehnen haben, dann sollten Sie sich beim Sportmediziner kurz untersuchen lassen, ob ein schwerwiegender Schaden droht. Wenn nicht, empfehle ich dringend eine Intensiv-Kur beim Sportphysiotherapeuten mit Massagen, Friktionsbehandlungen, Elektrotherapie u.a.m. Und laufen sollten Sie auch weiter, allerdings nur im regenerativen Bereich (also Grundlagenausdauer I). Viel Erfolg!

Sehr geehrter Herr Dr. Schubert, in den Wintermonaten trainiere ich in einem Fitnessstudio. Um mich für die Radrennsaison weiter optimal vorbereiten zu können, höre ich gelegentlich von einem Leistungstest, den ich insbesondere zur geplanten Leistungssteigerung machen sollte. Wo, bitte, kann ich den professionell im Raum Bochum/Dortmund durchführen lassen? Besten Dank für Ihre Tipps! Karl Heinz Spelsberg

Dr. Joachim Schubert: Hallo Herr Spelsberg, zur Beantwortung Ihrer Frage darf ich das erste Mal in dieser Online-Sprechstunde Eigenwerbung betreiben. Wir führen schwerpunktmäßig die Leistungsdiagnostik durch in Sinne einer präventiven medizinischen Leistung. Unser Diplomsportwissenschaftler ist fachlich bestens qualifiziert; ich beaufsichtige den Vorgang und diskutiere die Ergebnisse mit den Sportlern. Ein weiterer Vorteil unseres Zentrums ist unsere kardiologische Abteilung, die im Bedarfsfall (also z. B. bei einem auffälligen Befund im EKG) sofort zur Verfügung steht. Sie können das nachlesen auf meiner Internetseite unter http://www.sportmedizin-schubert.de/  

Hallo, Herr Dr. Schubert. Warum ist das Stretching nach dem Laufen so wichtig? Was kann passieren, wenn ich mich nach dem Training nicht regelmäßig dehne? Tina Neumann

Dr. Joachim Schubert: Hallo Frau Neumann, die Haltung der Sportwissenschaft zum Stretching hat sich in den vergangenen Jahren erheblich geändert. Ein gesunder Muskel, der nicht extrem überfordert wird, muss nicht einem besonderen Dehnprogramm ausgesetzt werden. Zu viel Stretching vor Belastung kann sogar zu Leistungsverlust führen, nach der sportlichen Belastung ist lockeres Auslaufen sogar wichtiger als ein Dehnprogramm. Und Stretching bietet keinen sicheren Schutz vor Schäden wie Muskelzerrungen oder Faserrissen. Bitte nicht verwechseln mit dem physiotherapeutisch geleiteten Dehnen im Rahmen einer Rehabilitation. Aber es ist jedem selbstredend freigestellt, ob er seine Muskeln gerne dehnen mag oder nicht - es ist aber nicht zwingend nötig.

Vom Heuschnupfen geplagt

Ich hätte zwei Fragen, über deren Beantwortung ich mich freuen würde: Seit vielen Jahre leide ich im Frühjahr unter Heuschnupfen. Nachdem vor drei, vier Jahren auch starke Atembeschwerden hinzugekommen sind (Etagenwechsel), habe ich mich für eine Hyposensibilsierung entschieden und diese im Sommer/Herbst 2007 begonnen. In 2008 hatte ich kaum mehr Beschwerden, dieses Jahr sind die Beschwerden wieder deutlich stärker und fast so intensiv wie früher. Ist das auch während der Hypo, die noch bis nächstes Jahr geht, normal? Ist eine co-saisonale Hypo sinnvoller als eine, die nur außerhalb der Pollenflugsaison stattfindet? Mein Hautarzt hat sich für eine co-saisonale Behandlung entschieden, bei der ich gerade während der Pollenflugzeit nur 2mml Wirkstoff im Vier-Wochen-Abstand erhalte. Andreas Appel

Dr. Joachim Schubert: Hallo Herr Appel, Sie haben ja recht - ein Sportmediziner sollte auch allergologisch bewandert sein und so will ich versuchen, Ihre wichtige Frage zu beantworten.

Zunächst ist es eine gute Entscheidung, eine Hyposensibilisierung durchführen zu lassen. Nach meinem Wissen ist die ganzjährige Form der Hyposensibilisierung auch heute noch zu bevorzugen aufgrund einer höheren Wirkungssicherheit. Während der Hyposensibilisierung sind Sie noch nicht immun gegen die Allergene, gegen die Sie geimpft werden. Treten diese wie in diesem Jahr in hoher Menge auf, können weiterhin allergische Beschwerden auftreten. Erst nach Ablauf der drei Jahre sollte die endgültige Wirkung erzielt worden sein. Allerdings ist es auch dann noch für einen Teil der hyponsensibilisierten Patienten (man spricht von über 20 Prozent) Schicksal, die allergische Symptomatik - wenn auch in meist deutlich abgeschwächter Form - erleiden zu müssen.

Mein Rat: führen Sie die Hyposensibilisierung wie von Ihrem Arzt geplant durch. Behandeln Sie allergische Erscheinungen wie Schnupfen, Augentränen oder gar Luftnot rein symptomatisch wie bisher. Sprechen Sie Ihren Arzt auf die aktuellen Zwischenfälle an.

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Tina Halberschmidt



Kommentare
28.04.2009
22:04
Warum Dehn-Übungen für Läufer keine Pflicht sind
von ssdgg | #1

wenn ich das lese, dann wird man wieder schmerzhaft daran erinnert, das sowohl die Sportmedizin als auch die Sportwissenschaft mit echter WISSENSCHAFT nichts zu tun haben.

Es gibt nur eine Regel: Wenn nach dem Sport was weh tut, macht man was falsch!

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