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Im November gibt's den ersten Ultralauf am Niederrhein

25.01.2013 | 12:52 Uhr
Im November gibt's den ersten Ultralauf am Niederrhein
Eine flache Strecke und eine abwechslungsreiche Umgebung: Die Starter des Niederrhein Ultras können das im November 200 Kilometer lang genießen. Hier u. a. die Bislicher Insel.Foto: NRZ

Niederrhein.  Premiere 2013: Zum ersten Mal findet im November der "Niederrhein Ultra" über 200 Kilometer statt. Organisator Marcel Buchholz erzählt, warum das Laufen gerade am Niederrhein so besonders ist und warum der Lauf zu einer Jahreszeit stattfindet, in der es wahrscheinlich ziemlich nass und kalt ist.

200 Kilometer - oder für die, die die Light-Version nehmen: 100 Kilometer - am Niederrhein rauf und runter. Klingt vielleicht im ersten Moment langweilig, ist es aber nicht, versichert Marcel Buchholz. Der 34-Jährige ist selbst passionierter Ultraläufer und verliebt in seine Heimat. Da liegt es nahe, beides miteinander zu verbinden: Am 23. November fällt der Startschuss zum ersten Niederrhein Ultra.

Länger und weiter - ist der Ultralauf ein neuer Trend?

Marcel Buchholz: Ob speziell der "Ultralauf" im Trend liegt, kann ich nicht beantworten. Ich denke, dass Laufen generell einen permanenten Boom erlebt. Ultralaufen ist halt eine von vielen Varianten des Laufens. Ob ich mich darauf spezialisiere, meine 10-Kilometer-Bestzeit zu optimieren, möglichst viele Marathons zu laufen oder ob ich einfach nur entspannt und ohne Ambitionen durch den Wald jogge, Laufen boomt. Das Ultralaufen ist halt nur eine extreme Variante, sein Hobby oder seine Leidenschaft auszuüben.

Ein Ultralauf also jetzt auch am Niederrhein. Warum?

Marcel Buchholz: Der Niederrhein ist meine Heimat, und mit dem Empathy Run, dem Rheinberger 6-Stunden-Benefizlauf, habe ich einen Grundstein für Ultraläufe am linken Niederrhein, in Rheinberg gelegt. "Im Herzen des Niederrheins, am Rande des Ruhrgebiets" lautete mal ein Slogan für die Stadt Rheinberg. Das trifft zu. Gute Verkehrsanbindungen und eine zentrale Lage in NRW machen Rheinberg am Niederrhein leicht erreichbar, ob aus den Niederlanden oder dem Ruhrgebiet, mit dem PKW oder Bus und Bahn.

Was macht das Laufen am Niederrhein zu etwas Besonderem?

Marcel Buchholz: So ziemlich jeder Lauf zeichnet sich ja durch etwas Spezielles aus, sei es der Großstadt-Marathon mit seinen unzähligen Samba-Bands und Zuschauermeilen oder der idyllische Landschaftslauf durchs Gebirge. Das Besondere, am Niederrhein zu laufen ist die gute Mischung. Der fließende Übergang von Industriekultur und Landschaftsschutzgebieten: Man läuft an ausgediente Bahntrassen neben rostigen Hochöfen entlang, und wenige Meter weiter findet man sich schon am Rheindamm auf grünen Wiesen wieder. Begrünte Halden als Bergersatz, flache Wälder, grüne Wiesen, viele Autobahnen, Stahlwerke, Hochöfen und Zechengelände - das ist der Niederrhein.

Beim Niederrhein Ultra kann man entweder 200 oder 100 Kilometer laufen. Welche Voraussetzungen müssen die Starter mitbringen?

Marcel Buchholz aus Rheinberg ist selbst passionierter Ultraläufer. Er organisiert den ersten Niederrhein Ultra.Foto: Privat

Marcel Buchholz: Man sollte eine gesunde Selbsteinschätzung mitbringen, um sich für die 200 Kilometer anzumelden. Erfahrungen im Langstreckenlauf jenseits der 100 Kilometer sind absolute Voraussetzung. Ich behalte mir das Recht vor, vollkommen ohne äußere Einflüsse zu entscheiden, wer am "Niederrhein Ultra 200 Kilometer Nonstop Lauf" teilnehmen kann. Vorteil beim Niederrhein Ultra ist eine absolut flache Strecke ohne nennenswerte Höhenmeter, Versorgungspunkte alle 20 Kilometer und die Möglichkeit, Radbegleiter oder andere Unterstützer von außerhalb zu mobilisieren. Sollte ich bei einer Anmeldung Zweifel haben, werde ich den Kontakt zum Gemeldeten suchen, um mir ein individuelles Bild vom Läufer machen zu können. Der 100-Kilometer-Lauf wird  genauso gehandhabt wie der 200er. Es gibt Zielschlusszeiten (100 Kilometer nach 15 Stunden, 200 Kilometer nach 33 Stunden). Mir ist es nicht wichtig, dass möglichst viele Starter an der Startlinie stehen, sondern dass so viele Finisher wie eben möglich den Niederrhein Ultra schmücken.

Der Lauf findet Ende November statt. Da ist wahrscheinlich kalt und nass. Gab's keinen besseren Termin?

Marcel Buchholz: Jeder Lauf hat seine Spezialitäten. Aber gleichzeitig gibt es im Ultralaufkalender nicht mehr so viele freie Termine ohne Überschneidungen. Den Niederrhein Ultra im Frühjahr zu veranstalten ist nicht möglich, da eine Kollision mit der TorTour de Ruhr absolut unsinnig wäre. Schließlich möchte ich keinen Veranstaltungswettbewerb, sondern den Laufkalender und die Ultralaufszene mit einem weiteren Highlight bereichern. Der Sommer ist ohnehin schon prall gefüllt mit Events, und im Winter ist die Vorbereitung auf einen 200-Kilometer-Lauf noch schwieriger. Deswegen Ende November, nach dem Röntgenlauf in Remscheid (63,3 Kilometer), nach dem Bottroper Herbstwaldlauf (50 Kilometer) , welche sich auch gut als Vorbereitungsläufe eignen könnten. Im November ist die Körperkraft aus der Saison noch präsent.

Welche Resonanz erhoffen Sie sich?

Marcel Buchholz: Ich kann nur spekulieren. Ich wollte den Lauf unbedingt noch in 2013 durchführen, haben doch viele Läufer bereits ein Jahr im voraus ihre Events verplant. Für 2013 lasse ich mich erstmal überraschen. Mit 15 Startern auf den 200 Kilometer wäre ich schon zufrieden. Es dürfen natürlich gerne sehr viel mehr werden. Ich denke, dass bei den 100 Kilometern einige Läufer mehr am Start sein werden. Vielleicht so 30 bis 40.

Wenn die Premiere gut läuft, soll die Veranstaltung dann zu einem festen Bestandteil im Läuferjahr werden?

Marcel Buchholz: Bei einer gelungenen Premiere möchte ich den Niederrhein Ultra in jedem Fall regelmäßig durchführen. Ich kann noch nicht sagen, ob dieser dann jährlich oder alle zwei Jahre stattfindet, da ich noch weitere Ideen für Laufevents im Kopf habe.

Informationen und Anmeldungen zum Niederrhein Ultra.

Mit Marcel Buchholz sprach Sina Heilmann


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