Sind Energy Drinks für müde Läufer unbedenklich? Dr. Schubert weiß Rat

Was tun, wenn man sich als Läufer vor dem Training schlapp fühlt?
Was tun, wenn man sich als Läufer vor dem Training schlapp fühlt?
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Was wir bereits wissen
Was tun, wenn man sich als Läufer vor dem Training schlapp fühlt? Sind Energy Drinks unbedenklich, selbst wenn man einen erhöhten Blutdruck hat? Und wie sollten Sportler reagieren, wenn die Füße nach einem intensiven Training schmerzen? Experte Dr. Schubert beantwortet die Fragen unserer Leser.

Essen.. Wie kann ich meine Kondition steigern?
Ich betreibe regelmäßig Sport, merke aber deutlich, dass es an meiner Kondition hapert. Das möchte ich ändern. Daher lautet meine Frage: Eignet sich der Laufsport, um die Kondition am effektivsten zu steigern? Und weiter: Wie sollte ich mit dem Training beginnen? Ein Standard-Check bei meinem Hausarzt hat keine Erkrankungen ergeben. Peter Bachmann (41)

Dr. Schubert: Sicherlich ist der Laufsport hervorragend geeignet, Sie konditionell weiterzubringen. Allerdings benötigt man „harte“ Daten, wenn man effektiv trainieren will. Der „IST-Zustand“ Ihres Systems (Herz-Kreislauf/Atmung/Stoffwechsel) muss analysiert werden, um daraus die entsprechenden Trainingsempfehlungen zu abzuleiten. Eine so genannte Spiroergometrie (=Leistungsdiagnostik) in einem geeigneten sportmedizinischen Zentrum ist die umfassende Untersuchung, die für diesen Zweck sinnvoll und nötig ist. Ich empfehle Ihnen, an einer solchen, sehr interessanten Untersuchung teilzunehmen.

Schmerzen beim Auftreten – helfen Einlagesohlen?
In meinen Sportschuhen habe ich festgestellt, dass ich beim Auftreten häufig ein Schmerzen verspüre. Es fühlt sich so an, als ob ich ungedämpft auf eine Steinplatte treten würde. Nun denke ich an Einlagesohlen nach. Ist so etwas eine Maßnahme, die sich lohnt? Sollte ich Einlagesohlen auch in meinen Alltagsschuhen tragen? Ich habe in den Geschäften viele verschiedene Sorten gesehen, mit unterschiedlichen Preisen. Welche Varianten gibt es und was muss man beachten? Silke Schüring (39)

Dr. Schubert: Ich empfehle Ihnen, vor einer Einlagenversorgung einen Facharzt für Orthopädie aufzusuchen. Die Fußschmerzen können auch andere Gründe haben und grundsätzlich sollte eine fachärztliche Diagnose erfolgen. Außerdem kann der Orthopäde Ihnen die Einlagen dann auch rezeptieren, was in der Regel von den Krankenkassen akzeptiert wird.

Schlapp vor dem Training – sind Energy Drinks unbedenklich?
Mein Arzt hat vor drei Jahren bei mir eine Erhöhung des Blutdrucks festgestellt. Dieser bewegte sich in einem gemäßigten Rahmen. Bei einer neuerlichen Untersuchung war der Wert wieder normal. Ich habe meine Betablocker absetzen können. Ich fühle mich vor dem Lauftraining aber oft ziemlich müde und schlapp. Nun habe ich es mit Engery Drinks versucht. Auch einige Tassen Kaffee sollten mich wieder wachmachen. Ist so etwas aus medizinischer Sicht unbedenklich? Gibt es bessere Alternativen? Olaf Wilms (31)

Dr. Schubert: Vor dieser Art der „Selbstmedikation“ warne ich. Energie-Drinks enthalten häufig Koffein oder andere aufputschende Substanzen. Wenn Sie ein Kandidat für erhöhte Blutdruckwerte sind, dann sollten Sie den Blutdruck in Ruhe und unter Belastung überprüfen lassen. Außerdem wäre ein Blutbild sinnvoll (zum Beispiel auf Eisenmangel testen). Wie geht es Ihnen nach dem Lauftraining? Außerdem sollte bei einem jungen Sportler Ihres Alters kein Betablocker eingesetzt werden. Da gibt es bessere, nämlich Herzfrequenz-neutrale, Blutdruck senkende Substanzen.

