Weiter, immer weiter – Laufen und kein Ende in Sicht

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf - unser Laufblogger kann es nicht lassen.
Nach dem Lauf ist vor dem Lauf - unser Laufblogger kann es nicht lassen.
Foto: Valentin Dornis
Kaum hat der Laufblogger seine Wettkampf-Saison für beendet erklärt, hat er sich zu einem Rennen angemeldet. Er kann es einfach nicht lassen.

Dortmund.. Ein Tag – das ist ein neuer Rekord! Es hat gerade mal einen oder vielleicht anderthalb Tage gedauert, um einer nach dem Phoenixsee-Halbmarathon für beendet erklärten Wettkampf-Saison noch eine kleine Verlängerung zu bescheren. Üblicherweise brauche ich ein bisschen länger, bis mich der Hafer sticht und mir die adrenalinlosen Trainingsläufe nicht mehr genügen. Dieses Mal musste ich nur ein- bis zweimal schlafen, ehe ich wusste, dass das Laufjahr noch nicht beendet sein kann.

Erstens ist Anfang Oktober ja doch noch recht früh, um die Wettkampfschuhe an den Nagel zu hängen. Zweitens hat ein Trainingslauf vor dem letzten Halbmarathon meinen Ehrgeiz geweckt. Ich hatte wenige Tage vor dem Phoenixsee eine wunderbare, harte Trainingseinheit im Stadion Rote Erde absolviert. Nach dem Einlaufen absolvierte ich am Marathontor der altehrwürdigen Kampfbahn fünf schnelle und anstrengende Treppenläufe, die schön in den Oberschenkeln brannten.

5000 Meter auf der Bahn

Da ich keine Lust auf Intervalle hatte, beschloss ich, stattdessen 5000 Meter auf der Bahn zu rennen. Meine Vorgabe: möglichst schnell, fast bis ans Limit, gefälligst unter 25 Minuten - was für mich eine mehr als ordentliche Zeit wäre. Ich habe erst einmal einen Wettkampf über 5000 Meter absolviert und bin dort eine Zeit von 25:27 Minuten gelaufen. Beim Baltrum-Lauf habe ich bislang Zeiten zwischen 27:xx und 33:xx Minuten erreicht, der ist aber auch 5,3 Kilometer lang und führt über teilweise recht schwer zu laufenden Boden. Jetzt in der Roten Erde lief ich die 5000 Meter in 24:11 Minuten. Diese Zeit hatte mich sogleich beflügelt, noch einen Fünfersatz Treppenläufe hinterher zu schieben. Bei dem waren die Beine zwar auch schon schwer, aber ich schaffte es.

Laufblog Diese Trainingseinheit hat mir doch nachhaltig Spaß gemacht. Beim Halbmarathon half sie mir zum Beispiel, als ich auf den letzten drei Kilometern noch einmal das Tempo verschärfte. Und nach dem Lauf machte sie mir Appetit auf mehr. Also suchte ich nach 5000-Meter-Läufen in der Region und wurde fündig – ausgerechnet in Dortmund: 30. Oktober, Mengede. Ich habe mich angemeldet und möchte nicht versprechen, dass kein weiterer Lauf folgt. Schließlich habe ich mit den Zehn Kilometern noch eine Rechnung offen, nachdem ich in diesem Jahr gleich zwei 10.000er abgebrochen habe.

Nix mit Ende – es gibt noch den Silvesterlauf

Also nix mit Ende. Der Bottroper Herbstwaldlauf steht ohnehin schon lange im Kalender. Allerdings will ich den wirklich nicht wettkampfmäßig laufen. Gemütliche 25 Kilometer sollen es werden, ohne Zeitdruck. Dann gibt ja auch noch den Silvesterlauf Werl-Soest. Beim letzten Trainingslauf mit meiner neuen Trainingspartnerin hatte ich noch ausgeschlossen, in Werl zu starten, weil ich lieber beim Neujahrslauf am Phoenixsee laufen wollte. Da ich an dem Termin aber gar nicht im Lande bin, könnte es nun doch sein, dass ich in Werl... So als Jahresabschluss ist der Silvesterlauf ja wirklich nett.

Ganz ehrlich: Ich finde einfach kein Ende. Weiter, immer weiter. Abgesehen von meinem Durchhänger im Frühjahr, als ich Läufer-Burnout hatte, kann ich nicht genug von der Lauferei bekommen. Ich liebe das Kribbeln im Bauch, wenn ich im Pulk am Start stehe. Ich liebe es, wenn sich eine Läufer-Masse in Bewegung setzt und um die Wette läuft. Diese Fokussiertheit auf den eigenen Lauf und den eigenen Körper ist etwas ganz Besonderes, dass sich im Training kaum simulieren lässt. Auch wenn letztlich jeder nur gegen sich selbst läuft, so ist es doch motivierend, diesen Wettkampfgeist zu spüren. Ich will das machen, so oft und so lange ich es noch kann. Fürs kommende Jahr habe ich ja auch bereits einige Pläne (Triathlon, Venloop, Paris-Marathon). Ich kann's kaum erwarten!