Zehn Gründe, warum Sie jetzt mit dem Laufen anfangen sollten

Der Winter ist eine schöne Zeit, um mit dem Laufen zu beginnen.
Der Winter ist eine schöne Zeit, um mit dem Laufen zu beginnen.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Es ist kalt, früh dunkel und überhaupt ungemütlich. Doch gerade jetzt ist der beste Zeitpunkt, um mit dem Laufen anzufangen. Wir verraten, warum.

Essen.. Laufen? Bei der Kälte? Bei Dunkelheit? Ohne die richtigen Schuhe? Zugegeben, es fällt schwer, sich ausgerechnet in der kalten Jahreszeit zum Laufen zu motivieren. Aber Hand aufs Herz: Lautete einer der guten Vorsätze fürs neue Jahr nicht, wieder mehr Sport zu treiben? Also, geben Sie sich einen Ruck, und fangen Sie an zu rennen!

Mit Sicherheit fallen Ihnen spontan Gründe ein, warum Sie lieber erst morgen oder übermorgen oder übernächste Woche anfangen. Aber halt! Wir haben zehn Gründe zusammengestellt, warum Sie genau jetzt mit dem Laufen anfangen sollten.

Zehn Gründe, im Winter mit dem Laufen anzufangen

1. Denken Sie an die guten Vorsätze: Sie wollten im neuen Jahr mit Sport anfangen. Aber aus Gründen haben Sie noch nicht die Kurve gekriegt und Ihr Innerer Schweinehund liegt schon mit einem breiten Grinsen in der Ecke? Besiegen Sie ihn! Jetzt! Die Belohnung? Genugtuung, Stolz und ein überragend gutes Gewissen.

2. Wer im Winter anfängt, macht im Sommer weiter: Das hört sich vielleicht etwas platt an, aber unser Laufblogger Stefan Reinke ist aus eigener Erfahrung überzeugt, dass ein Karriere-Start im Winter genau richtig ist, um sich die nötige Härte für den Rest des Jahres zu holen. So schwer die Überwindung bei Kälte auch ist, so groß ist die Freude, es geschafft zu haben. Wer im Winter mit langsamen Läufen anfängt, ist im Frühjahr richtig fit und muss sich nicht vor den Schönwetter-Läufern verstecken, die dann wieder die Parks bevölkern. Gegen die Kälte hilft übrigens Kleidung. Außerdem lautet ein alter Läuferspruch: Die Meister des Sommers werden im Winter gemacht.

Laufblog 3. Winterzeit ist Schnäppchenzeit: Im Winter tauschen die Hersteller von Laufschuhen ihre Kollektionen aus. Neue Modelle kommen auf den Markt. Wenn Sie also jetzt ins Laufschuhgeschäft gehen, haben Sie gute Aussichten auf ein Auslaufmodell. Schuhe, die noch im Sommer bei etwa 180 Euro lagen, bekommen Sie jetzt für knapp über 100 Euro. Einige Mittelklassemodelle liegen bei etwa 80 Euro. Sie können also gerade jetzt als Anfänger mit höherklassigen Schuhen in Ihr neues Leben starten. Kaufen Sie aber nicht blind - gerade ein Anfänger sollte sich im Fachgeschäft beraten lassen.

4. Sie sind unbeobachtet: Denken Sie, die erfahrenen Läufer lachen hinter dem vor den Mund gewickelten Schal heimlich über Ihren anfängerhaften Laufstil oder Ihr niedriges Tempo? Erstens tun sie das nicht, weil Läufer in der Regel wissen, dass sie selbst einmal Anfänger waren und zweitens sehr gesellige Menschen sind. Kritischer sind die Nichtläufer, die naserümpfend über Laufanfänger lästern. Wie auch immer: Gegen alle kritischen Blicke - und da wären wir bei drittens - hilft der Schutz der Dunkelheit. Ab 18 Uhr kann niemand mehr ein ernsthaftes Stilurteil fällen.

5. Nur im Winter ist eine heiße Dusche eine echte Belohnung: Sie kennen doch das Gefühl, nach einem ausgedehnten Spaziergang durch den winterlichen Wald in die warme Wohnung zu kommen. Noch ein Heißgetränk und das Glück ist perfekt. Dass es noch schöner geht, erfahren Sie, wenn Sie nach einem eiskalten Lauf unter die heiße Dusche hüpfen. Im Sommer hingegen lautet das Motto nach dem Laufen eher "Schwitzt du noch oder duschst du schon?" - schön ist das nicht.

6. Sie bleiben gesund und gut gelaunt: Im Winter gönnen wir unserem Körper ohnehin viel zu wenig Licht. Das ist schlecht fürs Gemüt und auch fürs Immunsystem. Beides bringen Sie mit einem kleinen Lauf in Schwung. Einfach raus auf die Piste, rein in den Wald. Atmen Sie frische Luft ein - Sie werden es lieben! Die Bewegung an der frischen Luft macht Sie resistenter gegen Kälte und Keime. Außerdem überhitzen Sie nicht so schnell. Im Sommer knallt die Sonne auf den Kopf und man kann gar nicht so viele Laufklamotten anziehen wie man ausziehen möchte. Spätestens im August werden Sie sich den Herbst oder Winter herbeisehnen.