Onlinesprechstunde

Sind Waldböden besser als Asphalt?
Ich laufe häufig auf Straßen und Steinwegen. Allerdings schmerzen dann nach dem Training manchmal meine Knöchel. Ist so etwas normal, oder ist diese Beschwerde ein Anlass mich einmal gründlich untersuchen zu lassen? Liegt so etwas wirklich an dem Untergrund des Laufweges beim Training? Kann ich mit einem weicheren Laufuntergrund, etwa einem Waldboden oder einer Wiesenfläche, Entlastung schaffen? Ferdinand Grünner (53)

Dr. Schubert: Wenn Sie in Ihrem Leben viel gelaufen sind, dann können Sie davon ausgehen, dass gerade die Sprunggelenke unter beginnendem Verschleiß leiden. Eine Röntgenaufnahme verschafft hier Klarheit. Und entsprechend ist es für die Gelenke wesentlich angenehmer, wenn der Untergrund etwas nachgibt. Genauso wichtig ist die Beschaffenheit der Laufsohle. Hier wird in den entsprechenden Zeitschriften viel diskutiert, von gar keiner Dämpfung bis zur maximalen Dämpfung wird alles gelobt und getadelt. Für einen 53-jährigen Läufer halte ich grundsätzlich eine mäßige Dämpfung im Laufschuh für sehr sinnvoll.

Immer Probleme mit den Knien, welcher Sport ist erlaubt?

Ich habe seit etwa fünf Jahren Probleme mit meinen Knien. Nachdem die Beschwerden zunächst verschwunden waren, versuche ich nun seit eineinhalb Monaten die Schmerzen irgendwie in den Griff zu bekommen. Im rechten Knie wurde nach einem MRT ein Einriss des Meniskus festgestellt, allerdings bereitet mir dieses Knie, nach einigen Einheiten Krankengymnastik, im Moment keine Beschwerden mehr. An meinem linken Knie habe ich seit etwa eineinhalb Monaten totale Schmerzen unterhalb der Kniescheibe auf der rechten Innenseite und genau unter der Kniescheibe. In der Sportklinik habe ich dieses Problem erklärt, aber es wurde nur nebenbei erwähnt, dass es sich um ein Patellaspitzensyndrom handeln könne.

Meine Frage: Da ich Schmerzen beim Gehen habe, ist jegliche Bewegung kontraproduktiv bis alles abgeheilt ist oder fördert zum Beispiel Fahrrad fahren die Heilung? Kann es sich um etwas anderes handeln? Wie sind die Aussichten, dass ich nach der Heilung normal Sport treiben kann (Inliner fahren, Wandern, Schwimmen, Laufen und vor allem Fußball)? Frederieke Sperke (21)

Dr. Schubert: Das ist ja alles etwas vage. Wenn die Diagnose Patellaspitzensyndrom zutrifft, dann ist Krankengymnastik und Vermeidung von dynamischer Belastung richtig. Zusätzlich kann mit dem Laser oder der Stoßwelle (ESWT) gearbeitet werden. In hartnäckigen Fällen injiziere ich das ACP (autologes conditioniertes Plasma, das ist ein Konzentrat der Wachstumsfaktoren aus Ihrem Blut). Vorher sollte aber auch am linken Knie ein MRT durchgeführt werden. Bezüglich des rechten Kniegelenkes gilt: Wenn tatsächlich ein Einriss im Meniskus vorliegt, dann sind Sportarten mit schnellen Richtungswechseln (wie Fußball) nicht zu empfehlen.

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Wasser im Knie – was tun, wenn nichts mehr hilft?
Ich laufe wenig, unternehme lieber alles mit dem Rad. Ich fahre nur einen 13er Schnitt und etwa 4.000 Kilometer im Jahr. Ich hatte bisher nur chronische Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Eine Schmerztherapie mit langen Spritzen schlug bei mir nicht an. Jetzt, mit 60 Jahren, habe ich Wasser im Knie. Kniebeugen sind einseitig nicht mehr möglich. Der Schmerz vagabundiert sogar zum anderen Knie. Röntgenbilder ergaben auf der Skala bis vier eine Abnutzung bei zwei. Cremes helfen nicht. Ich bin jetzt seit drei Monaten „gegroundet“ und versuche es mit Humpeln. Gibt es Tipps? Softbiker (60)

Dr. Schubert:
Ich würde Ihnen dringend zu einer Kernspinuntersuchung (MRT) der Kniegelenke raten. Im Röntgenbild sieht man nur die knöchernen Strukturen. Die Ergussbildung in Ihren Kniegelenken lässt an einen Meniskus- oder Knorpelschaden denken. Gehen Sie zu einem Kniespezialisten. Nach dem MRT kann gegebenenfalls mit einigen Injektionen der Schaden soweit behoben werden, dass Sie wieder beschwerdefrei Radfahren können.

Ihre Frage, bitte! In seiner Onlinesprechstunde beantwortet unser Experte Dr. Joachim Schubert die Fragen unserer Leser rund um das Thema Laufen. Schreiben Sie eine E-Mail an dr.schubert@derwesten.de . Die Antworten lesen Sie regelmäßig auf www.derwesten.de/laufen.