Michael Mronz: "Wir haben das richtige Konzept"
19.05.2009 | 16:31 Uhr 2009-05-19T16:31:00+0200
Essen. Michael Mronz, Veranstalter des 6. Karstadt Marathons, denkt trotz neuerlicher Kritik nicht daran, aufzugeben. "Kritik gibt es immer", so der Organisator im Interview. Schließlich zeige der aufgestellte Streckenrekord, dass vieles richtig gewesen sei.
Neues Team, nicht nur neues Glück: Über die Kritik am Karstadt Marathon sprach WAZ-Reporterin Annika Fischer mit Veranstalter Michael Mronz, der das Revier-Rennen erstmals organisierte.
Sie haben den Erfolg des Karstadt Marathons immer eine „Herzensangelegenheit” genannt. Tut es Ihnen da nicht im Herzen weh, dass es erneut Kritik gibt?
Michael Mronz: Kritik gibt es immer nach derartigen Großveranstaltungen. Auch nach dem besten Fußballspiel wird der Trainer immer noch etwas finden, was ein Spieler besser machen kann. Aber wenn wir heute Morgen schon die ersten Anmeldungen hatten für den Karstadt Marathon 2010, kann nicht alles falsch gewesen sein. Zudem ist es wohl ein normaler menschlicher Mechanismus, dass Kritik artikuliert wird, Zustimmung aber weniger. Man muss aber auch die positiven Dinge sehen! Wir haben einen Streckenrekord, das zeigt doch, dass zum Beispiel die Optimierung der Strecke hervorragend funktioniert hat.
Welche Kritik tut Ihnen besonders weh?
Mronz: Das ist so kurz danach schwer zu sagen. Ein Hauptpunkt ist sicherlich die Startverzögerung. Das werden wir in den nächsten Tagen mit der Stadt Bochum besprechen. Es gibt da Klärungsbedarf.
Sie haben bereits 18 Marathons organisiert, Sie sind also Profi. Die Probleme liegen doch nicht etwa im Ruhrgebiet?
Mronz: Natürlich ist es eine besondere Herausforderung, für den Twin-Marathon acht Städte zu koordinieren. Wir finden, wir haben das richtige Konzept dafür. Und wir konnten andere davon überzeugen, das mediale Interesse steigern. Der WDR hat eine Stunde lang übertragen, andere Sender waren ebenfalls dabei. Das zeigt: Wir können hier eine tolle Region präsentieren!
Apropos Twin: Wäre es ein Lösungsansatz, den Marathon wieder auf eine Strecke zu reduzieren, damit sich das Teilnehmerfeld weniger verläuft?
Mronz: Es ist jetzt noch zu früh, da Ergebnisse vorzustellen. Das muss man mit dem nötigen Abstand analysieren. Wir halten das Grundkonzept des Twin-Marathons aber für eine originelle Form, eine gute Idee.
Trotz Ihrer Ankündigungen, vieles zu verbessern, war die Teilnehmerzahl auch diesmal rückläufig. Ist der Marathon-Boom nicht ohnehin vorbei?
Mronz: Das ist eine allgemeine Entwicklung, die auch andere Veranstalter spüren. Ich bin aber überzeugt, dass wir im Ruhrgebiet im nächsten Jahr einen Gegentrend erleben werden.
Wieso das?
Mronz: Wir sind davon überzeugt, dass unser Konzept richtig ist. Es ist nicht die erste Sportveranstaltung, die wir organisieren, und die guten Ergebnisse sprechen doch eine deutliche Sprache. Entscheidend ist Kontinuität. Zudem werden wir die Kritik ernst nehmen. Es gehört zu unserem Job, uns nicht an dem, was gut läuft, zu berauschen, sondern Schwachstellen zu benennen und zu beseitigen.
Der Ruhr-Marathon ist also nicht tot, wie viele schon befürchten?
Mronz: Das ist so nicht fair. Wenn man die Kommentare der Läufer im Internet genau liest, liegt die Zahl derer, die das fragen, vielleicht im Promille-Bereich, bezogen auf die Gesamtzahl der Starter. Alles andere betrifft Dinge, die wir natürlich genau analysieren werden. Das ist doch eine Sache der Verhältnismäßigkeit. Ich jedenfalls habe mir die Frage keine Sekunde lang gestellt.
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16:39
Ich hab es zwar auch schon woanders gepostet, aber hier passt es ja eigentlich noch besser rein:
Der Pott hat diese überflüssige, rein auf Kommerz ausgelegte, Veranstaltung noch nie gebraucht.
Im Pott gibt es genügend richtig professionelle Veranstaltungen; siehe Duisburg und Essen-Baldeneysee.
Eine erneute Frechheit seitens der Veranstalter, den Möchtegern-Marathon in die Nähe des Termins des altehrwürdigen Baldeneysee Marathons zu verlegen.
Vertrag bis 2010... das ich nicht lache...
Sollen die Gläubiger von Arcandor vielleicht die Kenianer bezahlen?
Das ist doch eine Farce.
Die ganze Veranstaltung war von je her eine Posse, nichts anderes.