Laufblog 7. Freie Auswahl bei Wettkämpfen: Wenn Sie Ihr neues Hobby erst einmal so richtig lieben gelernt haben, möchten Sie sich gewiss auch einmal bei einem Volkslauf mit anderen Läufern messen. Die Straßen- und Waldlaufsaison beginnt im März und dauert bis Oktober. Bis dahin sind Sie - je nach ihrem ursprünglichen Fitnessstand - schon in der Lage, an einem Wettlauf über fünf oder zehn Kilometer teilzunehmen. Stöbern Sie mal in einem Laufkalender und suchen Sie sich einen Lauf in Ihrer Nähe oder am Urlaubsort aus. Noch haben die meisten Volksläufe freie Startplätze. Die großen Marathons wie Berlin sind natürlich schon längst ausgebucht.

8. Im Winter laufen schärft die Sinne: Egal, ob Sie auf schwierigem Geläuf - etwa Eis, Schnee oder Matsch - laufen oder bei Dunkelheit, fördert Laufen in der kalten und dunklen Jahreszeit die Aufmerksamkeit. Sie achten darauf, wie Sie die Füße aufsetzen und wo Sie hintreten. Auf unebenem Boden arbeiten nicht nur die Beine, sondern auch die Fußmuskulatur und der Kopf. Automatismen entstehen, die Ihnen auch im Sommer helfen. Darüber hinaus lernen Sie, auf den Straßenverkehr zu achten. Doch trotz der erhöhten Aufmerksamkeit sollten Sie bei Dunkelheit nie ohne eine Warnweste oder Reflektoren aus dem Haus gehen.

9. Keine Reue beim Essen: Winterzeit ist Sofazeit. Und wo ein Sofa steht, ist ein Fernseher nicht weit und gerne auch eine Tüte Chips in Reichweite. Wenn Sie am Nachmittag laufen gehen, dürfen Sie sich am Abend ohne Reue mit einer Handvoll Chips belohnen.

10. Sie dürfen hemmungslos prahlen: Wenn Sie jetzt anfangen zu laufen, gehören Sie zu den oberen zehn Prozent ihres vermutlich eher passiven Freundes- und Familienkreises. Schon nach ein paar Trainingseinheiten entwickeln sich Gespräche wie folgt:
Freund: Boah, hast du abgenommen?

Laufblog Sie: Ja!

Freund: Wie hast du das gemacht?

Sie: Ich laufe seit ein paar Wochen.

Wählen Sie jetzt die Strategie, bei jedem Treffen eine kleine Anekdote aus dem Training zu erzählen. Wie toll das war, als Sie in diese große Pfütze getreten sind und wie steil der Berg danach war... Mit diesen Geschichten werden Sie zum heimlichen Helden und zum wandelnden schlechten Gewissen für Freunde und Verwandte. "Hach, ich wollte ja auch immer laufen", werden Sie oft zu hören bekommen.

Und wenn Sie Tante Erna und den Rest der faulen Familie mal so richtig schockieren wollen, hier der ultimative Tipp, wie Sie der Star des nächsten Osteressens bei Oma, Tante oder Schwiegermutter werden: Deponieren Sie ein paar Tage vorher eine Tasche mit Anziehsachen am Ort des kommenden Festmahls. "Ich muss trainieren, aber ich will das Essen ja nicht verpassen", sagen Sie und kündigen an, dass Sie nicht mit dem Auto, sondern per Laufschuh kommen. Wundern Sie sich nicht über den ungläubigen Blick, den Sie ernten. Ihr Tag wird kommen. Ostersonntag ist es soweit: Während der Rest der Verwandtschaft am gedeckten Kaffeetisch sitzt, kommen Sie völlig platt von den gerade bewältigten zehn, 15 oder 20 Kilometern an. Augen lasten auf Ihnen. Eine Mischung aus Neid und Anerkennung liegt in der Luft. Schnell unter die Dusche und schließlich das Highlight: Sie sagen: "Boah, hab ich einen Hunger" - und vertilgen drei Stücke Sahnetorte. Sie haben es sich verdient.

Vorsichtsmaßnahmen im Winter

Gründe, ausgerechnet im Winter mit dem Laufen zu beginnen, kennen Sie jetzt. Nun liegt es an Ihnen. Geben Sie sich einen Ruck! Achten Sie aber dennoch darauf, dass winterliche Läufe auch Gefahren bergen. Die Muskeln sind träger und wollen vorsichtig aufgewärmt werden.

Onlinesprechstunde Bei Kälte sollten Sie sich ein dünnes, möglichst fusselfreies Tuch vor Mund und Nase binden, um Ihre Lunge nicht mit kalter Luft zu schockieren. Setzen Sie eine dünne Mütze auf, um Wärmeverlust über den Kopf zu verhindern. Handschuhe sind ebenfalls wichtig. Meist dauert es eine gute Viertelstunde, bis die Hände warm sind.

Folgen Sie unserem Laufblog

In seinem Blog "Runner's Highs and Lows" schreibt unser Redakteur Stefan Reinke über seine Lauferfahrungen und lässt Sie an seinem Weg durch das Laufjahr 2015 teilhaben. Reinke berichtet über neue Lauferfahrungen beim Trailrunning, unheimliche Begegnungen mit Hunden, Schuhanproben im Wald und alles, was das Läuferherz sonst noch bewegt.

Sein Progamm hat es in sich: Im Februar will er seinen ersten 12-Stunden-Lauf absolvieren. Im April steht der Paris-Marathon im Kalender, einen Monat später der Vivawest-Marathon und im September Deutschlands größter Marathon in Berlin. Und zwischendurch: Training, Training, Training. Ob da noch Halbmarathon beim Rhein-Ruhr-Marathon in den Plan passt?

Lesen Sie es in unserem Laufblog! Gleich zum Start gibt es auch etwas zu gewinnen...