Wann wird es ungesund? Das müssen Sportler im Winter beachten

Wann wird es ungesund, wann gefährde ich mich? Dr. Joachim Schubert erklärt die Feinheiten für Sportler im Winter.
Wann wird es ungesund, wann gefährde ich mich? Dr. Joachim Schubert erklärt die Feinheiten für Sportler im Winter.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Kann ich im Winter Sport treiben, sollte ich Laufen oder Radfahren? Gibt es dabei eine Grenze für mich? Wann wird es ungesund, wann gefährde ich mich? Diese Fragen tauchen regelmäßig im Winter auf, vor allem, wenn der Schnee die Landschaft einhüllt. Ein Ratgeber von unserem Experten Dr. Joachim Schubert.

Essen.. Schnee verändert die Beschaffenheit des Untergrundes. Unebenheiten können nicht erkannt werden, es kann unter dem Schnee sehr glatt sein und es besteht eine hohe Rutschgefahr.

Läufer mit instabilen Sprunggelenken sind hier sehr gefährdet, aber jeder muss konzentriert laufen, auf seine Schritte achten.

Es gibt ja mittlerweile gute "Spikes", die auf jede Laufschuhsohle aufgebracht werden können.

Robuste Schuhe, winddichte Hosen

Und die Schuhe sollten robust, am besten wasserdicht sein.

Die Bekleidung sollte aus "Funktionsunterwäsche" und leichten, aber winddichten Hosen und Jacken bestehen.

Sehr wichtig ist die warme Mütze, da der Mensch über die Kopfhaut sehr viel Wärme abgibt. Wichtig sind aber auch Handschuhe und bei sehr kalten Temperaturen ein Gesichtsschutz.

Beim Laufen auf die Nasenatmung achten

Wer es kann, sollte auf die Nasenatmung achten: beim Durchgang durch die Nase wird die Luft um über 10 Grad erwärmt und befeuchtet - dies als Schutz der Lunge vor Unterkühlung und damit der Gefahr von Erkältungskrankheiten.

Extrem hohe Rutschgefahr

All das gilt natürlich auch für andere Sportler.

Onlinesprechstunde

Insbesondere Radfahrer müssen sich bei Schnee auf eine extrem hohe Rutschgefahr einstellen.

Gerade in diesen Tagen ist unsere Praxis voll mit Sportlern, die bei Schnee gestürzt sind und dicke Blutergüsse am Hintern sind noch die harmlosesten Verletzungen.

Sportverbot im Freien bei Erkältungskrankheiten

Sport im Winter setzt eine gute Gesundheit voraus. Bei allen Erkältungskankheiten gilt ein klares Verbot für Sport im Freien.

Grundlagenausdauertraining

Auch der ältere Sportler sollte wissen, ob sein Herz gesund und strapazierfähig ist (die Kombination aus Kälte und Anstrengung kann bei Gefäßerkrankungen des Herzens fatale Auswirkungen haben).

Ich empfehle im Winter und gerade bei Schnee das Grundlagenausdauertraining im Bereich "I", also sehr entspannt, niedriger Puls, ruhige Atmung, zeitlich eher ausgedehnt.

Den eigenen Pulsbereich kennen

Wer diese Pulsbereiche nicht kennt, der sollte eine Leistungsdiagnostik durchführen lassen - die beste Methode zur Trainingssteuerung (auch für weitere Saisonziele wie einen Marathon).

Das Trinken nicht vergessen

Auch wenn in der Kälte der Flüssigkeitsbedarf herabgesetzt ist (ca. ein Drittel weniger), darf man das Trinken nicht vergessen. Nach dem Sport empfiehlt sich sehr die Sauna oder eine heiße Dusche.

Mit der durchgeschwitzten Kleidung sollte man nach dem Laufen schnell aus der Kälte in Warme wechseln.

Und natürlich die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen nicht vergessen. Es gibt hervorragende Nahrungsergänzungsmittel, die gerade in der kalten Jahreszeit das körpereigene Immunsystem unterstützen.

Warum Muskeln und Sehnen bei Kälte empfindlicher sind

Gibt es eine Temperatur, bei der es ungesund ist, sich draußen sportlich zu bewegen? Eigentlich nicht, wer aber Probleme mit den Atemwegen hat (zum Beispiel Asthmatiker) oder zu Nebenhöhlenentzündungen neigt, der sollte unter minus 10 Grad Celsius passen.

Nicht unter minus 10 Grad Celsius

Wer von robuster Gesundheit ist, der kann mit den genannten Hilfsmitteln bei jeder Temperatur laufen - solange es ihm noch Spaß bereitet.

Online-Sprechstunde Meine persönliche Erfahrung mit dem Laufen im Schnee: Sind alle Voraussetzungen wie Gesundheit, Kleidung, Schuhwerk optimiert, dann macht es sehr viel Spaß, im Schnee zu Laufen. Das Radfahren ist mir zu gefährlich, da muss man schon fast "Profi" sein, um Stürze zu vermeiden.

Mein Rat ist, es im Schnee langsam angehen zu lassen, die Muskeln und Sehnen sind in der Kälte empfindlicher, die ersten Meter sollte man gehen und dann allmählich zum Lauftempo kommen.

Ihre Frage, bitte! In seiner Onlinesprechstunde beantwortet unser Experte Dr. Joachim Schubert die Fragen unserer Leser rund um das Thema Laufen. Schreiben Sie eine E-Mail an dr.schubert@derwesten.de . Die Antworten lesen Sie regelmäßig auf www.derwesten.de/laufen.