Den Clou haben sie dieses Jahr mit Herrn Calmund und dessen persönlichen Clown Joey Kelly gebracht.
Die Story sollte für jeden Marathonläufer ein Schlag ins Gesicht gewesen sein...
22:19
Herr Mronz, organisieren Sie Kaffeekränzchen, da können Sie nichts falsch machen!!!
18:33
Es ist wohl ein normaler menschlicher Mechanismus, dass Kritik artikuliert wird, Zustimmung aber weniger. Aber jaaaa doch, Herr Mronz das sieht man hier:
http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/laufen/marathon/2009/6/7/news-121976437/detail.html
im Kommentarbereich auch mal wieder. *grins*
15:14
Der Alptraum!
Eigentlich hate ich mich gefreut und war gespannt was das neue ORGA-Team auf die Beine gestellt hat. Draus geworden ist ein Apltraum! Ich bin Handbiker und mußte auf Kilometer 18 aufgeben. Ich war einfach zu naß und unterkühlt und konnte meine Kurbel kaum noch halten. Völlig ratlos brachte mich das am Straßenrand stehende Malteser-Auto zu einem Rotkreuz Zelt. Obwohl ich so naß war, als wäre ich in einen See gesprungen und auf einem Sitzkissen saß, daß eher einer Pfütze als einem Kissen glich, gab es wohl keine Option mich nach essen zu bringen. Eine Toilette war 1km entfernt. Unerreichbar für einen Rollifahrer ohne Rollstuhl. Das war so um 12:00Uhr. Nach zwei Stunden frierend in meiner eigenen Nässe sitzend, nahm mich der Besenwagen mit. Dieser tuckerte so langsam hinter dem letzen Läufer her, daß wir erst um 16:30 in Essen ankamen. Erst dort konnte ich vernünftig zur Toliette gehen und mir warme trockene Kleidung anziehen. Am Tag danach lag ich Krank mit Fieber im Bett. Danke dafür!
Ich habe noch nie einen Marathon erlebt, bei dem es keinen Pannendienst gibt. Mit mir im Besenwagen waren, zum Teil verletze Läufer, die erst versogt werden konnten, wenn sie trockene Kleidung bzw. Schuhe anziehen konnten. Auch sie mußten 6 Stunden warten, bis sie ihren Kleiderbeutel bekamen, von Verwandten nach Hause gebracht werden konnten, oder ihre mit offen Blasen schmerzenden Füße in trockene Schuhe stecken konnten. Wir alle, die wir ohne Versorgung im Besenwagen stundenlang festsaßen, waren uns einig, daß dies unser letzter Twin Marathon sein wird, wenn sich da nichts ändert.
#15 von KarinM, am 20.05.2009 um 09:15
21:08
Zum Glück habe ich mich aufgrund dieses positiven Laufberichts: http://www.marathon4you.de/laufberichte/ing-europe-marathon-luxembourg/wenn-es-nacht-wird-in-luxemburg/685 schon vor Monaten beim Marathon in Luxemburg angemeldet. Das ist dann so ne Art Wiedergutmachung für die Enttäuschung am vergangenen Sonntag. Die Anreise ist zwar etwas weiter, der Spaß- und Zufriedenheitsfaktor aber einiges höher! Luxembourg - 12 points.
18:44
....dieser Kommerzlauf ist fürchterlich - zum Glück gibt es ja auch Läufe von Läufern für Läufer!
Dass dieser peinliche Callmund 50000Euronen (bezahlt vom teuren Läufer-Startgeld!) bekommt und jetzt vermutlich durch diverse Talksendungen geistert und sich als Marathonläuferfeiern lässt ist das i- Tüpfelchen! Der Ruhrmarathon hatte eine Chance ein Klassiker zu werden - aber diese Chance hat er in den letzten Jahren konsequent nicht genutzt...
14:07
MM hat offensichtlich die Planung des Halbmarathons vom Schreibtisch aus gemacht; er hätte sich lieber mal die Strecke vor Ort anschauen und sich dann sagen müssen, dass diese völlig ungeeignet ist. Trist und langweilig ging es kilometerlang durch Grüngürtel. Das war nichts als stumpfsinniges Ablatschen von Kilometern. Und MM kennt die begeisterungsfähigen Menschen in Dortmund-Bochum und Herne nicht. Letztes Jahr standen wirklich 100-tausende am Straßenrand und jubelten uns zu. Zum Glück hatte ich meinen MP3-Player mit, sonst wäre es echt zu öde gewesen. Nächstes Jahr wieder? Ich glaube kaum...
13:41
@ kassanro:
respekt! dann bist ein überzeugter marathoni.
vielleicht ist auch nur für die die dusche zu weit weg gewesen die das wintertrainig verschlafen haben.
ich dusche eh nie (dort), sonder laufe nachhause.
08:09
WENIGSTENS IST DIESES JAHR MAL KEINER GESTORBEN!
Ich finde das ist doch auch was wert. Ok, das hat nichts mit dem Veranstalter zu tun. Aber dennoch!
22:57
@ triathlet: Ist jemand, der eine andere Meinung vertritt ein Lobyist? Ich bin echt, und meine Meinung ist echt.