Strongmanrun: Für die besonderen Stunden
28.03.2009 | 23:05 Uhr 2009-03-28T23:05:00+0100Recklinghausen. Strongmanrun heißt das Spektakel, das am Sonntag auf dem Flugplatzgelände im niederrheinischen Weeze ausgetragen wird. Matsch und Schlamm spielen dabei eine besondere Rolle. Die Frage ist: Warum wagen sich ernsthafte Leichtathleten an ein Rennen dieser ganz anderen Art?
Sie kennen den: Stehen vier Raubeine in Lederklamotten an einer Kaimauer vor zwei harmlos aussehenden Fischern, knöpfen ihnen eine Tüte ab, probieren den Inhalt und drohen im nächsten Moment in Ohnmacht zu fallen. Genau: Sind sie zu stark, bist du . . .
Die betreffenden Lutschbonbons sind offenbar nicht Jedermanns Sache. Und das sportliche Pendant dazu hat es auch in sich. „Strongmanrun” haben es die „Fischermänner” genannt. Ein Laufspektakel über 18 Kilometer der ganz besonderen Art. Kein Berglauf, kein Waldlauf, kein Crosslauf, auch kein Hindernislauf. Eher ein Schlammlauf. Schlamm und Matsch müssen die mehr als 7000 Akteure am Sonntag auf dem Flugplatzgelände in Weeze durchwaten und dazu einige spektakuläre Hindernisse mit bezhiehungsreichen Namen wie Reifenprüfung, Spinnennetz oder Golf von Weeze überwinden.
Eigentlich nichts für ernsthafte Leichtathleten. Aber Andreas Krah wäre bei der dritten Auflage des Strongmanrun gerne dabei gewesen. Der 25-jährige Recklinghäuser hatte sich schon angemeldet, hat seine ältsten Laufgaloschen ausgegraben und sich für kleines Geld T-Shirt und Hose zugelegt. „Nichts, was man nach dem Lauf noch waschen würde, das hätte ich gleich weggeschmissen.”
Daraus wird aber nichts, weil der Polizist am Sonntag Dienst schieben muss. „Ich hätte gerne teilgenommen. Das wäre mal etwas anderes gewesen und hätte bestimmt Spaß gemacht”, sagt Krah.
Extra trainiert hat er nicht für den Lauf, weil er mit seinen Klubkollegen von der SG Suderwich ohnehin die Abwechslung liebt. „Wir laufen ja nicht nur. Ausdauer- und Krafttraining gehört auch dazu.” Da kommt es schon mal vor, dass sich die Gruppe eine Anhöhe in der Haard aussucht und diese zehnmal rauf- und runterläuft. Auch der Feuerturm ist ein beliebtes Trainingsterrain. Immer rauf und runter. Was das wert gewesen wäre für den Strongmanrun, hätte sich zeigen müssen.
Sein Sudewicher Vereinskollege Matthias Ertel und etliche andere Läufer aus der Region werden es am Sonntag erleben. „Ich komme aus dem normalen 5000- und 10 000 m-Training und dachte, das ist kein Problem. Ein bisschen zweifel ich jetzt aber schon, wenn ich mir das Wetter so anschaue”, gesteht Matthias Ertel.
Den 18-Jährigen reizt das Besondere an der Veranstaltung: „Das ist kein normaler Lauf, sondern eine Herausforderung, sich mit guten Läufern wie Joey Kelley auf so einer Strecke zu messen; die Frage, ob man sich behaupten kann.” Eine Zeit um die 1:30 Stunden hat er sich vorgenommen, hat allerdings weder an einem der beiden ersten „Strongman” in Münster 2007 und Weeze 2008 teilgenommen noch Erfahrung mit ähnlichen Rennen. Um eine Vorstellung von der Distanz zu bekommen hat er einen Halbmarathon in Bertlich gelaufen. Fürs Gefühl musste das reichen.
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Da hat Matthias Ertel wohl den Mund etwas zu voll genommen. Zielzeit: 02:04:40. Aber trotzdem Respekt, ist ne klasse Zeit - Platz 197 von 5005 Männern.